Israel & Palästina

Chaim Weizmann : Mais zur Gummiproduktion

Chaim Weizmann

Chaim Weizmann

Der neben Theodor Herzl und David-Ben Gurion bedeutendste Zionist und spätere erste Staatspräsident Israels, Chaim Weizmann, war während des Zweiten Weltkriegs in Amerika, um US Präsident Eisenhower vorzuschlagen Gummi aus Mais statt aus Rohöl zu produzieren (1942).

Weizmann war in England ein berühmter und erfolgreicher Chemiker. Er wußte, dass sein  Verfahren ein chemisch reineres Gummi erzeugte. Das Verfahren war in der Praxis erfolgreich getestet worden, auch in den USA.

Die Öl-Lobby wehrte diese Innovation ab.

In seinen Erinnerungen schreibt Weizmann:*

My proposal, which I made officially to Mr. William Clayton, Under Secretary of State for Economics, was to ferment maize – of which millions of bushels were available in the United States and Canada – and convert them into butyl alcohol and acetone by my process, which was established and working on a large scale in various parts of America.

The butyl alcohol could without difficulty be used for the making of butylene and the butylene easily converted into butadiene, the basis for rubber.

I knew that large quantities of butadiene were already beeing made out of oil [...]

But I had come too late, or at any rate very late; the Government had already engaged the oil companies, and to initiate a process which had not the approval of the oil companies was almost too much of a task for any human being.[...]

One result was that I became, to my intense distaste, the center of an argument which took on a political character; it was the Farmers Union versus the oil companies.[...]

In the end I handed over my processes to a firm in Philadelphia, which began to apply it during the war, and continues to do so now.

– Schlesinger

* Chaim Weizmann, Trial and error, New York 1949, S. 429f.

Photo: Chaim Weizmann (Wikipedia, PD)

https://twitter.com/nahostkonflikt/status/619439657735077889

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter Israel, Roosevelt, USA

Tagebuch Theodor Herzl – 04.04.1897

theodor_herzlDer Sultan u. seine Räthe kennen den Judenplan. Ich habe mit den türkischen Staatsmännern ganz offen gesprochen, u. sie haben es nicht übel genommen.

Als unabhängigen Staat wollen sie uns Palästina nicht geben, aber als Vasallenstaat (vielleicht wie Egypten) könnten wir das Land unserer Väter in kürzester Zeit bekommen.[...]

Beim Zerfall der Türkei würde uns oder unseren Söhnen dann Palästina zufallen. War der Plan so unsinnig? Das finanzielle Arrangement [das Hilfsangebot zur Sanierung des türkischen Haushalts durch jüdische Bankiers] war noch einfacher, wenn die [jüdischen] Geldmagnaten wie ich es vorschlug mitgegangen wären. [...]

Da es nicht so ging, muss es anders gehen. Sie irren sich [die Bankiers], glaube ich, wenn Sie von den Massen keine Geldkraft erwarten.[...]

Käme es aber zu einer Spaltung zwischen den “grossen” Geldjuden* u. uns, so werden wir nicht übel daran sein sondern Jene.

Photo: Theodor Herzl (Wikipedia, gemeinfrei)

* Theodor Herzl war ein erbitterter Kritiker der grossen jüdischen Geldhäuser wie zB den Rothschilds.

Getagged mit: , , ,
Veröffentlicht unter Ägypten, Israel, Zionismus

Tagebuch Theodor Herzl – 10.03.1897

theodor_herzlDie Jewish Colonization Association verhandelt derzeit mit einer griechischen Familie (Soursouk* ist der Name, glaube ich) wegen Ankaufs von 97 Dörfern in Palästina. Diese Griechen leben in Paris, haben ihr Geld verspielt u. wollen ihren Grundbesitz (3% des gesammten Bodens von Palästina [...]) für 7 Millionen Frcs verkaufen.

Photo: Theodor Herzl (Wikipedia, gemeinfrei)

* Die Familie Soursouk – auch Sursuq oder Sursock geschrieben – ist griechisch-orthodoxen Ursprungs, emigrierte nach dem Fall von Konstantinopel nach Paris, später nach Beirut, wo sie mit Industriebetrieben (Aufzüge) und Landbesitz zu einer der reichsten Familien im Libanon wurde. Das Ottomaische Bodengesetz von 1858 ermöglichte es reichen Familien aus Syrien und dem Libanon große Grundflächen in Palästina zu kaufen. Tatsächlich erwarb die Jewish Colonization Association bzw. später der Jewish National Fund große Ländereien von den Sursuks. Im Zuge diese Landkäufe kam es zu den ersten Vertreibungen arabischer Bauern in Palästina.

Veröffentlicht unter Israel, Libanon, Zionismus

Israel - Zitat des Tages

 Eine Nation schenkt einer zweiten Nation das Land einer dritten.

Arthuer Koestler
(Österreichisch-jüdischer Schriftsteller (1905-1983). Zum Versprechen Großbritanniens gegenüber den jüdischen Zionisten, ihnen einen Teil Palästinas zuzusprechen.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

Andere Nahost-Blogs

Was andere Blogs schreiben

Archiv