Zitat des Tages:

  We must give up Arab neighborhoods in Jerusalem and return to the core of the territory that is the State of Israel prior to 1967, with minor corrections dictated by the reality created since then.

Ehud Olmert
(Israelischer Ministerpräsident 2006-2009. Über die Voraussetzungen für ein Friedensabkommen mit den Palästinensern)

 

Norman Finkelstein brandmarkt BDS

Norman Finkelstein giving a talk at Suffolk Un...

Image via Wikipedia

Weltweit findet aktuell die “Israel Apartheit-Woche” statt, zu der Organisatoren der Bewegung Boykott-Desinvestition-Sanktionen (BDS) zum inzwischen achten mal aufrufen.

Die BDS-Bewegung sieht sich in der Tradition der langjährigen Sanktionen die gegen den früheren Apartheitstaat Südafrika gerichtet waren.

Norman Finkelstein, bekannt als Kritiker israelischer Politik (“Die Holocaust-Industrie”, “Israels Invasion in Gaza”) hat sich nun in harschen Worten gegen BDS gestellt.

Schon früher war Finkelstein skeptisch gegenüber BDS, aber dieses mal fällt seine Kritik ungnädig aus.

Er könne und wolle BDS in dieser Form nicht unterstützen, weil die Bewegung versäume sich klar zu positionieren und dabei vor allem billigend hinnehme, dass sich auch erklärte Israel-Gegner dazu gesellten. Die Führer von BDS würden sich neutral geben in der Frage ob man Israels Existenzrecht anerkenne. Aber, so Finkelstein, das sei geheuchelt. Sie wollten ihre Ablehnung Israels nur nicht offen sagen, um nicht einen Gutteil ihrer Gefolgschaft zu verlieren.

Offiziell wendet sich BDS gegen die militärische Besatzung und die damit verbundene wirtschaftliche Ausbeutung der besetzten Gebiete. Tatsächlich dürfte es ein Sammelbecken sein, in dem sich auch genügend Leute artikulieren, die Israels Legitmität nicht anerkennen wollen und / oder ihrem Antisemtismus frönen. Naturgemäß ist schwer zu sagen, zu welchen Anteilen welche Gruppierungen vertreten sind.

Ich meine die Kritik Finkelsteins ist nicht unberechtigt, auch wenn Mustafa Barghuti, einer der Initiatoren von BDS das Gegenteil versichert:

Unser Kampf richtet sich aber nicht gegen das jüdische Volk

Dass das offizielle Israel bestrebt ist, BDS alleine auf das Merkmal “Delegitimation Israels” zu verkürzen, ist leider kein Beweis dafür, dass es in Teilen nicht so ist.

Auf einer Veranstaltung, bei der es unter anderem um BDS ging, habe ich den nachhaltigen Eindruck gewonnen, dass es einem geschätzten Drittel der Leute um mehr ging als nur um einen temporären Boykott Israels.

Aus diesem Grund will ich bis auf weiteres mit BDS, das im Grunde eine Berechtigung hat, nichts zu tun haben.

Man könnte in schlechte Nachbarschaft geraten.

– Schlesinger

PS : Hamas-Ministerpräsident Hanija war kürzlich auf Staatsbesuch in Jordanien, wo er einmal mehr zum Besten gab:

Der Kampf wird bis zur vollständigen Befreiung des Gebiets Palästinas und Jerusalems und zu der Rückkehr aller Flüchtlinge weitergehen.

Photo: N. Finkelstein (von Miguel de Icaza ,Wikipedia CC Lizenz)

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