Der Friedensbeitrag der Palästinensischen Gemeinde Deutschlands

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Schüren von Hass war noch nie ein geeigneter Beitrag zum Frieden.

Die Facebook-Seite der Palästinensischen Gemeinde macht seit einiger Zeit mit äußerst fragwürdigen Texten und Photos Stimmung gegen Israel.

Da werden die israelischen Ministerpräsidenten als die “größten Kriegsverbrecher der Menschheitsgeschichte” bezeichnet.

Ein Stiefel tritt auf die Fahne Israels. Untertitel: “Down with Israel

Da sieht man eine Coca-Cola-Flasche, die anstelle des berühmten originalen Schriftzugs nun den Text “Fuck Israel” trägt. Der Untertitel lautet “Enjoy Intifada”. (84 Personen gaben dafür ihr “Like”)

Ein vermummter palästinensischer Kämpfer mit Waffe in der Hand posiert vor einer Karte Palästinas, die das ganze Palästina als arabisches Gebiet ausweist.

Ein Stein in der Hand eines Unsichtbaren wird erläutert mit dem Text “Der einzige Weg mit der Besatzung zu verhandeln.”

Ein als Arzt auftretender Theodor Herzl legt das Baby “Israel” dem Teufel ins Bett.

Anti-Israel-Bilder

Anti-Israel-Hetze

Das alles muss man bewerten zwischen dumm, zynisch und geschmacklos. Dabei kommt es nicht darauf an, welcher Teil der Beiträge vom Betreiber der Seite selbst oder von Gästen stammt. Letztlich ist der Betreiber für die Inhalte verantwortlich.

Historisch dumm ist die Kategorisierung israelischer Ministerpräsidenten als “größte Kriegsverbrecher”. Schlimm genug, dass es auf israelischer Seite horrende Kriegsverbrechen gab, allen voran die zum Teil systematisch geplante und durchgeführte Vertreibung der palästinensischen Zivilbevölkerung im Krieg 47/48 sowie im Krieg von 1967. Dabei handelt es sich dennoch um einen qualitativ anderen Vorgang als den Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg der Deutschen gegen die Sowjetunion. Auch der Vernichtungskrieg der Türken gegen die Armenier stellt eine vollkommen andere Kategorie von Verbrechen dar. Nicht unterschlagen werden sollten die Verbrechen von arabischer Seite gegen Juden sowohl vor als auch während des Kriegs. So etwa das Massaker von Hebron in 1929 oder die Niedermetzelung von 79 Ärzten und Schwestern, die im 48er Krieg zum Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus wollten.

Politisch dumm und zynisch muss man Slogans wie “Nieder mit Israel” bewerten. “Nieder mit Israel” besagt etwas grundlegend anderes als “Nieder mit der Besatzung”. “Nieder mit Israel” zielt auf eine ultimative Konfrontation. Das mag irrwitzigen Ideologen oder unterbelichtetem Fußvolk schmeicheln. Wer sich aber in wüster Phantasie die große Entscheidungsschlacht ausmalt, nimmt – sollte es dazu kommen – nur in zynischer Weise unabsehbares Elend für beider Zivilbevölkerungen in Kauf.

Ähnlich kurzsichtig ist der Spruch, nur mit Steinen liesse sich die Besatzung beenden. Dieses “the only way” stellt sich offenkundig gegen jede friedliche Lösung. Die jüngsten Entwicklungen vor den Vereinten Nationen zeigen, dass sich die Weltgemeinschaft zunehmend robuster gegen die Besatzung stellt. Zugegeben: Alles sehr spät und sehr zögerlich. Die Tendenz scheint aber eindeutig zu sein. Ein intelligenter, humaner, sympathischer Beitrag der Palästinenser – wovon es viele Beispiele gibt – trägt einiges zu dieser günstigen Tendenz bei. Militante, großsprecherische Posen, wie sie von Hamas, dem Islamistischen Jihad oder auch von Plakatmalern wie dem “Intifada – the only way” gepflegt werden, sind demgegenüber äußerst schädlich.

Geschmackloser als der “Cartoon” mit dem “Teufels-Baby Israel” geht es kaum noch. Das muss man gar nicht weiter ausführen.

Fazit: Wer mit diesen Facebook-Beiträgen erreichen möchte, dass sich normale Bürger in Deutschland, Österreich oder der Schweiz mit Grausen abwenden, muss nur solche Bilder präsentieren. Vielleicht freuen sich die Betreiber in großer Selbstbezogenheit und Selbstzufriedenheit über 50 oder 100 “Likes”. Sie bezahlen diese billige Genugtuung mit vielen Tausend, die damit nichts zu tun haben wollen. Und schaden damit der Sache enorm, die zu vertreten sie vorgeben.

– Schlesinger

Abbildung: Photomontage diverser Bilder der besprochenen FB-Seite

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Veröffentlicht unter Ariel Scharon, David Ben Gurion, Ehud Barak, Erste Intifada, Gesellschaft, Golda Meir, Gründung Israel, Hamas, IDF, Intifada, Israel, Jerusalem, Menachem Begin, Moshe Dayan, Naher und Mittlerer Osten, Netanjahu, Palästina, Palästinenser, Sechstagekrieg, Siedlungen, Westbank, Yitzhak Rabin, Zionismus, Zweite Intifada

Israel - Zitat des Tages

 Einmal fragte ich Mutter: Meinst Du, daß wir ihnen eines Tages, in vielen Jahren, vielleicht vergeben werden? Mutter gab mir zur Antwort: Wenn sie sich selbst nicht vergeben, dann werden wir ihnen vielleicht irgendwann ein bisschen vergeben. Aber wenn sie sich selbst vergeben, dann werden wir ihnen nicht vergeben.

Amos Oz
(Israelischer Schriftsteller. Zur letztlich sehr grundsätzlichen Frage, unter welchen Umständen man jemandem eine sehr große Schuld vergeben kann.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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