Khameini: Iran und Israel auf Kollisionskurs

Irans geistlicher Führer Ajatollah Khameini schlägt ungewohnt scharfe Töne an und wirkt damit den jüngsten Annäherungsversuchen mit dem Westen entgegen:

Iran und Israel befinden sich auf einem Kollisionskurs

Khamenei said Iran and Israel were on a „collision course,“ a statement that could further increase tensions in a Middle East already fearful of a conflict between the two countries.

„Who are Israelis?“ Khamenei told thousands of worshipers [Anhänger] gathered for Friday prayers in downtown Tehran.

„They are responsible for usurping [besetzen] houses, territory, farmlands and businesses.

They are combatants at the disposal of Zionist operatives. A Muslim nation cannot remain indifferent vis-a-vis such people who are stooges at the service of the arch-foes of the Muslim world.“

Nachdem zuletzt auch der scheidende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert versöhnliche Signale in Richtung der arabischen Führer sandte, kann das zunächst als abschlägige Antwort und ein provokativer Test für Olmerts Nachfolgerin Tzipi Livni betrachtet werden.

Dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak wird nachgesagt, er sei stark an der Position des Ministerpräsidenten interessiert. Dazu will er Livni schwächen. Das Mittel, das ihm hierfür geeignet scheint, ist seine Forderung nach einer Koalition mit der Rechten unter Scharfmacher Benjamin „Bibi“ Netanjahu. Diese Konstellation läßt nichts Gutes in Richtung Entspannung erwarten, denn Netanjahu hatte seinerzeit strikt vor jeglichem Entgegenkommen gegenüber den palästinensischen Kräften und insbesondere vor dem von Ministerpräsident Scharon angeordneten Abzug aus dem Gazastreifen gewarnt. Leider haben ihm die seit dieser Zeit massiv einsetzenden Katjuscha-Angriffe recht und damit dem militanten Flügel Auftrieb gegeben.

Die eingetroffene Prophezeiung Netanjahus bezüglich einer verschlechterten Sicherheitslage entgingen der israelischen Öffentlichkeit nicht, so dass sein Ansehen seitdem wieder gestiegen ist.

Khameini betonte zwar, das iranische Volk habe nichts gegen das jüdische Volk, sehr wohl aber gegen die Besatzung arabischer Gebiete und die Unterdrückung der Palästinenser. Aber das ist ein schwacher Trost in der aktuellen Lage.

Leider war es schon immer so, dass sich die Falken zweier Läger gegenseitig aufstacheln und sich dann in ihren gegenseitigen Wahrnehmungen bestätigt sehen. Ein prominentes Beispiel dafür sind die „getrennten Zwillinge“ Cheney – Achmadinejad.

— Schlesinger