Mann des Jahres 2012: Georg Schramm

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail
Georg Schramm

Georg Schramm

Ein Kabarettist als Mann des Jahres? Hier muss ein Mißverständnis vorliegen, denn:

Georg Schramm ist kein Kabarettist.

Zutreffend: Er wurde einem größeren Publikum bekannt durch seine Auftritte in Urban Priols “Neues aus der Anstalt” wo er pointierte Auftritte gab als Oberstleutnant Sanftleben oder schrulliges SPD-Fossil August. Dennoch meine ich: Die  Kabarettbühne ist nur eine äußere Form.

Dem Inhalt nach ist Schramm ein messerscharfer Analytiker unserer Zeitläufte. Dabei kommt dem Mann zugute vor seiner Bühnenkarriere zwölf Jahre lang als Psychologe gearbeitet zu haben.

Rhetorisch kommt ohnehin kaum einer an ihn heran. An Ernsthaftigkeit ist nur Dieter Hildebrandt ebenbürtig.

Diese Ernsthaftigkeit könnte der Grund dafür gewesen sein, bei der “Anstalt” nicht mehr mitzumachen. Dort wird zwar oft mit durchaus klugen Frotzeleien gegen die dröge Politik und eine zahnlose Gesellschaft gewettert, aber im Zweifelsfall geht alle wichtige Kritik – die doch eigentlich haften bleiben sollte – im vergnüglichen Gelächter des Publikums unter.

Soviel weiß der Psychologe Schramm sehr gut: Hat man erst einmal herzhaft gelacht über die Politiker, ist der schlimmste Ärger schon vorbei.

Die “Anstalt” ist insofern nicht viel mehr als ein verlängerter Kölner Karneval, in dem das gemeine Volk den Großen mal eine lange Nase machen darf. Beinahe schlimmer: Die Eselsgeduld der Deutschen, die mit schöner Regelmäßigkeit aufs Korn genommen wird, wird durch diese Art von Kartharsis nur zementiert. Schramm hatte schon in der “Anstalt” ein Handwerksmittel, diesen Effekt wenigstens zum Teil zu umgehen: Er verbat sich das übermäßige Klatschen. Das setzt er in seinem eigenen Auftritt verstärkt ein. Er klingelt mit einer Glocke mitten in den Beifall und kürzt ihn ab, oft begleitet von einem schroffen Kommentar (“Hören Sie doch auf mit dem Händchenpatschen, das ist doch albern!“). Ein Balanceakt, der hinsichtlich der Akzeptanz nicht ganz ungefährlich ist, aber zeigt, mit welchem Risiko der Mann bereit ist zu arbeiten…

Woraus die heikle Frage resultiert: Will ein Kabarettist auf der Bühne ankommen, oder will er von der Bühne aus wirken? Schramm, so darf man vermuten, könnte sich für die weniger lukrative Variante entschieden haben. Er will wirken.

Schramm erinnert an Wehner, kennt die großen Denker

Um Schramm in einen angemessenen Kontext zu setzen, muss man ihn mit Größen anderer Sparten vergleichen.

In der Kombination von Integrität und “heiligem Zorn” hat man wohl an Herbert Wehner zu denken. Dem riß schnell der Geduldsfaden, wenn man es an Ernst im Gespräch vermissen ließ (“Mann, hampeln Sie doch nicht so herum. Sie sind doch Geschäftsführer und nicht Geschwätzführer!”) Dabei war Wehner alles andere als humorlos. Nur wußte er zu trennen. Diese Tugend, so scheint es, fordert Schramm wieder ein.

In seiner rhetorischen Präzision muß Schramm nicht den Vergleich mit Sebastian Haffner scheuen, einen der wortgewaltigsten und integersten politischen Kommentatoren, die Deutschland je hervorgebracht hat. Der stellte sich hin und referierte in gemeißelten Sätzen eine halbe oder ganze Stunde lang über die Lage der Zeit, ohne Notizen oder Teleprompter, versteht sich. Ob sich Georg Schramm geehrt fühlen würde durch den Haffner-Vergleich ist schwer zu sagen, aber dieser Satz Haffners* würde ihm gefallen:

Es ist ein Trugschluß zu glauben, aus gemeinsamen ökonomischen Interessen erwachse automatisch politische Einheit. Gemeinsame ökonomische Interessen haben nicht einmal in unserer Zeit zwei grauenhafte Weltkriege verhindert. Beide male ist das komplizierte Geflecht der internationalen europäischen Wirtschaftsbeziehungen ohne ein Wimpernzucken zerrisssen worden. Eine die Welt verändernde historische Revolution wie die Vereinigung Europas kann nicht durch die Hintertür der Ökonomie erreicht werden. Wenn es Einheit geben soll, muss sie bewußt gewollt werden. Und zwar an den richtigen Stellen, dort, wo große politische Entscheidungen vorbereitet werden. Politik wird von Politikern gemacht, nicht von Wirtschaftsexperten.

In Schramms begründeter und wohl formulierter Sorge um den Bürger in der Demokratie – denn im Grunde geht es um nichts weniger in seinem Programm – kann man an Dolf  Sternberger denken, der Ende der sechziger Jahre in der kleinen, aber inhaltsschweren Schrift “Neun Versuche über den Staat” dieselbe merkwürdige Wort-, Sinn und Kraftlosigkeit deutscher Politik anprangert, die Schramm nicht erst in seinem jüngsten Programm geißelt. Sternberger:

Vielleicht wäre – wenn wir den Blick etwas weiter zurück gehen lassen in die erste deutsche Republik – allenfalls Walther Rathenau zu nennen als einer, der den Mut des Handelns mit der Erleuchtung der Sprache vereinte. Aber ich bin auch dessen nicht ganz sicher. [...] seiner Rede fehlte am Ende die einzige auszeichnende Eigenschaft eines Redners: Kraft.

Auch Schramm ist zuwider, wie kraftlos Politik heute ist. Er demonstriert auf der Bühne das Gegenteil. Er formuliert präzise, mutet dem Zuhörer komplexe Schachtelsätze zu in denen er nie den Faden verliert, wird laut, haut mit der Faust nicht nur symbolisch auf den Tisch, poltert, und schreit, bisweilen schwitzend bis zur Erschöpfung seine Anklagen ins Publikum.

Es schert ihn nicht, dass so etwas in einer Zeit, in der sich jede Talkrunde und jede Politikerrede abgesehen von kleinen Niederträchtigkeiten weitgehend an opportuner Mittelmäßigkeit ausrichtet , nicht hoffähig ist. Apropos Talkshows: Schramm wartet bis heute darauf, dass sich in einer der unzähligen Polit-Talkshows endlich ein Talkmaster oder eine der ach so taffen Talk-Frauen findet, die einem Politiker dies entgegenschleudert:

Wenn Sie keine Fragen beantworten, stelle ich Ihnen auch keine mehr!

Das nur einer von vielen Augenblicken, in denen das Publikum tosenden Beifall spendet, und man möchte unbedingt glauben, dass der Grund der Begeisterung darin liegt, eine einfache aber nie so gradlinig ausgesprochene Wahrheit vernommen zu haben.

Überhaupt, die Sprache.

Ob man nicht merke, wie einem seitens der Politik permanent der Schneid abgekauft werden soll mit dem Mittel von Herrschaftssprache? Würde die Politik sagen “es gibt keine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte” würde das jeder verstehen und einwerfen “Ich muss für jeden Dreck Umsatzsteuer zahlen, aber bei Finanzgeschäften soll es keine geben?” Daher heiße es “Finanztransaktionssteuer“. Das versteht kaum einer, verunsichert jedermann und hält die Leute zurück. Herrschaftssprache.

Schramm führt aus, worin die Sauerei besteht: Dieser Gebrauch von Sprache ist die Pervertierung von Sprache an sich. Sie dient dem Ursprung nach der Verständigung, der Mitteilung, dem Austausch. Nicht der Vernebelung und Irreführung. Wir Deutschen, soviel sei angemerkt, sollten besonders allergisch auf Politiker reagieren, die mit Sprache zu manipulieren versuchen. Aber offenbar sind die Zeiten des Propagandaministers zu lange her oder aber man lässt sich durch den überaus verbindlich sanften Ton von Merkel & Co. in die Irre führen.

Das alles kann einen in Rage versetzen, und deshalb vermisst Schramm vor allem eins: Zorn. Er donnert mit Papst Gregor (siebtes Jahrhundert):

Die Vernunft kann mit größerer Wucht sich dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar ist.

Das ist alte Sprache, gute, kraftvolle Sprache, und Schramm will unbedingt die im Publikum vielleicht tief schlummernde Erinnerung an echte Sprache wiederbeleben.

Und gibt es nicht allen Anlaß zu Zorn? Deutschland, ja Europa wankt von einer Euro- in die nächste Bankenkrise, und die Deutschen gucken auf Politik und Finanzgurus mit ebenso großen Augen wie der paralysierte Hase auf die Schlange. Das bewahrt Kanzlerin Merkel vor größeren Unmutsbekundungen. Statt dessen legt sie ihrem Wahlvolk treuherzig dar, dass man keinesfalls “die Märkte” beunruhigen dürfe. Was sich brav und harmlos anhört, wird von Schramm kühl seziert: Daran sehe man mühelos, dass Deutschland nicht von einer Regierung regiert werde, sondern von übermächtigen Marktteilnehmern. Was gibt es da hinzuzufügen?

Bislang war nur von Politik die Rede. Der Staat, die Polis, besteht jedoch nicht nur aus Politikern, sondern vor allem aus Bürgern, den politicos, oder civis im lateinischen oder citoyen im französischen.

Sternberger verweist auf die ewig gültige Beschreibung Aristoteles’ über den Bürger, dass er

teilhabe an den Gerichten und an der Regierung

und führt dazu weiter aus, dass

die Polis auf Gerechtigkeit angelegt ist, und sie ist auf Gerechtigkeit angelegt, weil sie eine Genossenschaft von freien und gleichen Bürgern ist…

der Bürger ist ein potentieller Staatsmann.

Das schrecklich passende Gegenstück zur weich gezeichneten Politik ist der vormalige Bürger, der sich lammfromm hat entmündigen lassen und schafstreu das passende Etikett “Verbraucher” auf der Stirn trägt.

Diese “Bürger”, die ihre Lebenswelt nicht zuletzt dank Kohls Einführung des Privatfernsehens über nunmehr  drei Jahrzehnte auf ungeheure Weise trivialisiert haben, um heute eine Gemeinde Jauch-sedierter Glücksshow-Gucker zu sein,  diese Flimmerbild-Abhängigen sollen potentielle Staatsmänner im Sinne Aristoteles sein? Eine absurde Vorstellung.

Mit aller rhetorischer Macht stemmt sich Georg Schramm gegen diesen Tsunami der Verflachung. Ist das nicht tatsächlich eine Art Tsunami von dem wir sprechen, der eben nicht wie eine Springflut gegen die Küste rollt und gebrochen werden kann von gut platzierten Wellenbrechern? Nein, wie man weiß wälzt sich ein Tsunami wie eine monströs unnachgiebig träge Masse gegen alles was sich ihm entgegenstellt und erdrückt es einfach.

Umso mutiger, dass es Leute gibt wie Schramm.

Der im übrigen mit der Schärfe seines Vortrags durchaus ein Risiko eingeht: Fernsehintendanten gehören nicht zu den risikofreudigsten Menschen.

Für 2012, von dem nicht wenige erwarten dass es ein weiteres und vielleicht schlimmeres Krisenjahr wird, kann man sich nichts sehnlicher wünschen als Menschen wie Schramm, die die persönliche Freiheit, die Kraft, den Mut und den Verstand haben, wahrhafte Dinge klar zu sagen.

Eingangs meinte ich Schramm sei kein Kabarettist. Ich bleibe dabei. Was ist er dann? Im Verlauf dieses Textes hat es sich herausgeschält. In freier Auslegung Clausewitz’ kann man sagen: Schramm ist die Fortführung des klarsichtigen politischen Kommentators à la Haffner mit anderen Mitteln.

Mann, das wär was: Schramm als Regierungssprecher in der wöchentlichen Berliner Runde einen laschen Journalisten anherrscht “Wenn Sie mir keine vernünftige Frage stellen, beantworte ich Ihnen auch keine!”

Großartig!, wie Schramm rufen würde.

– Schlesinger

PS.1: Manche Leser rieben sich an der Nennung von Peer Steinbrück. Wie könne man Schramm in einem Atemzug mit Steinbrück, dem unverbesserlichen “Agenda-2010-Mann” nennen? Das mag richtig sein, und die schlichte Sache ist, dass ich beim Verfassen dieses Beitrags vergaß, dass Steinbrück Agenda-Mann ist. Tja. Tragisch, aber wahr ;-) Habe deshalb Steinbrück aus dem Text entfernt. Apropos Steinbrück. Musste mein Gedächtnis etwas auffrischen, für was er konkret steht bzw. für was er verantwortlich war. Eine gute Fundstelle scheint mir ein Beitrag auf den Nachdenkseiten zu sein.

PS.2: Die ganze Sendung “Meister Yodas Ende. Über die Zweckentfremdung der Demenz.” kann auf 3Sat auch nachträglich angesehen werden. Besser wäre freilich Sie würden zu einer seiner Auftritte gehen. Was aber gar nicht so leicht ist: Für die 2 Vorstellungen in München sind zwei Monate im voraus keine Karten mehr erhältlich :-(

PS.3: Schramm trat vergangenen November in Frankfurt vor einer Demonstration der Occupy-Bewegung auf, besonders hervorzuheben seine Zitate von Kapitalisten wie Warren Buffet, der über den Sieg des Kapitals im Klassenkampf redet, oder dem Automobilhersteller Ford sen., der froh darüber war, dass die Bürger das Finanz- und Bankwesen nicht verstünden, ansonsten eine Revolution ins Haus stehen würde, oder  dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt, der zur selben Zeit in der in Deutschland Hitler an die Macht kam – gerade auch mit Hilfe des Großkapitals und der Schwerindustrie – seinen Wahlkampf gewann, indem er den Reichen massive Reformen erst androhte und nach dem Wahlsieg auch umsetzte, so dass die kapitalistischen USA nach Jahren der Großen Depression wieder genesen konnte :

* Aus: Schreiben für die Freiheit. 1942-49. Im Beitrag “Eine Union: Jetzt oder nie.”

 

Photo: Pressebild georg-schramm.de (c) Achim Käflein
Enhanced by Zemanta
Getagged mit: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
Veröffentlicht unter Angela Merkel, Europa, Frank-Walter Steinmeier, Helmut Kohl, Katholische Kirche, Medien, Philosophie / Soziologie, Presse, Video
16 comments on “Mann des Jahres 2012: Georg Schramm
  1. Rust never sleeps says:

    Ja, Ja, Ja! Schramm ist einsame Klasse. Letztes Jahr hat GS bei uns im badischen Vergnügungspark Rust ne Gala mitgemacht wo er sich nicht zurück gehalten hat und dafür von den üblichen Ehrengästen übel beschimpft wurde.

    Georg Schramm sorgt für Eklat im Europa-Park:

    “Arschloch”, Aufhören” oder “Sauerei”, das sind einige der Reaktionen auf den Auftritt von Georg Schramm im Europa-Park. Hintergrund: Der Kabarettist nimmt sich die CDU vor.

    http://www.badische-zeitung.de/rust/georg-schramm-sorgt-fuer-eklat-im-europa-park–44782463.html

    Klasse! Das zeigt umso mehr dass der Mann recht hat. Ich bin dafür: Schramm Mann des Jahres! Gibts irgendwo ne Abstimmung???

  2. joker says:

    Mann des Jahres? Schram sollte Präsident werden! Dann wäre endlich mal einer im Amt, den das Volk respektieren würde.

  3. Sabine-84 says:

    Der Mann trifft ins Schwarze. Herr Schramm hat einen erstklassigen Auftritt vor der Occupy-Bewegung hingelegt http://www.youtube.com/watch?v=qtFJfOTAfOM

  4. EuroTanic says:

    Schramm ist sicher ein redlicher und mutiger Mann. Aber die Menschen sollten sich nicht immer auf andere verlassen. Jeder kann sich informieren, die Missstände ablehnen und das kriminelle und korrupte System boykottieren. Sicher ist das nicht einfach, aber niemand sagt, das wir Freiheit geschenkt bekommen. Und Menschen wie Schramm würden im Amt keine 14 Tage überleben. Die haben schon Menschen wie JFK umgebracht. Da halten sich die kriminellen Psychopathen, die wir unsere Politiker nennen mit dem Leben eines einzelnen Mannes auf.

  5. Jason says:

    Schramm hat sehr wohl ein loses Mundwerk und bringt gute Pointen, aber Mann des Jahres oder gleich Bundespräsident wie manche fordern? Wohl kaum. So einen braucht die Omi genau so wenig wie der durchscnittliche CSU- oder CDU-Wähler.

  6. Uwe says:

    Das ist das tragische an solchen Leuten, wie auch dem Pispers. Sie reden viel sehr gutes Zeugs daher, und bei denen, die sie eh mögen, kommen sie gut an, und bei allen anderen und somit insgesamt in der Sache bewirken sie überhaupt nichts.

    Von Dale Carnegie habe ich glaubhaft gelernt, dass man etwas nur macht, wenn man von etwas selbst überzeugt ist.

    Wenn Schramm & Co die Leute nun auf ihre Fehler stoßen, dann bewirken sie halt eher Ablehnung als Offenheit.

  7. Habnix says:

    Wer glaubt wir brauchen eine Führung für unsere Freiheit,der hat nix verstanden.

    Durch Entstehung eines Landes oder Staates kann es eine Demokratie und Freiheit nicht geben,weil Konkurrenz es nicht zulässt.

    Was ist das?

    Man wählt eine von mehreren Farben,bekommt aber eine andere Farbe mit einer anderen Farb Umrandung.

    Antwort: Die andere Farbe ist die Farbe des Faschismus und die Umrandung ist der Farbanstrich der Partei die gewonnen hat.

    Das ist die Wahlfreiheit der BRDGmbH.

    RE TAB: Verstehe nicht ganz genau was Sie meinen, aber denke es ist gut gemeint.

    Wir hatten nie eine freie Wahl.

    Wirtschaft ist Krieg im Frieden,erst wird der Konkurrent und der mögliche Konkurrent(Arbeitnehmer) bekämpft und falls das Ziel erreicht und es nichts mehr zu Gewinnen gibt,folgt der Satz “Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln”

    M.f.G

    Habnix

  8. Dasbeste says:

    Bloß nicht das Zitat von Schramm über Christian Wulff vergessen, weils grade so gut passt: “Leute wie Christian Wulff muss es schon im Mittelalter gege­ben haben. Thomas von Aquin hat über Christian Wulff gesagt: Die blasse Harmlosigkeit, die sich lei­der oft mit Erfolg für Sanftmut aus­gibt, soll nie­mand für eine christ­li­che Tugend hal­ten!” Ist doch perfekt, oder?

  9. Heinz says:

    Einer wie Schramm wird nie und nimmer Mann des Jahres, weder bei uns noch sonst wo, und schon zweimal nicht Präsident. Einer der sich den Mund nicht verbieten lässt wird nicht gewählt von unserer “ehrenwerten Gesellschaft”.

  10. borgdrone says:

    Danke für den Beitrag. Sehr gut.

  11. Mono says:

    Schramm: Sprachlich ein Genie, deshalb würde er sich wohl auch einen vorsichtigen Bürger gegenüber seinen Worten wünschen. Kritik sollte immer mit Selbstkritik gepaart sein, sonst gesellt man sich im zwecklosen Streit zu den jeder Kritik Erhabenen, die man kritisieren wollte.

    Politik erscheint mir immer als Zwickmühle: Sicherheit gibt es nicht, nur Überzeugungen und Integrität. Bei den Parteien vermisse ich beides. Nicht aber in der Gesellschaft.

  12. Luxxus says:

    Nicht ein wenig too much für einen Kabarettisten? Du lobst ihn ja über den Klee als wärs der neue Göde. Nur nicht übertreiben.

    RE T.A.B.: Ob er nicht auch Schwächen hat, Fehler, falsche Ansichten, nicht immer makellose Rhetorik? Doch. Aber kaum einer hat den Mut, sich so weit aus dem Fenster zu lehnen. Das ist mir Grund genug, ausnahmsweise einmal einen großen Bottich Lob über einen auszuschütten.

  13. anarschiszt says:

    Zu Schramm geht man nicht für Kabarett, sondern um sich seinen Anschiss abzuholen.

  14. Tausendwasser says:

    Toller Text und gelungene Quervergleiche mit Haffner (kennt man den noch?) Wer immer Sternberger ist, der scheint interessant zu sein. Da muss ich nachschauen. Vorher war ein Bezug zu Steinbrück drin? Darüber wär Herr Schramm nicht froh. Aber das scheint ja geklärt zu sein. Danke nochmals! Sehr zu empfehlen auch Schramms Programm “Thomas Bernhard hätte geschossen

  15. Schuldig says:

    “Auch die schlechteste Ideologie bleibt hängen, wenn sie nur oft genug gepredigt wird!” (sinngemäß vom Naziverbrecher Goebbels)

    Vielen Menschen spricht Schramm aus dem Herzen, nur überwiegt bei Vielen nicht allein die Bequemlichkeit zum Nichtstun und zum Ertragen, sondern es ist vielfach die Angst ( auch vorm eigenem Versagen einen eigenen Standpunkt zu haben oder eventuellem Irrtum) und der Zorn ist wohl auch noch nicht groß genug. Wenn es gelänge, zum richtigen Zeitpunkt deutschlandweit einen Schramm zu hören, der mutig die Finger in die Wunden legt, so würde die Masse rasch mitkriegen, daß wir Bürger nur zutieft verarscht und mißbraucht werden von der Politik für die Interessen des Finanzkapitals.

    Der Einzige, der bedingungslos die Wahrheit – weithin hörbar – aussprechen könnte, wäre ein parteienunabhängiger Bundespräsident – direkt vom Volk gewählt. Und das würde allerdings auch nur funktionieren, wenn es im Bundestag ein striktes Verbot von Parteiarbeit – möglicherweise sogar von Parteien – gäbe (ich weiß, alles Utopie…aber man kann ja ‘mal träumen).

    Einen Typen wie Schramm oder ihn selbst könnte ich mir gut anstatt eines SchafspelzWulf (oder wie der heißt) vorstellen, aber die Kosten zu seinem Personenschutz wären wohl kaum bezahlbar. Und es würde nicht lange dauern und er würde genauso enden wie JFK.

  16. Niklas says:

    Da 3Sat auch absichtlichen OnlineAlzheimer implemetiert hat, gibt’s hier “Meister Yodas Ende” etwas dauerhafter: http://en.sevenload.com/videos/UmJPTza-Georg-Schramm-Meister-Yodas-Ende

    RE T.A.B.: Klasse, vielen Dank!

3 Pings/Trackbacks für "Mann des Jahres 2012: Georg Schramm"
  1. Wort-Schuetzen » Blog Archiv » Georg Schramm for Bundeskanzler? Eine Gegenrede. says:

    [...] Spiegelfechter. Der Artikel ist eine wunderbar eloquent verpackte Ovation an Georg Schramm, weshalb Autor Schlesinger bereits in der ersten Woche des Jahres Georg Schramm zum „Mann des Jahres 2012“ kürt. Damit [...]

  2. [...] Mann des Jahres 2012: Georg Schramm [...]

Israel - Zitat des Tages

 At times it seems as if what Jews do to other jews in this country [Israel] would be defined in any other country as nothing less than antisemtisim.

David Grossman
(Israelischer Autor. Man vergleiche das mit einer nicht untypischen Äußerung eines ultra-orthodoxen jüdischen Siedlers: "The Israeli secular entity has to be destroyed. God can't reveal himself until it's all wiped out. As long as the state of Israel stays as it is, there will be no redemption." Shmuel Ben Yishai, Settler, Hebron (Interview CBS Frontline April 2005). Was der Siedler hier verlangt ist nichts weniger als die Beseitigung des Staates Israel.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

Andere Nahost-Blogs

Was andere Blogs schreiben

Archiv