Israel & Palästina

Israel kann nicht mehr links

Die Linken in Israel wollen nicht mehr links sein.

“Links” heißt pazifistisch, irgendwie zumindest. Und aufgeschlossen sein gegenüber den Palästinensern. Früher jedenfalls.

Beides ist nicht mehr gern gesehen. Beides würde schaden bei den bevorstehenden Wahlen in Israel.

Schließlich möchte man Amtsinhaber Benjamin Netanjahu entthronen.

Daher hat die frühere Justizministerin Tzipi Livni (noch früher war sie Außenministerin der Regierung Olmert) zusammen mit der Arbeiterpartei eine neue politische Plattform geschaffen. Der Name:

Zionistisches Lager

Die Wähler sollen mit dem Allerwelts-Prädikat “zionistisch” angelockt werden. Das klingt nach Patriotismus und läßt den alten Pioniergeist anklingen.

Die Nutzung des Begriffs Zionismus mißfällt den politischen Gegnern.

Ronen Shoval von der rechtskonservativen Partei “Jüdisches Heim” hat sogar Klage beim Wahlausschuss eingereicht und protestiert.

Die Rechten bestehen darauf, als gute Zionisten zu gelten, und zwar allein.

Die Linken sollen keine Zionisten sein dürfen.

In Israel rückt der Begriff “links” inzwischen in die Nähe von “Staatsfeind”.

 

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Israel - Zitat des Tages

 Ihr seid nicht Teil der israelischen Gemeinschaft. Ihr seid nicht Teil des demokratischen, nationalen Lagers, dem wir alle in diesem Hause angehören, und sehr, sehr viele im Volke verabscheuen euch. Ihr habt nicht Teil am zionistischen Werk. Ihr seid ein Fremdkörper, seid Unkraut.

Yitzhak Rabin
(Israelischer Ministerpräsident 1974-77 und 1992-95. Über die Siedlerbewegung; Rede in der Knesset 28.02.1994. Rabin wurde am 4.12.1995 von einem jüdischen Extremisten ermordet.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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