Eine Nation schenkt einer zweiten Nation das Land einer dritten.
Arthuer Koestler (Österreichisch-jüdischer Schriftsteller (1905-1983). Zum Versprechen Großbritanniens gegenüber den jüdischen Zionisten, ihnen einen Teil Palästinas zuzusprechen.)
Es gibt einen Toten, wurde per Funk durchgegeben. Der Sanitätsoffizier fragte in die Runde, wer sich darum kümmern will. Sie habe sich gleich gemeldet, erzählt die junge israelische Sanitätssoldatin Meytal, die kurz zuvor nach Hebron versetzt wurde:
Mit meinem Kameraden Yoni preschten wir in der Ambulanz zum Einsatzort. Dort luden wir den Toten auf. Yoni und ich kämpften ständig dagegen an kotzen zu müssen. Die Leiche lag unter einer Decke. Aber das hielt den Gestank nicht ab. Zurück in der Baracke befahl man uns die Leiche zu waschen und die Blutergüsse zu beseitigen. Man müsse die Leiche der Autonomiebehörde zurück geben. Die sollten nicht sehen, was passiert ist. Also fingen wir an. Der Mann hatte schwere Kopfverletzungen. Weil er nicht gleich gestorben war sondern langsam verblutete, haben seine Schließmuskeln versagt. Das ist normal, ein Körperreflex. Er hatte sich vollgeschissen und vollgepisst. Also haben wir ihn mit einem Wasserschlauch abgespritzt.
Die Soldaten gratulierten Meytal zu ihrem ersten Toten. Es war nicht der letzte. Irgendwann wurde es Routine, meint sie. Einmal wurde einer gebracht, den wir wie immer neben die Toiletten im Freien gelegt haben, um ihn mit dem Wasserschlauch zu waschen. Da sahen wir dass er eine Erektion hat. Das muss man sich vorstellen, da lag ein Toter mit einem Ständer. Da haben sie ein bisschen gekichert. Weil der Mann im Freien lag konnten das alle sehen. Eine Gruppe andere Sanitätssoldatinnen kam heran. Meytal sagte zu einer “Mach mal ein Photo von mir!”, stellte sich neben den Toten und ließ sich fotographieren.
Beim Erzählen dieser Episode muss die ehemalige Soldatin immer wieder heftig schlucken. Sie versucht ein Lächeln, um nicht weinen zu müssen. Das gelingt ihr im Laufe ihres Erzählens immer weniger.
Es ist eine von vielen Episoden aus der Dokumentation der israelischen Filmemacherin Tamar Yarom “To see if I am smiling“.
Eine andere Soldatin berichtet, sie sei mit einer festen Weltanschauung in die besetzten Gebiete gegangen. Aber dort war alles anders, als sie es sich vorgestellt hatte. All das was sie gesehen und getan habe, habe ihren Wertvorstellungen und ihrer Moral widersprochen. Aber man konnte nicht einfach gehen.
Einmal hat sie als Einsatzleiterin gesehen wie Jungs in der Nähe eines Armeepostens streunten. Ihr Herz habe wie wild angefangen zu pochen. Adrenalin pur. Sie setzte Dutzende Funksprüche ab, die würden was im Schilde führen, das sehe nach einen Anschlag mit einer Brandbombe aus. Verschiedene Patrouillen eilten zum befohlenen Einsatzort. Die Einsatzleiterin verfolgte die Szene vom Wachturm aus. In Hebron kann die israelische Armee fast alles von oben beobachten. Sie dachte sich über die Burschen “Macht schon was! Na los, tut was!” Das wäre eine wirklich unangenehme Lage gewesen, wenn sie Alarm ausgelöst hätte und nichts wäre passiert. Man musste auf seinen Status achten, sagt sie. Dann ging der Brandsatz hoch. Nur, es war keine Brandbombe. Die Kinder hatten etwas Brennbares über einen Haufen Müll gegossen, der mitten auf der Straße lag, und angezündet. Die Soldaten schossen. Dann kam der Funkspruch “Wir haben einen Oleander!“. Oleander. Es gab einen Toten. Eins der Kinder wurde erschossen.
Die Soldatin sagt, sie redet nur selten darüber. Als sie einmal auf Fronturlaub war, rief sie ihre Kameradin an und sagte ihr, sie bekomme ihre Hände nicht sauber. Sie könne das Blut nicht abwaschen. Ihre Kameradin habe gelacht und gar nicht verstanden, dass es kein Witz war. Nein, nicht die Armee hat das Kind getötet, sagt sie lächelnd, sie hat es getötet. Das Lächeln ist kein zynisches Lächeln. Es ist ihr Schutz.
Der Schutz funktioniert bei ihr besser als bei der ehemaligen Sanitäterin Meytal: Das mit den Photos neben dem Toten hat sie versucht zu verdrängen. Es gelang ihr aber nicht, erzählt sie. Sie will diese Aufnahmen noch einmal sehen. Sie will sehen wie sie selbst damals ausgesehen hat. Möchte wissen, ob sie damals gelächelt hat. To see if I am smiling. Dann fährt sie zu der Soldatin, die damals die Photos gemacht hat. Beide sitzen im Wohnzimmer zusammen. Meytal blättert das Album durch, die ganzen Bilder aus ihrer gemeinsamen Zeit in Hebron. Sie rauchen dabei und trinken etwas, reden wenig, die Stimmung ist gedrückt. Ganz hinten im Album, nicht eingeklebt und wie aus Scham umgedreht abgelegt kommen die wenigen anderen Photos. Vorsichtig nimmt Meytal das erste Photo und wirft einen Blick darauf. Ihr Gesicht verzerrt sich in schierem Horror und voll Abscheu, sie schaut auf die Seite, kann das Zittern ihrer Hände nicht beherrschen, umklammert ihre hochgezogenen Beine. Sie steckt sich mühsam eine Zigarette an und sieht mit tränengefüllten Augen aus dem Fenster, ins Leere. Nach einer Weile, als sie sich etwas gefasst hat, sagt sie in müdem Tonfall “Wie konnte ich nur glauben, das vergessen zu können?”*
—
Als Israel nach dem sogenannten Sechstagekrieg von 1967 die Westbank und Gaza besetzte, glaubten nicht wenige siegestrunken man erlebe die Erfüllung der Prophezeiungen und sei nun Herr über das ganze Land Israel.
Der in Israel vielleicht bekannteste politische Philosoph Yeshayahu Leibowitz sah klarer und meinte unmittelbar nach dem Krieg:
Israel muss sich von diesem Fluch befreien ein anderes Volk zu beherrschen.
Eine fortgesetzte Herrschaft über die Palästinenser bringt eine Katastrophe für das gesamte jüdische Volk.
Der ehemalige Knesset-Abgeordnete und Friedensaktivist Uri Avnery fügt an:
im Gespräch mit vielen Soldaten wurde ich überzeugt, dass es fast unmöglich ist dem Druck innerhalb derArmee zu widerstehen. Die Gehirnwäsche ist intensiv und unerbittlich.
Die Besatzung an sich wurde zu einem Monster, dem niemand dienen kann ohne seine Humanität zu verlieren.
Beider Ansichten, die von Leibowitz und die von Avnery, werden durch jede Szene in der Dokumentation von Tamar Yarom bestätigt.
Der letztlich einzige Grund für Israel die Besatzung beizubehalten und das militärische Regime zu führen, das es dort führt, ist die Geiselnahme der israelischen Gesellschaft durch kleine, aber überproportional einflußreiche Gruppierungen. Im wesentlichen handelt es sich um verschiedene nationale und religiöse Gruppen, die einen radikalen, messianischen Zionismus teilen. Zum zweiten handelt es sich um Profiteure wirtschaftlicher Art. Dazu gehören Immobilienbarone, aber auch die Wasserwirtschaft oder Unternehmen innerhalb der Westbank, die von den billigen Arbeitskräften vor Ort profitieren. Zum dritten gehören politische Eliten dazu, die im Bündnis mit den vorgenannten Kräften die größten Vorteile sehen, sofern sie nicht aus innerer Überzeugung ohnehin das “ganze Israel” wollen. Von außen massiv unterstützt wird diese Melange durch die Millionen fundamentalistischer Christen in den USA, die ebenfalls ein Großisrael als Vorbote der Rückkehr des Messias betrachten.
Im Fleischwolf
Die jungen Israelis, die ihrer Wehrpflicht nachkommen und das oft in naiver Absicht gerne tun, geraten in diesen unerbittlichen Fleischwolf.
Wer nicht von Haus aus anti-arabische Sentiments mitgebracht hat, hat gute Chancen sie aus der Armee mitzunehmen. Denn für den einzelnen Soldaten gilt immer nur die persönliche Erfahrung. Du wirst im Jeep mit einem Steinhagel beworfen, unzählige Blicke zeigen dir die größte Verachtung, und womöglich stirbt ein Kamerad oder gar ein Freund bei einem Attentat. Es wäre übermenschlich, finge in so einer Lage ein Soldat an zu überlegen, dass das alles womöglich nicht ihm gilt, sondern einem brutalen Besatzungsregime, in das er hineingeriet ohne zu ahnen was auf ihn zukommt und ohne die Hintergründe zu kennen. Für die Palästinenser ist jeder einzelne Soldat ein Teil der Unterdrücker-Regimes und hasst ihn dafür. So nimmt der israelische Soldat all diese Erfahrungen persönlich und sieht den Steinewerfer und irgendwann alle anderen als seine Feinde.
Wie erzählte die eine Soldatin in der Doku? Irgendwann habe sie gar nichts mehr gefühlt. Ob sie einer angelächelt hat, habe sie nicht mehr registriert. Nachdem eine Freundin ums Leben kam, hatte sie nur noch Aggressionen, ließ an einem heißen Sommertag 60 oder 70 Leute an ihrem Checkpoint 14 Stunden in der Sonne stehen, brüllte sie an, ließ sie “antreten” und Liegestütz machen. Die anderen Soldaten seien daneben gestanden und hätten nichts dagegen unternommen. Na ja, fügt die Soldatin an, so außergewöhnlich war es ja auch nicht.
Wer nach der Armeezeit unter dem Erlebten leidet, so wie die Frauen in der Dokumentation Yaroms und zahllose andere, schweigt zumeist.
Die Berufszyniker wie Netanjahu oder Verteidigungsminister Ehud Barak, die gerne von der israelischen Armee als der “moralischsten der Welt” fabulieren, wissen um diese uralten psychologischen Mechanismen und können auf deren Wirksamkeit vertrauen.
Sie exekutieren die Wünsche eines bestimmten Klientels. Die Jungen entrichten den Blutzoll.
– Schlesinger
* Die Schilderungen sind keine Zitate. Ich habe sie niedergeschrieben, nachdem ich den Film gesehen habe. Deshalb ist der Film verlinkt. Ein Muss für jeden, der ein realistisches Bild von der Besatzung haben will. Dieser Film einer israelischen Regisseurin zeigt, dass es nicht darum gehen darf pro-israelisch oder gegen Israel oder für die Palästinenser zu sein. Er zeigt das einzig relevante: Es ist notwendig gegen die Besatzung zu sein.
Was hat Israel nicht alles unternommen um dem Westen, ja der ganzen Welt zu zeigen welchen rechtmäßigen Anspruch man auf das Land habe und wie moralisch gerechtfertigt der dabei geführte Krieg war.
Kaum wurde im Mai 1948 der Staat Israel ausgerufen, haben sich die zahlreichen arabischen Armeen über das kleine Land hergemacht, das sich tapfer verteidigte. Und siegte. So wurde es uns erzählt.
Es hat dabei sein Gebiet – entgegen den Vorgaben aus dem UN-Teilungsbeschluss – erheblich vergrößert.
Die Araber waren dabei zum großen Teil verschwunden. Hunderttausende. Weil sie von ihren Führern aufgefordert wurden zu gehen um den anrückenden arabischen Armeen Platz zu machen, so verbreiteten die Israelis.
Wären nicht bis heute währende Tragödien mit all dem verbunden, man müsste beinahe lächeln über diese Darstellung in Technicolor.
So aber bleibt nur Staunen, wie Israel es über Jahrzehnte schaffte seine höchst brutale Vorgehensweise als rechtschaffen darzustellen, die Palästinenser als die Aggressoren und Niederträchtigen zu brandmarken und das Los der vertriebenen Zivilbevölkerung weitgehend vergessen zu machen.
Dabei mangelte schon damals nicht an deutlichen Berichten aus Palästina.
Der jüdische Philosoph Martin Buber schrieb 1948 im Angesicht des Kriegs die folgende Anklage:
Schluß mit leeren Worten!
[...] Tag für Tag lesen wir in unseren Zeitungen, wir befänden uns in einem Verteidigungskrieg, weil wir doch angegriffen seien.
Die Tatsachen sind ziemlich einfach.
Vor zweitausend Jahren bewohnte dieses Land ein Volk, das große Dinge bewirkt hat und welches danach, auf dem ganzen Weltkreis verstreut, die innere Verbindung bewahrte.
[...] Gegen Ende des vorigen [19.] Jahrhunderts begannen kleine, später immer größer werdende Gruppen des ersten Volkes in das Land einzudringen mit der Absicht, dort eine Grundlage für seine Sammlung aufzubauen.
Im gleichen Maß wie sich zu dieser Aktion politische Forderungen gesellten, sah man bei dem anderen Volk [den Arabern] Zeichen des Unwillens, der Gegnerschaft und des Hasses.
Im Anfang akzeptierte dieses Volk das Eindringen mit Duldung, zum Teil sogar mit gutem Willen aus dem instinktiven Gefühl für das gemeinsame Interesse an der Entwicklung des Landes, obwohl von Zeit zu Zeit die Befürchtung aufkam, es könnte ihm ein seiner Lebensweise fremder Rhythmus aufgezwungen werden.
Jetzt aber entsteht eine viel realere Befürchtung, man wolle ihm die Lebensgrundlage entziehen, und wenn nicht ihm selbst, so doch den Nachkommen.
Als nun das erste Volk von Worten zu Taten schritt und die internationalen Instanzen [Vereinte Nationen] dazu bewegte, ihm politische Rechte über den besseren Teil des Landes zu gewähren, brach ein offener Konflikt aus.
Obwohl diese Worte Bubers schon in starkem Kontrast stehen zu dem, was Israel versuchte der Welt gegenüber darzustellen, war es in Wahrheit noch gravierender.
Der maßgebliche Teil der Zionisten hatte nie die Absicht mit den Arabern einen Ausgleich zu suchen. Für sie stand fest als künftige Herren nach Palästina zurück zu kehren.
Der starke Mann Israels, Staatsgründer und erster Ministerpräsident David Ben Gurion, schrieb am 5. Oktober 1937* an seinen Sohn Amos:
Ich bin mir sicher wir werden auch in allen anderen Teilen des Landes siedeln, sei es durch ein Abkommen und einem beidseitigen Verständnis mit unseren arabischen Nachbarn oder auf andere Weise.
Wir errichten jetzt erst einmal einen jüdischen Staat, auch wenn er sich nicht über das ganze Land erstreckt.
Der Rest wird mit dem Lauf der Zeit kommen. Es muss kommen.
Menachem Begin, Führer der militärischen Untergrundorganisation Irgun und späterer Ministerpräsident Israels, sagte einen Tag nach Verkündung des UN Teilungsbeschlusses im November 1947 (was de facto die lang ersehnte Gründung eines jüdischen Staates bedeutete) :
Die Teilung Palästinas ist unrechtmäßig. Wir werden das nie anerkennen. [...]
Jerusalem war und wird für immer unsere Hauptstadt sein.
Das Land Israel [Eretz Israel] wird für das Volk Israel wiederhergestellt werden.
Das ganze Land.
Und auf ewig.
Der Zionismus ist letztlich eine Variante des Nationalismus und Kolonialismus des 19.Jahrhunderts, einschließlich der damit verbundenen Überheblichkeit.
Das wurde auch innerhalb der zionistischen Reihen von einigen Wenigen mit Besorgnis gesehen. So berichtete Asher Ginsberg (Ahad Ha’am) nach einer Palästina-Reise im Jahr 1891 über die jüdischen Siedler, sie würden einen schweren Fehler begehen die Araber mit Verachtung zu behandeln und als Wilde aus der Wüste und als Esel anzusehen.
Psychologisch betrachtet erleichterte das die Operationen, die um die Staatsgründung herum anstanden.
Man musste nur die Wilden und die Esel aus dem Land jagen.
Der politische und militärische “Plan D“ der Führung um Ben Gurion sah dazu folgende Vorgehensweise vor:
Zerstörung von Dörfern (in Brand setzen, Häuser sprengen, Minen in die Trümmer legen), insbesondere in jenen Bevölkerungszentren, deren kontinuierliche Kontrolle schwierig ist.
Such- und Überwachungsoperationen nach folgenden Richtlinien: Einkreisung des Dorfes und Durchsuchung.
Im Falle von Widerstand müssen die militärischen Kräfte zerstört werden und die Bevölkerung muss außerhalb der Grenzen des Staates ausgewiesen werden.
Manche Historiker wie Benny Morris, der zuletzt auch öffentlich wieder mit der Idee von Vertreibung spielte, interpretieren den Charakter von “Plan Dalet” defensiv. Eine “Säuberung” sei nicht geplant gewesen.
Aus den tatsächlichen Ereignissen am Boden und bestätigt durch zahlreiche Berichte auch auf israelischer Seite bleibt jedoch wenig anderes übrig als den Schluß zu ziehen, dass alle Beteiligten sehr wohl wußten, was die politische Führung wollte: So viel Palästinenser wie möglich zu vertreiben.
Ein geeignetes Beispiel ist die Eroberung der weitgehend arabisch bewohnten Städte Ramle und Lydda (Operation Dani).
Obwohl auf arabischer Seite nur etwa 130 Mann der arabischen Legion vor Ort waren, ordnete die Haganah einen schweren Beschuss sowie Luftangriffe an, um die etwa 60.000 Einwohner beider Städte in Angst und Schrecken zu versetzen. Die Lageberichte der israelischen Kräfte berichteten von Massenpanik und schauderhaften Zuständen. Ein Großteil der Bevölkerung flüchtete mit dem Wenigen, was sie binnen Stunden auf Kärren, Pferde oder Kleinlaster packen konnten.
General Allon fragte Ben Gurion, was man mit der verbliebenen Bevölkerung machen solle.
Ben Gurion erwiderte mit einer unwirschen Handbewegung: garesh otam. Vertreibt sie.**
– Schlesinger
Eine ausführliche Diskussion zu diesem Thema kann auf dem FREITAG verfolgt werden.
PS.: Hat Israel damit sein Existenzrecht verwirkt? Keineswegs. Es hatte aber nie das Recht sich als Herr des Landes aufzuführen. Und es weigert sich seit 1948 die Verantwortung zu übernehmen für massenhaft begangenes Unrecht. Beides sind Indizien, wie viel von den unzähligen Beteuerung zu halten ist, es wolle unbedingt Frieden. Ein Diktatfrieden war noch nie ein Frieden.
* 1937: als es in Deutschland zwar Repressalien gegen Juden gab, aber noch vor der Reichskristallnacht und lange vor dem Holocaust. Kursive Hervorhebung im Zitat durch mich
Zitat Ben Gurion aus Avi Shlaim, The Iron Wall, S. 21 übers. d. mich
Zitat Menachem Begin, dto, S. 25
** Übernommen aus: Benny Morris: Operation Dani and the Palestinian Exodus from Lydda and Ramle in 1948, in: Middle East Journal, Vol. 40, No. 1 (Winter, 1986), S. 82-109 Weiterer Auszug:
(IDF = Isr. Armee, HQ= Headquarter)
From the start, the military operations against the two towns were designed to induce civilian panic and flight-as a means of precipitating military collapse and possibly also as an end in itself. As land battles raged north of the towns, IDF bombing raids hit Lydda and Ramle. Operation Dani HQ at 11.30 hours on July 10 informed IDF General Staff/Operations in two messages that there was a “general and considerable [civilian] flight from Ramle. There is great value in continuing the bombing . . . Inform us of possibilities of aerial bombardment of Ramle now.”
The linkage in the minds of the Operation Dani commanders between the bombings and the desirability of civilian flight is clear. Later that afternoon Dani HQ radioed IDF General Staff/Operations: “Immediate aerial bombardment is needed as follows: 1. A strong bombardmen of Lydda. 2. Bombardment of Ramle ” A few minutes later, Dani HQ radioed Yiftah Brigade HQ: “Flight from the town of Ramle of women, the old and children is to be facilitated. The males [of military age] are to be detained . . . “‘ A similar message was sent from “Malka” to “Tziporen,” the codenames of two Operation Dani units: “Speedy flight from Ramle of women, the old and children is to be facilitated.”‘
The bombing and shelling of the two towns caused panic and flight (mostly from Ramle). Yiftah Brigade’s intelligence officer on July 11 reported: “The bombing from the air and [shelling by] artillery of Lydda and Ramle caused flight and panic among the civilians [and] a readiness to surrender.”
Der Antisemitismusvorwurf gegenüber Grass ist hohl. Und er verhindert Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen.
Unwesentlich ist die Frage “Wer ist Antisemit?”. Wesentlich ist die Frage “Was hindert den Frieden im Nahen Osten?”.
In der aktuellen Debatte um Grass’ Gedicht und sein mutmaßlich antisemitisches Motiv kann hilfreich sein, sich den heute ganz real existierenden Judenhass vor Augen zu führen. Das Wort ist gut gewählt. Es geht nicht um Abneigung, Vorurteile oder Naserümpfen. Es geht um Hass, der tödliche Folgen haben kann.
Das geistliche Oberhaupt der Palästinenser in Ost-Jerusalem, Mufti Muhammad Achmad Hussein, zuvor Imam der Al-Aqsa Moschee Jerusalems, hielt im Januar diesen Jahres anlässlich des 47-jährigen Bestehens der Fatah eine Ansprache.
Der Vorredner Husseins sprach zur Einleitung:
Unser Krieg mit den Abkömmlingen der Affen und Schweine [den Juden, Anm.] ist ein Krieg der Religion und des Glaubens.
Lang lebe die Fatah! [Ich begrüße Sie,] Unser ehrenwerter Scheich.
Mit mildem Lächeln und friedvollem Ton in der Stimme führte Scheich Hussein anschliessend aus, was man hinsichtlich der Radikalität allenfalls von Julius Streicher kennt:
Vor 47 Jahren hat die Revolution der Fatah begonnen. Welche Revolution? Die moderne Revolution der Geschichte des Palästinensischen Volkes.
Tatsächlich ist es so, dass Palästina als Ganzes eine Revolution ist, seit [Kalif] Omar gekommen ist [um Jerusalem im Jahr 637 zu erobern], und das setzt sich heute fort, und wird dauern bis ans Ende aller Tage.
Die glaubwürdige Hadith** aus den zwei zuverlässigen Sammlungen Bukhari und Muslim sagt:
“Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen solange Ihr nicht die Juden bekämpft. Der Jude wird sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Dann werden die Steine und Bäume ausrufen ‘Oh Muslim, Diener Allahs, hier ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.’
Mit Ausnahme des Bocksdorn-Baums [welcher schweigt].
Daher ist es kein Wunder dass man Bocksdorn-Bäume rund um die [jüdischen] Siedlungen und Kolonien sieht.***
Scheich Hussein versuchte sich später zu rechtfertigen. Man habe seine Anmerkungen aus dem Kontext gerissen.
Das könnte sein. Doch bezeichnenderweise wollte er sich mit dem Hinweis verteidigen, dass diese Ereignisse erst mit dem Ende aller Tage eintreten würden. Damit ist offenkundig, dass er sich von dem Gesagten inhaltlich gar nicht distanzieren will. Die Staatsanwaltschaft jedenfalls hat Ermittlungen aufgenommen.
Nun ist der Mufti von Jerusalem kein Offizieller der Fatah. Er hat seine seine Worte selbst zu
verantworten. Insofern geht jene Kritik deutlich zu weit, die Sätze wie die des Mufti nimmt um triumphierend auf “die gewaltbereiten Palästinenser” zu zeigen.
Dennoch bleibt festzuhalten, dass es immer wieder Araber und Perser gibt, denen es nur bedingt um eine politische Lösung mit Israel geht.
Dasselbe gilt für die israelische Seite. Es gibt nicht wenige, die kein Einvernehmen mit den Palästinensern wollen. Sie wollen sie am liebsten weg haben. Das wollte Staatsgründer Ben Gurion, das will der amtierende israelische Premierminister Netanjahu mitsamt seinem Außenminister Lieberman.
Radikalität als Ausgangspunkt
Radikalität findet man in beiden Lagern. Alles andere wäre ein Wunder.
Wie konnten die zionistischen Juden nicht radikal gewesen sein? Sie hatten ihr historisches Gepäck bei sich und durften sich ein Scheitern nicht erlauben. Sie wußten, dass sie Unrecht verursachen würden. Das lässt sich bei den Vordenkern des Zionismus wie Herzl, Jabotinsky, Lichtheim und anderen ungeschminkt nachlesen. Der Satz vom “Land ohne Volk für ein Volk ohne Land” war späte Propaganda. Die Zionisten selbst wußten es besser.
Hinsichtlich Radikalität gilt für die Araber dasselbe. Wie hätten sie untätig bleiben können und zusehen wie das Land, das sie seit Jahrhunderten als das ihre betrachten, in fremde Hände übergeht?
Diese Ausgangslage musste zwangsläufig zum Zusammenstoß führen.
Die bis heute zentrale Frage ist nur ob man willens ist, das Unrecht von früher der Vergangenheit zu überantworten und für das Heute einen realen Kompromiss zu finden.
Hier kann man an Grass anknüpfen.
Der bezeichnet Israels Premier Netanjahu als Gefahr für den Frieden. Und tut das zurecht, als er auf den fortschreitenden Siedlungsbau verweist.****
Vielleicht mit Ausnahme von Yitzhak Rabin strebten alle israelischen Ministerpräsidenten mehr oder weniger offen nach dem “ganzen Israel“, also einschließlich des biblischen Judäa und Samaria (= arabische Westbank).
Im kolonialen, nationalen 19. Jahrhundert, der Anfangszeit des Zionismus, mochte das Pochen auf ein größeres Herrschaftsgebiet salonfähig gewesen sei. Heute gilt das nicht mehr. Alle Welt sieht das, aber Israel kann seinen Kurs dank amerikanischer Unterstützung fortsetzen. Und wundert sich über die Ablehnung und nennt ihn Antisemitismus.
Aber was ist nun mit dem Mufti? Sind dessen Hetzreden und die Reden all derer, die ihm ähneln nicht bedeutsam? Sollen sie keinen Einfluß haben auf israelische Sicherheitspolitik? Ist nicht allzu verständlich, dass man mit Radikalen gar nicht verhandeln will? Dass Gespräche mit der Hamas nach Auffassung von Netanjahu tabu sein müssen?
Nein. Das Gegenteil trifft zu.
Rabin wußte es besser
Die Lösung hat Yitzhak Rabin Anfang der 90erJahre formuliert.
Während des beginnenden Oslo-Prozesses haben jüdische Radikale wie etwa Baruch Goldstein oder palästinensische Radikale des Islamischen Jihad und der Hamas versucht, die Annäherung mit Attentaten zu vereiteln.
Rabin wollte sich nicht beirren lassen:
Man muss so hart gegen die Terroristen vorgehen, als gäbe es keine Verhandlungen und man muss die Verhandlungen so weiter führen, als gäbe es keine Terroristen.
Diese kluge Einsicht wird seit langem ignoriert.
Radikale wird es auf beiden Seiten geben, bis zum Ende aller Tage. Wer seine Politik davon bestimmen läßt macht sich zur Geisel der Fundamentalisten. Im Fall Netanjahus dürfte zutreffen, dass er sich gar nicht als Geisel sieht. Ihm kommen die Radikalen entgegen. Solange man der Welt zeigen kann, welche niedere Gesinnung der Gegner hat, kann das edle Projekt “ganz Israel” mit gutem Gewissen vorangetrieben werden.
Die nimmermüden israelischen Verweise auf Angriffe der Palästinenser haben einen weiteren Schönheitsfehler: Die Araber haben so gut wie nichts mehr, über das sie verhandeln könnten. Israel besetzt das Land, verwaltet das Wasser, erhebt die Zölle, kontrolliert die Grenzen.
Israel will einen Diktatfrieden zu seinen Bedingungen und wähnt sich so stark, davon nicht abweichen zu müssen.
Das gefährdet den Frieden. Deshalb hat Grass in dieser Hinsicht recht.
Mit Antisemitismus hat das nicht das Geringste zu tun.
Man kann es auch anders sagen: Selbst wenn Grass Antisemit wäre, wäre seine Kritik wenigstens in Teilen zutreffend.
Ginge es um eine innenpolitische Frage in Deutschland, um Neonazis etwa, die jüdische Gräber schänden, dann wäre die Debatte um Antisemitismus relevant.
In der Debatte um Krieg oder Frieden im Nahen Osten ist sie weitgehend irrelevant.
– Schlesinger
Photo: United States Air Force (Wikimedia PD Lizenz)
PS.: Und was ist mit dem iranischen Präsidenten und seinen fortgesetzten Drohungen? Hierzu hat der israelische Schriftsteller David Grossman einen erhellenden Beitrag verfasst.
* Vorredner: “Our war with the descendants of the apes and pigs (i.e., Jews)
is a war of religion and faith. Long Live Fatah! [I invite you,] our honorable Sheikh.”
** Hadith, hier: Mündlich überlieferte Anweisung, Belehrung oder Darstellung Mohammeds.
*** 47 years ago the [Fatah] revolution started. Which revolution? The modern revolution of the Palestinian people’s history. In fact, Palestine in its entirety is a revolution, since [Caliph] Umar came [to conquer Jerusalem, 637 CE], and continuing today, and until the End of Days. The reliable Hadith (tradition attributed to Muhammad), [found] in the two reliable collections, Bukhari and Muslim, says:
“The Hour [of Resurrection] will not come until you fight the Jews.
The Jew will hide behind stones or trees.
Then the stones or trees will call:
‘Oh Muslim, servant of Allah, there is a Jew behind me, come and kill him.’
Except the Gharqad tree [which will keep silent].”
Therefore it is no wonder that you see Gharqad [trees]
surrounding the [Israeli] settlements and colonies..”
**** Nicht im Gedicht “Was gesagt werden muss”, sondern im nachträglichen Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
Wie können sich die genannten Herren so sicher sein, dass Grass ein Altnazi ist, wie alle drei nahelegen mit dem Motto: “Einmal SS-Mann, immer SS-Mann“.
Definition Antisemitismus
Antisemitismus ist die Sammelbezeichnung für alle Einstellungen und Verhaltensweisen, die den als Juden geltenden Einzelpersonen oder Gruppen aufgrund dieser Zugehörigkeit negative Eigenschaften unterstellen, um damit eine Abwertung, Benachteiligung, Verfolgung oder Vernichtung ideologisch zu rechtfertigen.
Vereinfachter könnte man auch sagen: Antisemitismus ist Feindschaft gegen Juden als Juden.
On the Jews and Their Lies (old german: Von den Jüden und Iren Lügen, today german: Von den Juden und ihren Lügen) by Martin Luther, 1543. Deutsch: Deckel des Werkes Von den Jüden und Iren Lügen (Von den Juden und ihren Lügen) von Martin Luther, 1543 (Photo credit: Wikipedia)
Formen von Antisemitismus
Religiöser Antisemitismus
Er besteht in der pauschalisierenden Ablehnung und Diffamierung der jüdischen Religion mit den damit verbundenen Glaubenssätzen, Zeremonien, Rituale. Träger dieser Diffamierung war vor allem die christliche Kirche (Juden als Mörder Jesus). Diese Form von A. ging in früheren Zeiten oft einher mit Unterstellungen wie Mord an christlichen Kindern o.ä.
Sozialer und politischer Antisemitismus
Beide Formen sind eng miteinander verwandt.
Der soziale A. kommt dadurch zum Ausdruck, dass der vermutete oder tatsächliche soziale Status von Juden in der Gesellschaft als Motiv wirkt, um ihnen ablehnend gegenüber zu stehen.
Der politische A. sieht die Juden als mehr oder weniger einheitliche Gruppe, die sich zu gemeinsamem Handeln zusammenschliesen um ihre gesellschaftliche und politische Macht auszudehnen. Das Ziel ist dieser Anschauung zufolge die Erlangung der Herrschaft im jeweiligen Land oder in der ganzen Welt. Oft werden verschwörerische Aktivitäten vermutet. Demzufolge stehen jüdische Kräfte hinter politischen Umbrüchen wie Kriege, Revolutionen oder Wirtschaftskrisen.
Rassistischer Antisemitismus
Die aus dem Biologismus des 19. Jahrhunderts entsprungene Form sieht die mutmaßlich negativen Eigenschaften von Juden in ihrer Natur begründet. Insofern ist der rassische A. die wohl schärfste Form: Sind negative Eigenschaften in der Natur des Trägers verankert, kann dies nicht verändert werden.
Sekundärer Antisemitismus
Diese Variante existiert nur in Deutschland. Ihr zufolge dient die fortgesetzte öffentliche Beschäftigung mit dem Holocaust nur dazu, Wiedergutmachungszahlungen oder sonstige Leistungen an Israel zu erzielen, Deutschland kleinlaut zu halten oder Israel einen Freibrief für ihre Politik im Nahen Osten auszustellen. Die Erinnerung an den Holocaust wird als “Moral-Keule” empfunden.
Antizionistischer Antisemitismus
Es ist die historisch jüngste Ausprägung. Die Vorbehalte richten sich gegen die Gründung des Staates Israel (1948) und den Fortbestand des Landes. Dabei geht es nicht um Kritik an Israels Politik, sondern um die Verdammung eines jüdischen Staates selbst. Dessen Aktionen werden dämonisiert.
Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, meint dazu:
Sachliche Kritik an der Politik der israelischen Regierung ist kein Antisemitismus.
Nur: Was ist sachliche Kritik? Ob Kritik sachlich ist, sieht der Kritisierte naturgemäß anders als der Kritiker. Gerade bei Kritik an der Tagespolitik ist besonders schwer zu erkennen, was genau dahinter steckt. Hier können sich Argumente mit Ressentiments vermischen, wohlmeinendes Unwissen und böswillige Auslegung zu einer Gemengelage werden, in der irgendwo der Antisemitismus anfängt.
Kramer sagt: “Der offene Antisemitismus ist mir fast der liebste. Gegen den kann man sich wenigstens wehren.”
—
Welche der hier genannten Formen könnten bei Günter Grass und dessen israel-kritischem Gedicht zutreffen?
Meines Erachtens nur einer: Der sekundäre Antisemitismus. Darauf deutet hin, dass Grass meint sein Gedicht konnte nur gegen Widerstand formuliert werden. Man sei hierzulande nicht frei zu sagen was man zu sagen habe. Man würde dafür gemaßregelt, sobald man Kritik an Israel äußere. Daher müsse man sich wider besserer Einsicht zurückhalten.
Antisemitische Haltung oder Einbildung?
Hier muß man einräumen, dass eine Zurückhaltung immer auch eine subjektive Komponente hat. Hält man sich mit einer Stellungnahme oder einer Kritik zurück, weil man Kräfte am Werk sieht, die einen dafür abstrafen, oder weil es diese Kräfte objektiv gibt?
Eine zweite subjektive Komponente liegt in der Sichtweise dessen, der jemanden als antisemitisch einstuft. Sieht er die Handlungen als antisemitisch, weil er er einen Antisemiten vor sich hat oder sieht er ihn so, weil die eigene Vita, die eigene Prägung mit sich bringt, allzu schnell und bei allzu vielen Anlässen Antisemitismus am Werk zu sehen?
Insofern wird es nie eine objektive Antwort auf die Frage geben, ob Günter Grass Antisemit ist.
Dieter Graumanns Kriterienkatalog jedenfalls scheint allzu simplizistisch zu sein. Man sehe bereits an der Bezeichnung des Gedichts, wes Geistes Kind Grass sei. Graumann:
Schon alleine der Titel und der Anfang. „Was gesagt werden muss“. Es ist die Formel, mit der gewohnheitsmäßig Antisemiten von jeher ihre judenfeindlichen Stammtischreden zu beginnen pflegen.
Die Formel “Das muss man ja wohl noch sagen dürfen” ist weit verbreitet und kommt immer zur Verwendung, wenn sich der Sprecher insgeheim gegängelt fühlt, ob zu Recht oder zu Unrecht. Das kann in der Firma der Fall sein, in Sachen Papst & Kirche oder wo auch immer. Es als Indikator für Antisemitismus zu nehmen ist doch allzu platt.
Richtig ist: Das Gedicht Grass’ hat mehrere Mängel, ist überspitzt und wenigstens in dem Teil, in dem die “Vernichtung des iranischen Volkes” durch Israel in den Raum gestellt wird, ziemlich dumm.
In einem nachträglichen Interview mit der Süddeutschen betont er glaubwürdig, dass er nicht Israel kritisiert, sondern Israels Regierung und namentlich Premierminister Netanjahu.
Ist Grass Antisemit? Ich meine nein. Wobei selbstredend einzuräumen ist: Niemand kann in Grass’ Herz sehen und dessen wahre Motive sehen.
Das plausibelste Motiv scheint die schiere Egozentrik Grass zu sein.
Wer schlimmere Motive sehen muss, muss das wohl so.
– Schlesinger
Quellen und Zitat:
Die oben genannten Definition sind eng angelehnt an Ausführungen in: Bundeszentrale für politische Bildung (Schrift Antisemitismus in Europa)
When I was in high school, everyday I was coming home and telling my mom that I wanted to go to the airport, to make aliyah. I was making friends only with those who spoke Hebrew. But frankly, I feel very disenfranchised by the Israeli government and Israeli public voting for such a government. I think I would feel pretty uncomfortable to live with a group that holds such views. (Aarin Weinberg, Brandeis University)
Kommentare