TRUMP und HITLER

Trump ist nicht Hitler.

Noch nicht.

Aber durch den Wahlsieg von Donald Trump wurde der westlichen Welt vor Augen geführt, wie früher in Deutschland jemand wie Adolf Hitler an die Macht kam; das meint zurecht Chemi Chalev von der Haaretz, denn die Ähnlichkeit beider Agitatoren in ihren zentralen Themen  ist verblüffend:

Viewed through the lenses of the current presidential campaign, historical descriptions of Hitler’s appeal to the German masses suddenly seem hauntingly familiar.

Take, for example, Hitler biographer Ian Kershaw’s description of the recurring themes in Hitler’s speeches:

“The contrast of Germany’s strength in a glorious past with its current weakness and national humiliation – a sick state in the hands of traitors and cowards who had betrayed the Fatherland to its powerful enemies and behind them, the Jews…a cheating and corrupt government and party system presiding over economic misery, social division, political conflict and ethical collapse.”

read more: http://www.haaretz.com/world-news/u-s-election-2016/1.749153

 

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Schimon Peres ist tot

Wäre es nach Schimon Peres gegangen, dem stets konzilianten „elder statesman“ Israels, dann herrschte in Palästina längst Frieden.

Nur: Es ging oft nach Peres.

Das Leben von Schimon Peres war ein Segen für alle, die sich nach Frieden sehnen.

Bill Clinton hat das gerade getwittert, und so oder so ähnlich werden die meisten den nun verstorbenen Schimon Peres sehen.

Peres stand sein Leben lang im Dienst Israels: Als junger Bursche schon leitender Zivilbeamter im Verteidigungsministerium, später Verteidigungs-, Finanz- und Außenminister, dann Ministerpräsident und zuletzt Staatspräsident.

Oslo !

Peres war in den neunziger Jahren eine der Hauptfiguren in diesem viel gepriesenen Friedensprozess.

Er hat den Glauben an einen Frieden in Palästina nach Kräften befördert.

Er hat auf dem Rasen des Weissen Hauses Palästinenerpräsident Arafat die Hand geschüttelt.

Er hat dafür den Friedensnobelpreis bekommen, zusammen mit Arafat und seinem damaligen Ministerpräsidenten Rabin.

Was für eine Hoffnung, die damals aufkam! In Israel war sie enorm, in den Palästinensergebieten war sie auch da, und die westliche Welt fieberte auch ein wenig mit.

Nur war diese Hoffnung ganz ohne Grund. Oslo war seitens Israels nie ein Friedensprozess. Es war die Einschläferung eines Friedensprozesses: Verhandeln statt handeln. Bis in alle Ewigkeit: Verhandeln. Wer verhandelt zeigt sich friedenswillig.

Wer zum Verhandeln höfliche Miene zeigt, konziliant ist, sich weltmännisch gibt, dezent zu scherzen versteht, sich immer mit einem wohlwollenden Lächeln präsentiert: Dem glaubt man, im Westen allemal.

Der deutsche Außenminister Steinmeier sagte gerade, Peres‘ Verdienste um Israel liessen sich kaum ermessen.

Doch, sie lassen sich ermessen.

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Israel ist kein Apartheid-Staat, sondern Demokratie

Immer wieder hört man den Vorwurf, Israel sei ein Apartheid-Staat, also gleichzusetzen mit dem früheren Südafrika, jenem Staat, in dem eine Minderheit von Weißen eine Mehrheit von Schwarzen brutal unterdrückt hat, und wo diese Weißen die Unterdrückung mit dem Begriff Apartheid verklärt haben: Man wünschte lediglich, dass beide Gruppen getrennte Wege gehen. Dass die Weißen in modernen Städten lebten, die Schwarzen als Hungerlöhner ausnutzten und sie in Townships hausen liessen, wurde ausgeblendet. Das wollte Apartheid gar nicht. Daran waren die Schwarzen selbst schuld.

Wo eine kleine Minderheit eine überwältigende Mehrheit politisch beherrscht – nicht dominiert: sondern beherrscht -, kann keine Demokratie herrrschen.

Richtig?

Falsch!

Demokratie ist nur ein Wort. Wie jedes Wort unterliegt es der Definition.

Was als Demokratie erklärt wird, muss auch Demokratie sein.

Gideon Patt, der in Israel der späten 70er und frühen 80er Industrie- und Tourismusminister war, meinte auf einer Dienstreise in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria:

Israel and South Africa are two of the only 30 democracies in the world.*

Südafrika war aus Sicht Israels eine Demokratie.

Musste es auch: Weil es fleissiger Abnehmer israelischer Waffen war, und offenbar interessiert an gegenseitiger Hilfe in der Entwicklung von Nuklearwaffen.**

Patt war nicht der einzige in Israel, der Südafrika lobte.

Als der damalige südafrikanische Premier John Vorster zu Besuch in Israel war, schmeichelte ihm Yitzhak Rabin – ja, jener später ermordete Friedens-Ministerpräsident Rabin -, dass Israel und Südafrika dieselben  Werte teilen würden:

the ideals shared by Israel and South Africa: the hopes for justice and peaceful coexistence

Apartheid-Südafrika als Demokratie, als Repräsentant von Werten wie Gerechtigkeit und friedlicher Koexistenz ?

Dieses Demokratie-Verständnis Israels scheint sich bis heute gehalten zu haben.

— Schlesinger

* Zitiert aus: Noam Chomsky, The Fateful Triangle, Boston 1983, S. 21

** Tom Friedman in der New York Times v. 29.01.1987:

Israel in the last 15 years has sold South Africa a variety of military equipment, including light weapons and communications gear and, more important, technology-data packages containing the designs for several major Israeli weapons systems, which were subsequently assembled by South Africa’s own military industry. These reportedly include the Saar-class missile boats, the Gabriel sea-to-sea missile and avionics electronic countermeasures for South Africa’s new Cheetah fighter-bomber.

In addition, American military sources say Israel recently helped South Africa develop a KC-135-type surveillance aircraft and air-to- air refueling abilities for the South African Air Force. Israel and South Africa are also rumored to have cooperated in developing nuclear weapons technology, although this has been denied by both nations.“

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Israel - Zitat des Tages

 At times it seems as if what Jews do to other jews in this country [Israel] would be defined in any other country as nothing less than antisemtisim.

David Grossman
(Israelischer Autor. Man vergleiche das mit einer nicht untypischen Äußerung eines ultra-orthodoxen jüdischen Siedlers: "The Israeli secular entity has to be destroyed. God can't reveal himself until it's all wiped out. As long as the state of Israel stays as it is, there will be no redemption." Shmuel Ben Yishai, Settler, Hebron (Interview CBS Frontline April 2005). Was der Siedler hier verlangt ist nichts weniger als die Beseitigung des Staates Israel.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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