Zitat des Tages:

  Die Lösung [des israelisch-palästinensischen Konflikts] ist ganz klar: der Staat Palästina muss innerhalb der vor 1967er-Grenze errichtet werden mit Jerusalem als der Hauptstadt von zwei Staaten: Ost-Jerusalem mit dem Harm Ash-Sharif muss zu Palästina gehören – West-Jerusalem mit der Klagemauer und dem jüdischen Viertel muss zu Israel gehören. Wenn diese Lösung im Prinzip akzeptiert wird, können Verhandlungen über die andern Probleme beginnen: Sicherheit, die auf Gegenseitigkeit beruht, Austausch von Gebieten, eine moralische und praktische Lösung für die Flüchtlinge, Wasserzuteilung usw. Dieser Frieden wird zustande kommen, weil die einzige Alternative für beide Seiten die Hölle bedeutet.

Uri Avneri
(10 Jahre Abgeordneter der Knesset, Friedensaktivist, Autor. Zur fortgesetzten israelischen Weigerung, Ost_jerusalem als Hauptstadt eines autonomen Palästinenserstaates anzuerkennen.)

 

Kein Oscar für Bashir, den Wrestler, aber für den Holocaust

Zwei Bemerkungen zur Oscarverleihung.

1. Dass der Oscar für die beste Hauptrolle an Sean Penn in “Milk” ging ist ok. Dennoch hätte ich lieber gesehen, dass Mickey Rourke für seine Rolle des “Wrestler” und damit für die Rolle seines Lebens die Ehrung erhalten hätte.

Einmal mehr hat die vielleicht beste Filmkritikerin unserer Tage Susan Vahabzadeh von der Süddeutschen ein treffliches Porträt zum Wrestler geschrieben:

Es geht hier, letztlich, auch um unseren Glauben, den großen modernen Irrtum, alles sei reparabel – als sei jede Krankheit heilbar und gebe es Wunden, die keine Narben hinterlassen; als könnte man in jeder Wirtschaftskrise das Ruder wieder rumreißen, dem Alter zur Not mit Hilfe der Schönheitschirurgie ein Schnippchen schlagen, Diktatoren blutig absetzen und wundersamen Frieden schaffen.

Der Blick aufs große Ganze mag das manchmal so scheinen lassen; für einen einzelnen Menschen bleibt ein verlorener Tag verloren.

Eine verkorkste Biographie, eine verwirkte Jugend, der Tod sind nicht umkehrbar oder reparabel.

Lesen Sie auf der SZ die ganze Kritik.

2. Dass aber das Meisterwerk zum Libanonkrieg von 1982, Waltz with Bashir, leer ausging werde ich Hollywood für die nächsten 11 Monate nicht verzeihen.

Es kommt nicht alle Filmjahre vor, dass ein Regisseur ein großes Thema in eine bislang ungekannte Form gießen und diesem Thema ganz neue Facetten geben kann.

Ari Folman hätte die Trophäe verdient.

– Schlesinger

(Photo: BitchBuzz)
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