Archive for the ‘Menschenrechte’ Category

Zur Arroganz der Macht: Dick Cheney heute

Friday, February 26th, 2010

“Wenn es der Präsident tut bedeutet das, dass es nicht illegal ist” *

Dieser berühmt-berüchtigte Satz aus dem Mund des ehemaligen US Präsidenten Richard Nixon kann als Exempel für die Arroganz der Macht auch in demokratischen Systemen gelten:

Noch lange Zeit nach der Watergate-Affäre war Nixon gerissen genug, sich nicht der Illegalität überführen zu lassen und sich den Schein zu geben, er habe stets im Rahmen des Zulässigen gehandelt. Erst im spektakulären Interview mit David Frost entfuhr ihm dieser Satz, der seine bisherige Maskerade zunichte machte und aller Welt die Arroganz vor Augen führte, mit der Nixon sein Amt betrieben hatte: Er wähnte sich über dem Gesetz.

Recht kann von Kriminellen auf der Straße gebeugt und gebrochen werden und Recht kann von höchsten politischen Amtsinhabern gebeugt und gebrochen werden. Liegen die Taten offen zutage, stellt sich für beide Gruppen die Frage wie gut ihre Verteidiger sind.

Einen Schritt weiter als Nixon ging der Vizepräsident von George W. Bush und damalige de-facto Präsident Dick Cheney. Cheney kann, zusammen mit Donald Rumsfeld, als Architekt des “war on terror” angesehen werden. Cheney wies die Rechtsberater des Präsidialamtes an Gutachten zu erstellen, die dem Weissen Haus im sogenannten Kampf gegen den Terror juristisch den Rücken frei halten sollten.

Die “furchtbaren Juristen” (Hochhuth) der Folterknechte Bush und Cheney haben ganze Arbeit geleistet. Allen voran ist John Yoo zu nennen. Yoo arbeitete damals im Rechtsbüro des Präsidenten (OLC -- Office of Legal Counsel). Er ist der Verfasser der sogenannten Folter-Memos, mit denen die “verschärften Verhörmethoden” als legal eingestuft wurden.

Einer der Kernsätze aus den Folter-Memos lautete: “Congress can no more interfere with the President’s conduct of the interrogation of enemy combatants”. Der Kongress habe demnach keine (Rechts-) Möglichkeiten, sich bei der Handhabung von Verhören, wie sie vom Präsidenten als Oberbefehlshaber vorgegeben wird, einzumischen. Yoo lehrt heute an der renommierten University of Berkeley.

Ich habe Waterboarding immer unterstützt

Bislang hält die Verteidigung. Sie hält so gut, dass Dick Cheney sich aktuell damit brüsten kann, Waterboarding schon immer nachdrücklich unterstützt zu haben:

I was a big supporter of waterboarding.

I was a big supporter of the enhanced interrogation techniques…

Dabei kann er auf zweierlei vertrauen.

Zum einen auf die Unanfechtbarkeit der juristischen Interpretationen. Denn tatsächlich haben die Hausjuristen um John Yoo gewisse Lücken der Verfassung hinsichtlich der Befugnisse des commander-in-chief, also des Oberbefehlshabers in Kriegszeiten, äußerst geschickt ausgenutzt.

Zum anderen auf die Menge der Unterstützer sowohl im Kongress wie auch in der Bevölkerung. Wer einen Prozess dieser Größenordnung anstrebt, muss sich darüber im Klaren sein, einen politischen Kampf allerersten Ranges ausfechten zu wollen. Präsident Obama weiß angesichts der Vielzahl offener Probleme und einer in vielen Streitfragen viel wankelmütigeren demokratischen Basis, als man angesichts der Mehrheitsverhältnisse urspünglich annehmen mochte, dass er diesen Kampf unmöglich aufnehmen kann. Es wäre das Ende seiner Präsidentschaft.

Keine Anklage gegen Yoo und Bybee

Daher wurde nun durch das US Justizministerium entschieden, keine Anklage gegen die Protagonisten der Terror-Memos John Yoo und dessen damaligen Vorgesetzten Jay S. Bybee -- der heute selbst Richter an einem Berufungsgericht ist -- zu erheben.

Daher schätzt Cheney seine Position korrekt ein und genießt sichtlich, den früheren und heutigen Gegnern unverstellt zeigen zu können, wie gerne sie ihn haben können.

Spätrömischer Hochmut könnte man sagen, aber einer, bei dem der Fall nicht kommen wird. Man darf annehmen, dass sich Dick Cheney durchaus wie ein Gott vorkommt. Ein wesentliches Attribut des Gottes: Von menschlicher Seite nicht anfechtbar.

-- MK

Photos:
Wikipedia CC Lizenz
change.org

* “When the president does it, that means that it is not illegal”

Frost/Nixon
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http://www.law.berkeley.edu/faculty/yooj/Office of Legal Couinsel)
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Zu deutsch-israelischen Regierungskonsultationen

Tuesday, January 26th, 2010

Ich denke, dass es außerordentlich wichtig ist, dass wir, ausgehend von der historischen Verantwortung, die Deutschland für die Existenz und für die Zukunft Israels hat, immer wieder darum ringen, nicht nur in den außen- und sicherheitspolitischen Fragen eng zusammenzuarbeiten, sondern auch unsere bilateralen Beziehungen in der gesamten Breite zu entwickeln.

Das sage nicht ich. Das waren die Worte von Angela Merkel zum zweiten Treffen des deutschen und israelischen Kabinetts am 18.01.2010 in Berlin.

Gibt es dagegen etwas einzuwenden?

Ja. Die Bedeutung der Formulierung “ausgehend von der historischen Verantwortung”, die Deutschland “für die Existenz und für die Zukunft Israels” habe, die sie jenseits des objektiven Wortsinns hat.

Die Redewendung von der “historischen Verantwortung” ist längst eine deutsche Standardformel. Dennoch stellt sich die Frage, was genau man darunter zu verstehen hat und – wichtiger – was genau Deutschland in Umsetzung dieses Motivs als aktive Politik betreibt.

Die Verantwortung Deutschlands resultiert aus der Schuld des deutschen, nationalsozialistischen Völkermord-Versuchs. Der Holocaust wird für unabsehbar lange Zeit ein Schandfleck unserer Vergangenheit bleiben.

Was aber genau resultiert jenseits von subjektiven Schuldgefühlen aus einer solchen Schuld? Zur Schuldfrage im allgemeinen hat Karl Jaspers 1946 einen vielbeachteten Beitrag geliefert. Darin unterschied er zwischen vier Schuldarten:

  • kriminelle Schuld (individuell widerrechtliches Verhalten)
  • politische (staatliche)
  • moralische (Wenn ich nicht alles unternehme, um etwas Schuldhaftes zu verhindern, bin ich moralisch mitschuldig)
  • metaphysische (Mitschuld am allgemeinen Unrecht in der Welt durch den Sündencharakter des Menschen)

Die für diese Schuldkategorien zuständigen Instanzen sind:

  • Gerichte
  • staatliche Gewalt (hier: Siegermächte mit z.B. dem Nürnberger Tribunal oder – aus halb freiwilliger Eigeninitiative von Deutschland aufgenommenen Wiedergutmachungsverhandlungen)
  • Gewissen (des Individuums)
  • Gott

Da es sich beim Massenmord an den jüdischen Bürgern allem voran um einen staatlich geplanten und durchgeführten kriminellen Akt handelte, greift vor allem die Kategorie der politisch-staatlichen Schuld. Sodann folgt die kriminelle Schuld der am Genozid direkt oder indirekt beteiligten Täter, schließlich die die moralische Schuld der “Mitläufer / Mitwisser”.

Die oben genannten Instanzen haben in den Jahrzehnten nach 1945 insgesamt mehr schlecht als recht funktioniert. Zwar kam es in Nürnberg zu einer gewissen Anzahl an Verurteilungen gegenüber Vertretern der NS Staatsmacht, zwar kam es in den Auschwitz-Prozessen zu wenigen Aburteilungen von kriminellen Individuen, zwar gab es individuelle Anklagen wie heute aktuell gegen John Demjanjuk.

Auch kamen die teilweise erbittert ausgehandelten und mit härtesten Bandagen ausgefochtenen Wiedergutmachungsverhandlungen* zwischen Deutschland und Israel  zu einem Ergebnis, das zumindest der Form halber seitens der betroffenen staatlichen Akteure Israel, Deutschland und den USA akzeptiert wurde. Dass die moralische Schuld nicht angemessen aufgearbeit worden sei, war der große Vorwurf der 68er gegenüber der Elterngeneration. Was schließlich die metaphysische Schuld anbelangt, so tat vor allem die katholische Kirche mehr dafür sich und ihre Gläubigen in Schutz zu nehmen, als sich und die Gläubigen dazu zu bringen, sich den Ungeheuerlichkeiten der Nazi-Jahre zu stellen.

Begleichung von Schuld richtet sich nach Art und Umfang der Schuld. Solange sie sich im rechtlichen Rahmen bewegt (in Abgrenzung zu “der Sieger nimmt sich alles”) ist die Schuldbegleichung stets konkret. Auf der staatlichen Ebene, die hier alleine interessiert, können das vor allem völkerrechtliche Strafmaßnahmen wie Reparationszahlungen sein, Erbringung von Leistungen oder auch oktroyierte Entscheidungen, die die staatliche Integrität betreffen (Abtrennung von Gebieten).

Eins ist Schuldbegleichung auf staatlicher Ebene nie: Unspezifisch, beliebig, oder vom inhaltlichen oder zeitlichen Umfang her unbegrenzt (in Abgrenzung von individuellen Entscheidungen, wie mit Schuld umzugehen sei).

Das oben angeführte Zitat von Frau Merkel ist dem objektiven Wortsinne nach vertretbar. Doch die Praxis sieht anders aus. Es geht in der deutschen Politik gegenüber Israel eben nicht um die Umsetzung der Lehre von Auschwitz, die da allem voran heißt “es darf nie wieder geschehen”, und in Ableitung daraus “die Menschenrechte haben immer und überall gleich viel zu gelten”. Es geht statt dessen um die Umsetzung eines diffusen Schuldgefühls. Die schuldhafte Vergangenheit ließ erst Bonn, läßt jetzt Berlin wegsehen vor dem längst “anderen Israel”.

Was daher abzulehnen ist, ist der Gebrauch des Holocaust für tagespolitische Zwecke seitens Israel. Kein offizieller Vertreter deutscher Politik kommt in Israel umhin, die Gedenkstätte Yad Vashem zu besuchen. Als Privatperson lege ich jedem und jeder Deutschen nahe, nach Yad Vashem zu gehen. Es bleibt aber ein ungutes Gefühl, wenn man zu so einer Visite genötigt wird. Unbeeindruckt bleibt dort keiner, auch kein ansonsten dickfelliger Berufspolitiker.

Doch was bedeutet das für nachfolgende politische Gespräche? Dass sie auf deutscher Seite zwangsläufig unter einem gehörigen psychologischen Druck geführt werden. Dass dabei wohl Entscheidungen oder Zugeständnisse getroffen werden, die unter anderen Umständen nicht getroffen würden. Das mag noch hinnehmbar sein in Bezug auf wirtschaftliche oder kulturelle Vereinbarungen.

Spätestens bei sicherheitspolitischen Themen, die sich auf den gesamten Nahen Osten und darüber hinaus auswirken, ist das nicht mehr akzeptabel. Die Schuld der Vergangenheit kann nicht und darf nicht gesühnt werden durch willfähriges deutsches Wegsehen angesichts einer fortgesetzten israelischen Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung, die sich zuletzt zu einem desaströsen Rachefeldzug namens “Gegossenes Blei” gegen Gaza steigerte.

Die Lebenden dürfen nicht unter den Toten leiden. Palästinenser dürfen nicht büssen für die deutschen Verbrechen an Juden. Sieht aber Berlin immer wieder weg von der teils filigran, teils grob organisierten, doch fast fast immer brutal umgesetzten Besatzungspolitik Israels in Samaria und Judäa (das palästinensische Westjordanland) und Ostjerusalem, wird eine der schrecklichen Lehren aus der Nazizeit mißachtet:

Schützt die Schwachen, denn die Starken helfen sich selbst.

Inzwischen gibt es in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden in Europa. Offenbar wurde zwischen Jerusalem und Berlin vereinbart, zum Auftakt der jüngsten gemeinsamen Kabinettsrunde dieses Denkmal aufzusuchen. Kanzlerin Merkel sagte:

“Wir haben heute das Denkmal für die ermordeten Juden in der Mitte Berlins gemeinsam besucht. Wenn man sich anschaut, was noch vor 65 Jahren die Realität war und welche Schrecknisse der Holocaust entfaltet hat, so ist es ein Glück, darf ich für meine Generation sagen, dass wir heute mit einer israelischen Regierung so eng kooperieren können.”

Auch diesem Satz kann – nimmt man ihn wörtlich – kaum widersprochen werden. Und doch fällt er ins selbe Schema. Berlin – oder Frau Merkel – soll erst einmal darauf “eingestellt” werden, um was es im Verhältnis mit Israel geht.

Das ist der heikle Punkt.

Das Verhältnis Deutschland – Israel soll nach dem Willen Jerusalems nicht vorrangig auf dem Heute basieren, sondern auf Auschwitz.

Darum wären deutsch-israelische Konsultationen zu begrüssen – würden sie denn auf derselben Augenhöhe stattfinden. Aber ebenso, wie zuletzt der türkische Botschafter in Israel einbestellt und in gleichermaßen arrogant wie kindischer Weise gegenüber den normal sitzenden israelischen Vertretern auf ein extrem niedriges Sofa gesetzt wurde, soll deutsche Politik in Sachen Israel beständig von einem niedrigen Sofa aus stattfinden.

Heute und morgen ist Israels Staatspräsident Shimon Peres zu Gast in Berlin. Die Webseite der Kanzlerin informiert dazu wie folgt:

“Empfang des israelischen Präsidenten

Dienstag, 26. Januar 2010

Mittags empfängt die Kanzlerin den israelischen Präsidenten Shimon Peres im Bundeskanzleramt. Voraussichtliche Themen: Nahost-Friedensprozess und bilaterale Beziehungen.

Anschließend sind Holocaustüberlebende, darunter der Präsident und der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Noach Flug und Christoph Heubner, im Kanzleramt.”

– MK

(Photomontage: T.A.B.)

* Dieser äußerst heikle Aspekt ist kaum irgendwo nachzulesen, man muss in die Archive bzw. in die editierten Quellenbände.

Wenn ich nicht tue, was ich kann, um es zu verhindern, so bin ich mitschuldig
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Obama in der Kritik: Guantanamo

Friday, May 22nd, 2009

Zuerst wollte Obama die Bilder zu den Gräueltaten in Abu Ghraib und Guantanamo veröffentlichen lassen, dann machte er einen Rückzug.

Die Militärtribunale will er entgegen ursprünglicher Absicht fürs erste weiter bestehen lassen, jedoch unter strikter rechtsstaatlicher Kontrolle.

In einer aktuellen Rede zur nationalen Sicherheit versuchte Obama seine Positionen zu rechtfertigen.

Aufgrund seines Versuchs, einen Spagat zwischen der Rechten und den Liberalen zu finden, gerät er naturgemäß von beiden Seiten in die Kritik, wird aber auch in Schutz genommen.

Hier ein Auszug aus großen US Blogs:

Glenn Greenwald, Salon.com, sieht eine Diskrepanz zwischen der Rhetorik des Präsidenten und seiner Praxis:

Obama’s speech this morning, like most Obama speeches, made pretty points in rhetorically effective ways about the Constitution, our values, transparency, oversight, the state secrets privilege, and the rule of law. But his actions, in many critical cases, have repeatedly run afoul of those words.

Bill Kristol schlägt sich im Weekly Standard ganz auf die Seite von Dick Cheney:

Obama’s is the speech of a young senator who was once a part-time law professor – platitudinous and preachy, vague and pseudo-thoughtful in an abstract kind of way… he’s more comfortable as a debater, not as someone who takes responsibility for decisions.

Andrew Sullivan (Atlantic Monthly)hat indessen großes Vertrauen in seinen Präsidenten:

This speech, to my mind, was a conservative one by a conservative president who seeks first and foremost to use existing institutions to address the new challenges of the moment, and then seeks pragmatic compromises, always open to future checks and balances, in those places where such institutions clearly need reform and adjustment.

Jay Nordlinger, National Review, wähnt Obama nun in der Lage, die harten Fakten sehen zu müssen:

Obama found himself in a real jam about Guantanamo. He and the rest of the Left had made a bogey of it… Well, Obama wins the election, and he finds that Guantanamo does the job… But he is stuck with his original language and assertions. What to do? You can’t admit error; you can’t cut the Bush administration any slack. So you cover Guantanamo with a fog of words… I think that is what Obama has done in this speech.

Jason Zengerle vom New Republic meint, Obama sei in der Lage gewesen, eine für beide politischen Läger befriedigende Antwort gefunden zu haben:

It’s not an argument that can be boiled down to a bumper-sticker slogan, but it’s not so complicated, either, and I think it’s an effective rejoinder to his critics. He’s basically saying, Look, we’ve got to do something so if you don’t like my idea, come up with a better one. But we can’t keep doing the same thing. It effectively puts the ball back in his critics’ court.

Ich hätte mir von Obama gewünscht, ein gerichtliches Verfahren gegen die Urheber und Haupttäter der Folterverbrechen zu eröffnen, der nicht nur die unteren Chargen, sondern vor allem die Drahtzieher Rumsfeld und Cheney zur Verantwortung zieht. Das tue ich als Privatmann noch immer. Als Politologe sehe ich es anders.

Ein Gerichtsverfahren gegen einen derart großen Personenkreis von Militär über Geheimdienst bis hin zu Angehörigen der Regierung Bush / Cheney würde groß, um nicht zu sagen monströs.

Vor Obama gibt es wohl keinen Präsidenten seit 1945, der eine ähnliche Last von seinem Vorgänger übernehmen musste. Das Reservoir an Mitteln und Kräften ist auch bei Obama nicht unbegrenzt.

Der neue Präsident befindet sich inmitten einer öffentlich ausgetragenen heiklen Auseinandersetzung mit Dick Cheney zum Thema nationale Sicherheit.

Obama hat nach der “popular vote” keinen Erdrutschsieg, sondern einen bescheidenen Sieg davongetragen.

Er ist angetreten, das Land zu einen. In Guantanamo wird nicht mehr gefoltert, die rendition camps sind verboten. Derzeit geht Obama ein beachtliches Risiko ein, indem er Guantanamo-Häftlinge ins Land lassen will.

Gewiß könnte Obama versuchen, seine Positionen gegen alle erdenklichen Widerstände durchzusetzen. Das würde sein vorzeitiges Ende bedeuten. Was dann käme, sei dahingestellt.

Daher plädiere ich dafür, sich in den Wertungen zu Obama fürs erste nicht nur an das Wünschenswerte zu halten, sondern auch an das Machbare.

Oder in den Worten Präsident Roosevelts an seinen scharfen Kritiker Upton Sinclair: “Lassen Sie mich doch zwischendurch mal regieren!”

– MK

Eine weitere Presseschau zu diesem Thema finden Sie auf dem Blog Alltag und Philosophie.

Grafik: Jordin Isip, New York / USA,

mit freudlicher Genehmigung durch den Künstler / by courtesy of
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