Camp David 2000: Ehud Barak stellt 5 Bedingungen

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Rückblick:

Der israelische Regierungschef Ehud Barak hat nach einem Treffen mit US-Außenministerin Madeleine Albright [ kurz vor Beginn der Verhandlungen von Camp David] fünf Bedingungen für einen Friedensvertrag mit den Palästinensern genannt.

  • Israel werde auf keinen Fall zu den Grenzen vor dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 zurückkehren, sagte Barak dem israelischen Fernsehen.
  • Außerdem müsse ganz Jerusalem Hauptstadt von Israel bleiben, bekräftigte er mit Blick auf die Forderung der Palästinenser, den arabischen Ostteil Jerusalems zur Hauptstadt eines künftigen Staates Palästina zu machen.
  • Barak forderte weiter, keine ausländische Armee dürfe westlich des Jordantals stationiert werden. Das Jordantal war ebenfalls 1967 besetzt worden und bildet derzeit die Grenze zu Jordanien.
  • Zum Streit über jüdische Siedlungen im Westjordanland sagte Barak, die meisten Siedler lebten in Wohnungen unter israelischer Souveränität. Barak schloss zudem die Rückkehr von etwa 3,5 Millionen palästinensischen Flüchtlingen aus.
Ehud Barak

Ehud Barak

Diese Bedingungen des israelischen Premierministers widersprachen der UN-Resolution 242 vom November 1967, wonach sich Israel aus den in 1967 besetzten Gebieten zurückziehen muss (d.h. aus dem Westjordanland, dem Golan, Gaza und aus Ost-Jerusalem) und zu einer gerechten Regelung des Flüchtlingsproblems beitragen muss.

Nachdem die Verhandlungen von Camp David unter anderem an diesen Punkten scheiterten gelang es der israelischen und amerikanischen Seite, die alleinige Schuld der palästinensischen Seite aufzubürden.

Seitdem wird auf der israelischen Seite die Überzeugung gepflegt, man habe auf der arabischen Seite keinen „Partner für den Frieden„.

— Schlesinger

Quelle: SZ v. 07.06.2000 „Barak lehnt Rückkehr zu alten Grenzen ab“

Photo: ukinisrael / Flickr CCLizenz

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Veröffentlicht in Bill Clinton, Ehud Barak, Israel, Jerusalem, Naher und Mittlerer Osten, Palästina, Palästinenser, PLO, Sueddeutsche Zeitung, USA, Yassir Arafat

Israel - Zitat des Tages

 At times it seems as if what Jews do to other jews in this country [Israel] would be defined in any other country as nothing less than antisemtisim.

David Grossman
(Israelischer Autor. Man vergleiche das mit einer nicht untypischen Äußerung eines ultra-orthodoxen jüdischen Siedlers: "The Israeli secular entity has to be destroyed. God can't reveal himself until it's all wiped out. As long as the state of Israel stays as it is, there will be no redemption." Shmuel Ben Yishai, Settler, Hebron (Interview CBS Frontline April 2005). Was der Siedler hier verlangt ist nichts weniger als die Beseitigung des Staates Israel.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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