Maximilianeum: Kein Aufenthalt im Gefahrenbereich!

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UPDATE 29.08.2008
Amtliches Ergebnis:

Der Super-GAU für die CSU ist eingetreten:

Die Christsozialen stürzten von 60,7 auf 43,4 Prozent ab.

Die SPD kommt auf 18,6 Prozent.

Die CSU verlor der Hochrechnung zufolge damit 17,3 Prozentpunkte. Die SPD musste ein Minus von 1,0 Prozentpunkten hinnehmen. Gewinner des Abends waren die Freien Wähler (FW) mit einem Plus von 6,2 Prozentpunkten und die FDP mit 5,4 Prozentpunkten mehr als 2003. Auch die Grünen legten um 1,7 Prozentpunkte zu.

CSU-Chef Erwin Huber sprach von einem „schwarzen Tag“ für seine Partei.

Wie sagte Edmund Stoiber einmal: Ein Ergebnis von 49 Prozent würde den Nimbus der Partei zerstören.

Huber: „Summe von Einflüssen“

CSU-Chef Erwin Huber machte für die Niederlage ,,eine Summe von Einflüssen über fünf Jahre hinweg‘‘ verantwortlich und gab damit indirekt auch seinem Vorgänger Edmund Stoiber die Mitschuld.

Was ist eine „Summe von Einflüssen“? Das schwere Kantinenessen, das es dem CSU-Chef unmöglich machte, nachmittags produktiv zu arbeiten?

Scherz beiseite: Die Hilflosigkeit dieses Erläuterungsversuchs entstpricht der Hilflosigkeit des Zustandes vor der Wahl. Herr Huber hätte auch folgende big points bennen können:

  • Das Desaster um den Transrapid
  • die Milliardenausfälle bei der Bayerischen Landesbank BayernLB (in dessen Aufsichtsrat er sitzt)
  • die von der Mehrheit in Bayern (57%) nicht akzeptierte Bildungspolitik mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8), plus einem nicht unerheblichen Lehrermangel

Keinen Deut qualifizierter sprach der Ministerpräsident von einem

„Sturmangriff der anderen Parteien“

Auftritt von Ministerpräsident Beckstein:

Günther Beckstein trifft im ARD-Wahlstudio ein. Er wippt noch mehr als sonst auf den Zehenspitzen, als er auf die Fragen antwortet. Schuld an der desaströsen Niederlage sei der „Sturmangriff der anderen Parteien“ gewesen.

Sturmangriff? Der Vorgang läßt sich eher vergleichen mit einem scharfen Pusten gegen ein personell labiles Kartenhäuschen, das bis zuletzt versucht hat, sich als Villa auszugeben.

Heute abend sprach ich mit einer Bekannten, deren Freundin bei „Berlin Mitte“ arbeitet. Beckstein war dort zu Gast. Besagte Freundin hat schon viel Politprominenz erlebt und war geradezu perplex, wie umgänglich, nett und humorvoll Beckstein gewesen ist.

Das entspricht der heutigen Darstellung der Münchner Abendzeitung:

Berühmt sind Becksteins Scherze über die Ehe mit seiner Frau Marga: «Ich ringe um Gleichberechtigung.» Im Gegensatz zu Stoiber und dessen royalem Auftreten verkörpert Beckstein den Typus des ebenso nüchternen wie pfiffigen Nürnberger Bürgers. Und ebenfalls im Gegensatz zum Solisten Stoiber gilt Beckstein CSU-intern als Mannschaftsspieler.

Es kann ja sein – bin mir da aber nicht sicher – dass das Gespann Beckstein-Huber unter die Räder einer Mediendemokratie gekommen ist. Für die Anforderungen einer Mediendemokratie waren / sind beide keinesfalls geschaffen.

Saublöd kann man auch nur den Spruch von SPD-Landesvize Beyer nennen:

seine Partei habe zwar das Wahlziel verfehlt, aber dennoch einen Regierungsauftrag, mit den anderen Parteien eine Koalition gegen die CSU zu bilden.

Die CSU hat vielleicht ein Desaster erlitten. Sie hat aber nichtsdestoweniger 43% der Stimmen. Und der Hirni Beyer redet mit seinen 19% vom Auftrag einer Koalitionsbildung? Auf gut bayrisch: Du bist a Depp, Beyer !

Dieser Politikerreflex spielt sich kurioserweise auch gerade in den Blogs ab, die soch ansonsten rühmen, fern solcher peinlicher Auftritte zu sein. Da ist dann so was zu lesen:
„Satte 19% hat die SPD nun ersten Prognosen zufolge bei der Landtagswahl in Bayern eingefahren.“

Bitte? Die CSU gibt 16-17% ab und die SPD ist nicht nur NICHT in der Lage, auch nur ein Pünktchen davon abzuschöpfen, sondern verliert gegenüber den 19,6 % der letzten Wahl, und dennoch quatschen manche Blogs von „satten 19%“ ? Jungs, macht mal halblang mit dem Gras, ja?

Kaum besser die Stellungnahme von SPD-Chef Franz Maget:

„Die CSU ist abgewählt in Bayern.“

Es gebe die Möglichkeit, jetzt eine Regierung „jenseits“ der CSU zu bilden.

Die SPD sei bereit, davon Gebrauch zu machen.

Lieber Franz: „Abgestraft“ ist etwas anderes als „abgewählt“. Du tust Dir und der SPD mit Blick auf Dein ebenfalls lausiges Ergebnis keinen Gefallen, so große Töne zu spucken.

EIN (CSU) Politiker war in der Lage, einen nüchternen Kommentar abzugeben:

„Der Wähler hat uns abgestraft. Und er hat die Strafe nicht einmal zur Bewährung ausgesetzt.“

Das war der Fraktions-Vize Engelbert Kupka. Ehrlicher Respekt!

Bayern wird am Ergebnis keinen Schaden nehmen. Wie heißt es gleich: Konkurrenz belebt das Geschäft. Das hat vielleicht gefehlt in den letzten Jahren.

— Bigdaddy

(Photomontage: TAB, Original:cr4m0)
(Grafik: Landeswahlleiter)
(Photo: TAB)
(Photo: TAB)
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Israel - Zitat des Tages

 At times it seems as if what Jews do to other jews in this country [Israel] would be defined in any other country as nothing less than antisemtisim.

David Grossman
(Israelischer Autor. Man vergleiche das mit einer nicht untypischen Äußerung eines ultra-orthodoxen jüdischen Siedlers: "The Israeli secular entity has to be destroyed. God can't reveal himself until it's all wiped out. As long as the state of Israel stays as it is, there will be no redemption." Shmuel Ben Yishai, Settler, Hebron (Interview CBS Frontline April 2005). Was der Siedler hier verlangt ist nichts weniger als die Beseitigung des Staates Israel.)

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