Wahlen in Israel, Deutschland: Sieg der Einschüchterung

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Nachden sich die Links-Mitte Opposition in Israel selbst zerlegt hat kann es kaum noch einen Zweifel geben, dass der amtierende Ministerpräsident Netanjahu der kommende Ministerpräsident sein wird.

Nachdem sich der Kandidat der SPD Peer Steinbrück trotz aller Rhetorikkünste täppisch selbst fortgesetzt demontiert, kann es keinen Zweifel geben, dass uns Frau Merkel als Kanzlerin erhalten bleibt.

Wie in Deutschland triumphiert auch in Israel das Mittelmaß der Führung. Schlimmer.

Beide Länder werden – mit je unterschiedlichen Hintergründen – gelenkt und geleitet durch das Schüren von Angst und dem Beschwören scheinbar unausweichlicher Handlungszwänge.

Angst und unausweichliche Handlungszwänge gehen dabei Hand in Hand.

Merkel & Co. beschwören den drohenden Zerfall des Euro und damit Europas. Gegenmittel: Beruhigung der Märkte.

Netanjahu & Co. beschwören die iranische Gefahr ebenso wie die Gefahr der Hamas. Gegenmittel: Präventivschlag oder zumindest die Androhung desselben.

Hüben wie drüben ist im Grunde egal, wie sehr der soziale Kitt aus allen Fugen des Hauses “Gesellschaft” bröselt.

Und für Merkel & Netanjahu gilt wohl gleichermaßen, was der ehemalige Geheimdienstchef Yuval Diskin aktuell über seinen Ministerpräsidenten geschrieben hat:

Netanjahu ist unsicher, wankelmütig und scheut die Verantwortung.

Wir haben eine Führungskrise.

Eine Krise der Werte.

Und eine vollständige Verachtung für das Volk.

Vielleicht meinen die leute ich übertreibe.

Aber ich sage Euch: Aus der Nähe ist es nur noch schlimmer.

Vielleicht stehen sich die beiden Regierenden deshalb so nahe.

Man anerkennt den Gleichen.

– Schlesinger

 

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Veröffentlicht unter Angela Merkel, Iran, Israel, Netanjahu

Israel - Zitat des Tages

 ... dieser Beschluss ist eine würdelose Kapitulation vor dreisten arabischen Drohungen [und] das demütigste und empörendste politische Vorkommnis [...] seit dem Verrat, den 1938 die Demokratie an der Tschechoslowakei verübte. [...] Der kleine jüdische Staat in Palästina wäre eine Demokratie arbeitsamer und kulturwilliger Menschen gewesen, der die ganze natürliche Sympathie eines Landes von den Traditionen Amerikas gehören sollte. Warum sind wir verdammt, überall in der Welt das Schlechte, Retrograde, Faule, den Völkern verhaßte - in diesem Fall den Feudalismus der arabischen Ölmagnaten - zu stützen und die Demokratie zu ruinieren, indem wir vorgeben, sie zu verteidigen?

Thomas Mann
(Schriftsteller, Literatur-Nobelpreisträger 1929. Angesichts des drohenden Politikwechsels in Washington, nun doch nicht für die Gründung eines jüdischen Staats eintreten. Präsident Roosevelt hatte dies in einem Brief vom April 1945 an den saudischen König Saud angekündigt.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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