Zitat des Tages:

  Als wir 1967 den wunderbaren, geradezu biblischen Sieg über unsere versammelten Feinde errungen hatten, habe ich mich selbst - und ich betrachte mich als einen ziemlich ungläubigen Juden - die mystische Erschütterung, den Finger Gottes gespürt. Jetzt ist es wieder soweit. Die Existenzkrise, die sich unerbittlich abzeichnet, kommt den Predigern der starren Rechtgläubigkeit zugute. Haben Sie beobachtet, wie sehr sich die Träger der Kipa, des runden Käppchens, das man als Zeichen des religiösen Engagements auf dem Hinterkopf trägt, bei uns in letzter Zeit vermehrt haben?

"Uri"
(Israelischer Journalist. Gesprächspartner von Peter Scholl-Latour, 1982, vor Beginn des Libanonfeldzugs, über den zunehmenden Einfluss der Rechten.)

 

Massiver US Truppenaufmarsch vor dem Iran

Die Straße von Hormuz ist die Hauptschlagader des Westens.

Meerenge von Hormus

Meerenge von Hormuz

Durch diese Meerenge zwischen dem Iran auf der einen Seite und Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Qatar auf der anderen Seite passieren täglich 80 Millionen Barrel Öl.

Das sind rund ein Sechstel des weltweiten Ölnachschubs.

Amerika muß davon ausgehen, dass der Iran den Seeweg blockieren will, falls es zu einem israelischen Angriff kommt. Das hat Teheran mehrfach angedroht. Der Oberbefehlshaber der iranischen Revolutionsgarden meinte:

If one day the Strait of Hormuz has no benefit for us, then we will deprive others from benefiting from it

Seit geraumer Zeit werden vor allem amerikanische und britische Marineeinheiten in die Region verlegt.

Inzwischen befindet sich eine Armada vor Ort, geschickt von über zwanzig Staaten: Zerstörer, Minenjäger, großräumige Truppentransporter und nicht zuletzt drei US Flugzeugträger der Nimitz-Klasse. Seit letztem Sonntag findet ein gemeinsames Manöver statt.

Ein amerikanischer Militäranalyst meint, Umfang und Art des Aufmarsches seien mehr als bloße Unterstützung des Afghanistan-Einsatzes:

I think it is fair to say that the current level of U.S. military forces in the Gulf is certainly greater than would be expected simply for operations in Afghanistan.

The recent additions all seem to be aimed at providing deterrent and-or contingency capabilities against Iran, and reassuring the United States’ existing Gulf allies.

Längst ist in der israelischen Bevölkerung die Nervosität und Kriegsangst gestiegen. Das unablässige Reden über einen bevorstehenden iranischen Atomschlag, sobald das Land erst einmal die Bombe habe, zeigt Wirkung.

Unterdessen greift Premierminister Netanjahu zum zweiten mal in den US Wahlkampf ein. Wie das Magazin Politico berichtet, wird in Florida ein Spot gezeigt werden, in dem Netanjahu die Hauptrolle spielt und Obama für die zögerliche Haltung gegenüber dem Iran kritisiert. Freilich wird der Name Obama nicht genannt:

The fact is that every day that passes, Iran gets closer and closer to a nuclear bomb.

The world tells Israel wait, there’s still time.

And I say wait for what?

Wait until when?

[ Set to a suspense thriller soundtrack, a voice-over warns at the end of the clip: "The world needs American strength, not apologies." ]

Israel wünscht Amerikas Stärke? Hat es bereits: Die drei US Flugzeugträger in der Straße von Hormuz tragen jeweils 85 hochmoderne Kampfbomber. Damit hat jeder Träger mehr Schlagkraft als die veraltete iranische Luftwaffe insgesamt.

Was braucht Netanjahu noch?

Einen Anlaß.

– Schlesinger

UPDATE 25/09/2012

Die iranische Nachrichtenagentur FARS berichtet von aktuell erfolgreich durchgeführten Raketentests sowohl gegen Schiffe, wie auch gegen Flugzeuge. Währenddessen loben US Militärs die technischen Fähigkeiten des alten Schlachtrosses USS Ponce, die mit allerlei modernen Finessen von Drohnen bis unbemannte Mini-U-Boote nachgerüstet wurde.

Karte: CIA

Eine Umfrage zum möglichen Krieg Israel-Iran finden Sie hier.

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  What Orwell feared were those who would ban books. What Huxley feared was that there would be no reason to ban a book, for there would be no one who wanted to read one. Orwell feared those who would deprive us of information. Huxley feared those who would give us so much that we would be reduced to passivity and egoism. Orwell feared that the truth would be concealed from us. Huxley feared the truth would be drowned in a sea of irrelevance. Orwell feared we would become a captive culture. Huxley feared we would become a trivial culture, preoccupied with some equivalent of the feelies, the orgy porgy, and the centrifugal bumblepuppy. In short, Orwell feared that what we hate will ruin us. Huxley feared that what we love will ruin us.

Neil Postman "We are amusing ourselves to death"

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