Israel: Keine Mehrheit für die Spucker!

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Der Angreifer schrie den Journalisten mit heiserer Stimme an, beschimpfte ihn mit geschwollenen Halsadern als Linken, Araberfreund, Israelhasser und einiges mehr, das nicht druckreif ist. Dann wurde dem Journalisten und seiner Freundin ins Gesicht gespuckt.

Das war letzten Freitag. Gideon Levy, Reporter der liberalen israelischen Tageszeitung Haaretz, kam gerade vom Einkaufen vom quirlig-schönen Tel Aviver Carmel-Markt, als sich ein Orthodoxer ihm und seiner Begleitung in den Weg stellte.

Das war nicht das erste mal, berichtet Levy, dass er auf offener Straße angefeindet wurde. Es war aber das erste mal, dass er angespuckt wurde.

Levy kann sich gut vorstellen, welches Israel sich solche Orthodoxe wünschen. Eins, das frei ist von solchen Leuten wie ihm. Den Linken. Den Liberalen. Eins ohne einen säkularen Obersten Gerichtshof. Eins ohne Menschenrechtsgruppen.

Das zeigt Levy, dass er weiter machen müsse.

Die Leute, die so eingestellt seien wie der Angreifer, stellten bereits die Mehrheit.

Nun gelte es zu verhindern, dass sie zu Tyrannen über den Rest würden.

Denn das, so Levy, wäre ein Alptraum.

Levys Sorgen sind begründet. Seit langem schwelt ein Kulturkampf in Israel, bei dem es um die grundlegende Frage geht wohin sich das Land entwickeln soll.

Die Politik versucht diesem hochbrisanten Thema auszuweichen, so gut es geht. Bislang geben die Orthodoxen Tempo und Richtung dieser Auseinandersetzung vor. Der Rest möchte mehr oder weniger nur seine Ruhe haben.

Das Prinzip Hoffnung war aber in politisch unruhigen Zeiten schon immer ein gefährlicher Ratgeber.

– Schlesinger

 

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Veröffentlicht unter Gesellschaft, Israel

Israel - Zitat des Tages

 Zionismus ist ja gerade der Versuch, das jüdische Volk aus seiner tragischen Rolle der Minderheit zu erlösen, ihm die nationale Freiheit im eigenen Land zu geben. Freiheit heißt Selbstbestimmung. Diese ist nur auf dem Boden der eigenen Heimat möglich und nur dann, wenn das Volk an Zahl und Kraft stark genug ist, sich kulturell, wirtschaftlich und politisch auf diesem Boden zu behaupten - d.h. wenn es Majorität ist.

Richard Lichtheim
(Führender Kopf des zionistischen Revisionismus. In einem Artikel von 1931. Die Revisionisten in der zion. Bewegung vertraten eine "aggressive" Politik zur Erreichung der Ziele in Palästina.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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