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Zu deutsch-israelischen Regierungskonsultationen

Tuesday, January 26th, 2010

Ich denke, dass es außerordentlich wichtig ist, dass wir, ausgehend von der historischen Verantwortung, die Deutschland für die Existenz und für die Zukunft Israels hat, immer wieder darum ringen, nicht nur in den außen- und sicherheitspolitischen Fragen eng zusammenzuarbeiten, sondern auch unsere bilateralen Beziehungen in der gesamten Breite zu entwickeln.

Das sage nicht ich. Das waren die Worte von Angela Merkel zum zweiten Treffen des deutschen und israelischen Kabinetts am 18.01.2010 in Berlin.

Gibt es dagegen etwas einzuwenden?

Ja. Die Bedeutung der Formulierung “ausgehend von der historischen Verantwortung”, die Deutschland “für die Existenz und für die Zukunft Israels” habe, die sie jenseits des objektiven Wortsinns hat.

Die Redewendung von der “historischen Verantwortung” ist längst eine deutsche Standardformel. Dennoch stellt sich die Frage, was genau man darunter zu verstehen hat und – wichtiger – was genau Deutschland in Umsetzung dieses Motivs als aktive Politik betreibt.

Die Verantwortung Deutschlands resultiert aus der Schuld des deutschen, nationalsozialistischen Völkermord-Versuchs. Der Holocaust wird für unabsehbar lange Zeit ein Schandfleck unserer Vergangenheit bleiben.

Was aber genau resultiert jenseits von subjektiven Schuldgefühlen aus einer solchen Schuld? Zur Schuldfrage im allgemeinen hat Karl Jaspers 1946 einen vielbeachteten Beitrag geliefert. Darin unterschied er zwischen vier Schuldarten:

  • kriminelle Schuld (individuell widerrechtliches Verhalten)
  • politische (staatliche)
  • moralische (Wenn ich nicht alles unternehme, um etwas Schuldhaftes zu verhindern, bin ich moralisch mitschuldig)
  • metaphysische (Mitschuld am allgemeinen Unrecht in der Welt durch den Sündencharakter des Menschen)

Die für diese Schuldkategorien zuständigen Instanzen sind:

  • Gerichte
  • staatliche Gewalt (hier: Siegermächte mit z.B. dem Nürnberger Tribunal oder – aus halb freiwilliger Eigeninitiative von Deutschland aufgenommenen Wiedergutmachungsverhandlungen)
  • Gewissen (des Individuums)
  • Gott

Da es sich beim Massenmord an den jüdischen Bürgern allem voran um einen staatlich geplanten und durchgeführten kriminellen Akt handelte, greift vor allem die Kategorie der politisch-staatlichen Schuld. Sodann folgt die kriminelle Schuld der am Genozid direkt oder indirekt beteiligten Täter, schließlich die die moralische Schuld der “Mitläufer / Mitwisser”.

Die oben genannten Instanzen haben in den Jahrzehnten nach 1945 insgesamt mehr schlecht als recht funktioniert. Zwar kam es in Nürnberg zu einer gewissen Anzahl an Verurteilungen gegenüber Vertretern der NS Staatsmacht, zwar kam es in den Auschwitz-Prozessen zu wenigen Aburteilungen von kriminellen Individuen, zwar gab es individuelle Anklagen wie heute aktuell gegen John Demjanjuk.

Auch kamen die teilweise erbittert ausgehandelten und mit härtesten Bandagen ausgefochtenen Wiedergutmachungsverhandlungen* zwischen Deutschland und Israel  zu einem Ergebnis, das zumindest der Form halber seitens der betroffenen staatlichen Akteure Israel, Deutschland und den USA akzeptiert wurde. Dass die moralische Schuld nicht angemessen aufgearbeit worden sei, war der große Vorwurf der 68er gegenüber der Elterngeneration. Was schließlich die metaphysische Schuld anbelangt, so tat vor allem die katholische Kirche mehr dafür sich und ihre Gläubigen in Schutz zu nehmen, als sich und die Gläubigen dazu zu bringen, sich den Ungeheuerlichkeiten der Nazi-Jahre zu stellen.

Begleichung von Schuld richtet sich nach Art und Umfang der Schuld. Solange sie sich im rechtlichen Rahmen bewegt (in Abgrenzung zu “der Sieger nimmt sich alles”) ist die Schuldbegleichung stets konkret. Auf der staatlichen Ebene, die hier alleine interessiert, können das vor allem völkerrechtliche Strafmaßnahmen wie Reparationszahlungen sein, Erbringung von Leistungen oder auch oktroyierte Entscheidungen, die die staatliche Integrität betreffen (Abtrennung von Gebieten).

Eins ist Schuldbegleichung auf staatlicher Ebene nie: Unspezifisch, beliebig, oder vom inhaltlichen oder zeitlichen Umfang her unbegrenzt (in Abgrenzung von individuellen Entscheidungen, wie mit Schuld umzugehen sei).

Das oben angeführte Zitat von Frau Merkel ist dem objektiven Wortsinne nach vertretbar. Doch die Praxis sieht anders aus. Es geht in der deutschen Politik gegenüber Israel eben nicht um die Umsetzung der Lehre von Auschwitz, die da allem voran heißt “es darf nie wieder geschehen”, und in Ableitung daraus “die Menschenrechte haben immer und überall gleich viel zu gelten”. Es geht statt dessen um die Umsetzung eines diffusen Schuldgefühls. Die schuldhafte Vergangenheit ließ erst Bonn, läßt jetzt Berlin wegsehen vor dem längst “anderen Israel”.

Was daher abzulehnen ist, ist der Gebrauch des Holocaust für tagespolitische Zwecke seitens Israel. Kein offizieller Vertreter deutscher Politik kommt in Israel umhin, die Gedenkstätte Yad Vashem zu besuchen. Als Privatperson lege ich jedem und jeder Deutschen nahe, nach Yad Vashem zu gehen. Es bleibt aber ein ungutes Gefühl, wenn man zu so einer Visite genötigt wird. Unbeeindruckt bleibt dort keiner, auch kein ansonsten dickfelliger Berufspolitiker.

Doch was bedeutet das für nachfolgende politische Gespräche? Dass sie auf deutscher Seite zwangsläufig unter einem gehörigen psychologischen Druck geführt werden. Dass dabei wohl Entscheidungen oder Zugeständnisse getroffen werden, die unter anderen Umständen nicht getroffen würden. Das mag noch hinnehmbar sein in Bezug auf wirtschaftliche oder kulturelle Vereinbarungen.

Spätestens bei sicherheitspolitischen Themen, die sich auf den gesamten Nahen Osten und darüber hinaus auswirken, ist das nicht mehr akzeptabel. Die Schuld der Vergangenheit kann nicht und darf nicht gesühnt werden durch willfähriges deutsches Wegsehen angesichts einer fortgesetzten israelischen Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung, die sich zuletzt zu einem desaströsen Rachefeldzug namens “Gegossenes Blei” gegen Gaza steigerte.

Die Lebenden dürfen nicht unter den Toten leiden. Palästinenser dürfen nicht büssen für die deutschen Verbrechen an Juden. Sieht aber Berlin immer wieder weg von der teils filigran, teils grob organisierten, doch fast fast immer brutal umgesetzten Besatzungspolitik Israels in Samaria und Judäa (das palästinensische Westjordanland) und Ostjerusalem, wird eine der schrecklichen Lehren aus der Nazizeit mißachtet:

Schützt die Schwachen, denn die Starken helfen sich selbst.

Inzwischen gibt es in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden in Europa. Offenbar wurde zwischen Jerusalem und Berlin vereinbart, zum Auftakt der jüngsten gemeinsamen Kabinettsrunde dieses Denkmal aufzusuchen. Kanzlerin Merkel sagte:

“Wir haben heute das Denkmal für die ermordeten Juden in der Mitte Berlins gemeinsam besucht. Wenn man sich anschaut, was noch vor 65 Jahren die Realität war und welche Schrecknisse der Holocaust entfaltet hat, so ist es ein Glück, darf ich für meine Generation sagen, dass wir heute mit einer israelischen Regierung so eng kooperieren können.”

Auch diesem Satz kann – nimmt man ihn wörtlich – kaum widersprochen werden. Und doch fällt er ins selbe Schema. Berlin – oder Frau Merkel – soll erst einmal darauf “eingestellt” werden, um was es im Verhältnis mit Israel geht.

Das ist der heikle Punkt.

Das Verhältnis Deutschland – Israel soll nach dem Willen Jerusalems nicht vorrangig auf dem Heute basieren, sondern auf Auschwitz.

Darum wären deutsch-israelische Konsultationen zu begrüssen – würden sie denn auf derselben Augenhöhe stattfinden. Aber ebenso, wie zuletzt der türkische Botschafter in Israel einbestellt und in gleichermaßen arrogant wie kindischer Weise gegenüber den normal sitzenden israelischen Vertretern auf ein extrem niedriges Sofa gesetzt wurde, soll deutsche Politik in Sachen Israel beständig von einem niedrigen Sofa aus stattfinden.

Heute und morgen ist Israels Staatspräsident Shimon Peres zu Gast in Berlin. Die Webseite der Kanzlerin informiert dazu wie folgt:

“Empfang des israelischen Präsidenten

Dienstag, 26. Januar 2010

Mittags empfängt die Kanzlerin den israelischen Präsidenten Shimon Peres im Bundeskanzleramt. Voraussichtliche Themen: Nahost-Friedensprozess und bilaterale Beziehungen.

Anschließend sind Holocaustüberlebende, darunter der Präsident und der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Noach Flug und Christoph Heubner, im Kanzleramt.”

– MK

(Photomontage: T.A.B.)

* Dieser äußerst heikle Aspekt ist kaum irgendwo nachzulesen, man muss in die Archive bzw. in die editierten Quellenbände.

Wenn ich nicht tue, was ich kann, um es zu verhindern, so bin ich mitschuldig
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Verdammt Hochhuth, schreiben Sie!

Sunday, October 18th, 2009

Sehr geehrter Herr Hochhuth,

Unser Land steckt inmitten der schwersten ökonomischen und geistigen Krise seit Ende des Zweiten Weltkrieges, und Sie, der Doyen unter den deutschen Dramatikern – schweigen.

Statt Ihrer gottverdammten Pflicht nachzukommen, diese Krise, nein: Diesen höchst gefährlichen Zustand Deutschlands in eine radikale dramatische Form zu bringen und damit einen weithin hörbaren, unüberhörbaren Paukenschlag zu produzieren, verstricken Sie sich in ein langwieriges, kraftraubendes Gezänk um das Berliner Ensemble. Das ist unerhört, und es macht mich wütend.

Sie hatten mit Ihrem großartigen Beitrag “McKinsey kommt” bereits ein Präludium zur aktuellen Lage verfasst.

Darin führten Sie Zitate wie die Folgenden an:

“Zusammen mit den Weltmärkten entsteht eine neue, globalisierte Herrenschicht, die über den Rest der Menschen Macht besitzt wie früher ein Gutsbesitzer über seine Hintersassen”,

“Gegen den Branchentrend erhöht der Branchenprimus Deutsche Bank im 2.Quartal den Gewinn vor Steuern auf 2,2 Milliarden Euro. Die verbesserte Ertragslage resultiert in erster Linie aus erzielten Kosteneinsparungen. Dabei spielt auch der massive Stellenabbau ein Rolle”, oder, wichtiger denn je:

“unsere Demokratie, die an einem schweren Geburtsfehler leidet: sie bestimmt nur die staatliche, nicht auch die wirtschaftliche Ordnung. Die Bürgerinnen und Bürger sind nur vor den staatlichen Gesetzen gleich, vor den ‘Gesetzen’ einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung sind Sie jedoch krass ungleich. Hier entscheidet nicht die Mehrheit, sondern das Eigentum. Deshalb war unsere bürgerliche Demokratie von Anfang an nur eine halbe. Und diese Hälfte schrumpft zusehends, je mehr die undemokratische Wirtschaft die demokratische Politik dominiert.”

Randall Stoltzfus Bonfire

Aus diesem höchst kritischen Material haben Sie so nötig hellsichtige, aufrüttelnde und auch aufrührerische Sätze geschmiedet wie diese:

“HILDE:

Die vor einem halben Jahrhundert

das Grundgesetz schrieben, können

in ihrer Angst vor einen neuen politischen Diktatur eine

wirtschaftliche überhaupt nicht im Blick gehabt haben,

denn die Wirtschaft lag in Trümmern…”

*******************

“MEDIENBERATER:

Warum wollen Sie dann diese 600-Leute-Bude dichtmachen?

PRÄSIDENT:

Die wird doch nie rentabel.

Ist ja nicht unser einziger Fuß in der Schweiz.

Wir sollen 250 Millionen einsparen…

Solange uns die Regierungen die Steuerschraube lockern,

wenn wir Arbeitsplätze killen – denn wie sonst

sind Rückstellungen möglich für geplante Abfindungen der Entlassenen…

MEDIENBERATER:

Herr Präsident, entschuldigen Sie.

Aber Entlassene sollten Sie niemals sagen, nicht mal

im kleinen Kreis. …

Sie entlassen nicht 600 Dörfler, sie setzen Sie frei,

sich bessere Jobs zu suchen!”

**************************

“HILDE (Bourdieu zitierend)

Dieses Europa hat keine Utopie als jene,

die sich aus den Unternehmensbilanzen ergibt!

Kein positives Projekt, nur das der shareholders,

denen es alleine um maximale Renditen geht;

denen Bildung und Kultur nur als Produktionsfaktor

in den Sinn kommen…”

**************************

Lieber Herr Hochhuth, das war einmal mehr in die richtige Form gegossen. Aber ich wiederhole mich: Es ist längst zu wenig, es konnte nur ein Vorspiel fürs Heute sein.

Sie müssen nun den Hauptakt vorlegen, und müssen ihn für alle Welt sichtbar vorlegen.

Waren die Mißstände, die Sie damals zurecht angepangert haben noch weitgehend latent, sind sie heute längst für weite Teile der Bevölkerung unmittelbar wirksam, zerstörerisch wirksam und für die nächste Zukuft zerstörerisch wirksam.

Daher ist eine Fortführung Ihres Werkes vonnöten, das dieser jüngsten  dramatischen Lage gerecht wird.

Wir haben es inzwischen nicht mehr mit einer theoretischen, sondern mit einer handfesten Gefährdung der Demokratie zu tun. Alle Fakten liegen auf dem Tisch. Rohmaterial liegt mehr vor, als man sich wünschen möchte.

So wie Sie damals mit dem “Stellvertreter” Deutschland und schließlich die Welt erschüttert haben über das Tun und vor allem das Nicht-Tun der Katholischen Kirche im Angesicht des Völkermordes, so stehen Sie heute in der Pflicht, die derzeitige übergroße Gefahr für unsere Gesellschaft so zu formulieren, wie möglicherweise nur Sie dazu in der Lage sind.

Viel und vielleicht alles wurde schon über die Krise gesagt. Doch verebben, versinken und versanden diese Beiträge in einem zähen, müden medialen Strom.

Sie sind in der Lage, hier einen qualitativ neuen Beitrag zu liefern. Und müssen es daher tun!

Der Ausgangspunkt für Ihren Hauptakt könnte Ihr Rückgriff auf den großen Jacob Burckhardt sein, den Sie in “McKinsey kommt” schon vorgenommen haben:

“Der Mord als Hilfmittel

Es liegt nahe, daß zunächst bei Abwesenheit aller legalen

Rechtsmittel, da man Richter in eigener Sache wird,

eine Regierung oder ein Individuum die Zernichtung

des Gegners unternimmt.”

Aus der aktuellen “Diskussion” zur Krise muss: Nein, zunächst keine Revolution, sondern ein nicht ignorierbarer Aufschrei werden.

Sie, Herr Hochhuth, müssen dazu die  Vorlage liefern.

Ohne diesen Aufschrei, den Sie nicht ausformulieren, sondern provozieren, werden die Verursacher und Verantwortlichen unserer Lage die denkbaren, noch schlimmeren Konsequenzen nicht wahrhaben wollen, werden daher auch nicht einhalten, sondern fortfahren in ihrem weltfremden, gemeingefährlichen Tun:

Wir sind nicht blind für das, was in der Welt passiert, aber wir müssen auch fair gegenüber unseren Angestellten sein, die hervorragende Arbeit geleistet haben. Ich finde, dass die Öffentlichkeit unseren Erfolg nicht ausreichend honoriert.

Finanzchef David Viniar, Goldmann Sachs, als Rechtfertigung für die historisch höchsten Bonizahlungen, Oktober 2009

Bleibt es bei diesem obszönen Treiben, droht größeres Unheil als nur ein Aufschrei.

Verehrter Herr Hochhuth, wir warten auf Sie. Wir warten auf Ihre Umsetzung dieser Chance, mit der die Kultur nicht lediglich einen weiteren ästhetischen, sondern einen überaus reellen und zugleich bitter nötigen Beitrag zur Gesellschaft liefern könnte.

– MK

Bild: (c) courtesy Randall Stoltzfus: Bonfire (= Signalfeuer)

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Jump! You Fuckers

Thursday, October 15th, 2009

Welche Symbolik! Die Überschriften der Artikel in der rechten Spalte der Süddeutschen Zeitung vom 15. Oktober 2009 (Titelseite) spiegeln schlaglichtartig den ganzen Zustand nicht nur Deutschlands, sondern auch der Welt:

schwarz-gelbe Zukunft

Mehr Menschen denn  je hungern:  13 mal so viel Menschen wie Deutschland bewohnen.

Die Großkopferten aus dem Geldgeschäft sind offenkundig nicht nur nicht der Aufforderung “Jump, you Fuckers” gefolgt, wie ihnen auf den Protestplakaten der Lehman-Brothers-Geschädigten entgegen gehalten wurde, sondern machen höchst emsig weiter in ihrem Treiben.

Die Börse jubelt schon wieder, und die Kurse steigen und steigen…

… und schwarz-gelb ist sich sozusagen bei all dem einig. Und freut sich auch. Gudio meinte nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnis zwar ungefähr einhundertmal, man müsse jetzt auf dem Teppich bleiben, doch sein Grinsen kam aus so tiefem neoliberalem Seelengrunde, dass er es partout nicht abstellen konnte.

Man lasse sich nicht täuschen ob der nun angekündigten Morgengabe namens “Entschärfung der Hartz-IV-Bestimmungen“. Die davon Betroffenen haben nur allzu lange erst still, dann weniger still gelitten, bis zuletzt ein unüberhörbares Murren laut wurde. Kaum ist es fünf vor Zwölf, reagiert Berlin: Dem hungrigen Plebs wirft man einen Knochen hin. Daran wird er schon lange genug zu nagen haben.

Bald wird es den (etwas) besser Verdienenden noch mehr ans Schlafittchen gehen. Wem denn sonst? An die Fuckers, die nicht gesprungen sind, trauen sich Guido und Angela doch nicht ran.

Zur Aushöhlung der Demokratie kann man auf unendlich vielen Wegen gelangen. Die von Bush / Cheney gewählte Methode war plump und brutal (aber wirksam). Derzeit versucht Nicolas Sarkozy eine Wiederauflage des Nepotismus à la Napoleon, indem er seinen 23jährigen Sproß an die Spitze eines Großunternehmens hieven will.

Hierzulande wird seit langem ganz behutsam und schleichend umverteilt, zur Freude der Fuckers und ihren schwarz-gelben Handlangern. Angela Merkel hat gar keine hängenden Mundwinkel, wie man immer annimmt. Da die Welt hierzulande Kopf steht, muss man das Bild von Angela umdrehen, um die Wahrheit zu sehen: Sie grinst sich eins ab.

Bild:

Transatlantikblog, Flickr CC Lizenz

matthewnstoller, Flick CC Lizenz

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