Zitat des Tages:

  He fought like a tiger. A real Rommel.

Maariv
(Israelische Tageszeitung. Charakterisierung von General Ariel Scharon, dem späteren Ministerpräsidenten, als "echter Rommel")

 

Israelischer Journalist Uri Blau auf der Flucht

Ein Spionage-Blockbuster könnte es sein, aber es ist Wirklichkeit, an die Fiktion bisweilen nicht heranreicht.

Wie im gestrigen Blog berichtet, kämpft Israel derzeit mit seinem Status als Demokratie, zumindest was die Frage der Pressefreiheit anbelangt.

Als die 23jährige israelische Journalistin Anat Kam brisante Dokumente aus dem Verteidigungsministerium journalistisch verarbeiten wollte, wurde sie unter Hausarrest gestellt.

Uri Blau, einer der von Kam eingeweihten Journalisten, der für die linksliberale israelische Ha’aretz schreibt, hat sich vorsichtshalber frühzeitig ins Ausland abgesetzt.

Blau berichtet nun nachträglich, dass er vor einem Monat  von Bangkok aus zuhause angerufen hat. Ein Polizist – man kann annehmen, dass es sich um einen Vertrauten Blau’s handelt – teilte ihm mit, dass in seinem Appartement eingebrochen wurde.

Es habe sich offenkundig nicht um einen Einbruchsdiebstahl gehandelt. Man habe vielmehr nach etwas Bestimmtem gesucht. Ihm wurde angedeutet, dass man viel über ihn weiß. Man hat wohl sein Telefon, seine Mails und seinen Computer angezapft.

Uri weiß, dass er auch früher vielen Leuten auf die Füße getreten ist. Das war zwar nicht immer angenehm, wie er sagt, aber es wurde akzeptiert.

Denn das gehört nun einmal zu den Aufgabe eines Journalisten, wie Blau vollkommen zurecht sagt:

… the journalist’s job is not to please his reader, employer or leaders.

It is to provide people with the best tools to judge and understand the goings-on around them.

Sollte in Israel nun eine andere Form des Umgangs mit journalistischer Arbeit Einzug halten, wäre das äußerst bedenklich.

Was die beiden Journalisten Blau und Kam anbelangt, dürften sie bald aus dem Schneider sein. Die Öffentlichkeit im Westen hat viel zu stark Anteil genommen, als dass sich Israel erlauben könnte hier hart durchzugreifen. Was künftig investigativen Journalisten widerfährt, weiß niemand.

– Schlesinger

Mehr: Frankfurter Rundschau

Photo: Haaretz / Archiv
Photo: Anat Kam / Facebook
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