Atomkraft: Bei uns gibt es keine Tsunamis

„Bei uns gibt es keine gefährlichen Erdbeben“, versichern sie.

„Bei uns gibt es keine Tsunamis“, beschwichtigen sie.

„Bei uns gibt es keine Vulkanausbrüche“, beruhigen sie.

Sie: Das sind E.ON, Vattenfall, EnBW oder RWE.

Klingt plausibel.

Ist es aber nicht. Es ist Rattenfängerei.

Die japanischen Betreiber der Kraftwerke von Fukushima haben ihre Anlagen vor dem Hintergrund der Risiken gebaut, die dort seit langem bekannt sind: Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüche.

Für Deutschland gilt dem Prinzip nach exakt dasselbe.

Man hat die Kraftwerke so gebaut, dass sie den hier bekannten Gefahren standhalten.

In Japan konnte sich niemand vorstellen, dass die dort bekannten Gefahren solche Dimensionen annehmen könnten.

In Deutschland will sich niemand vorstellen, dass die hier bekannten Gefahren Dimensionen annehmen, die eine Katastrophe nach sich ziehen.

Diese gefährliche Einsicht möchten die schwerreichen deutschen Kraftwerksbetreiber möglichst umgehen.

Sie und ihre Sprachrohre in der Politik versuchen die Bevölkerung zu sedieren. Merkel, Mappus oder Söder schlagen daher Pirouetten, bei denen einem nur schwindlig werden kann.

Wen wunderts: Es geht um Milliarden.

Das mag niemand zugeben, und so drischt Schwarz-Schwarz-Gelb einmal mehr auf den armen alten Klepper „Energiesicherheit“ ein, um ihn am Traben zu halten.

Für Vattenfall & Co. ist die japanische Katastrophe nur eine lästige Störung ihres Marktes.

Es ist es ein Milliardenspiel, wie  EnBW-Chef Hans-Peter Villis angesichts des lächerlichen Atom-Moratoriums der Regierung in unverstelltem Zynismus  formuliert hat:

Nach drei Monaten wird ja das Spiel wieder neu gespielt.

— Schlesinger

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