Aufforderung an Israel: Studenten aus Gaza ausreisen lassen

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UPDATE 11.08.2008: Heute wurden von geeigneter Seite Schreiben an die Rektoren bzw. Dekane der bei uns betroffenen Universitäten gesandt, um über die Situation aufzuklären und helfend einzuschreiten. Besonderen Dank an Frau Ellen Rohlfs, der Übersetzerin von Uri Avnery, für ihre Vermittlung!

Liebe Blog-Leser,

heute schrieb mir Sara, die für die israelische Menschrechtsorganisation Gisha tätig ist, in dringlicher Angelegenheit.

Noch immer verhindert Israel die Ausreise von mehreren Hundert Studenten, die ihre Studien an auswärtigen Universitäten – unter anderem in Marburg und Halle – aufnehmen beziehungsweise fortsetzen möchten.

Gisha bittet uns alle um Mithilfe,

indem wir zum Beispiel ein auf der Webseite von Gisha vorbereitetes Protestmail an den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert, Verteidigungsminister Ehud Barak, Außenministerin Tzipi Livni und Erziehungsminister Yuli Tamir senden:

Dear Michael,

Hundreds of Palestinian students are currently trapped [gefangen gehalten] in the Gaza Strip – unable to reach the universities around the world to which they have been accepted [wo sie bereits eingeschrieben sind].

Since June of 2007, Israel has imposed a closure on the Strip [Seit Juni 2007 hat Israel eine Blockade über den Gazastreifen verhängt], violating the right to freedom of movement and other rights for which freedom of movement is a pre-condition, such as the right to access education.

Faced with pressure from world leaders outraged over the ban, Israeli officials declared that they would allow exit for just a few dozen students in Gaza holding “recognized scholarships” as a gesture to “friendly countries” but will continue to prevent hundreds of other students from reaching their studies [Angesichts des Drucks von politischen Führern weltweit, die über die Blockade empört waren, haben israelische regierungsstellen erklärt, sie würden einigen Dutzend Studenten mit "anerkannten Stipendien" als Geste gegeüber "befreundeten Staaten" die Ausreise erlauben. Dennoch werden Hunderte von Studenten weiterhin davon abgehalten, ihr Studium fortsetzen zu können.]

With each passing day, Gaza’s most talented young people risk losing their places in universities abroad – and losing their chance to pursue their dreams of building a better future in the region.

You can find further information on this issue in Gisha’s report issued in June 2008, and an update in Gisha’s July 2008 Power Point Presentation. (Hier unsere deutsche Übersetzung).

Israel muß das Ausreiseverbot aufheben!

With the new academic year fast approaching, Gisha – Legal Center for Freedom of Movement is working to persuade the Israeli authorities to cancel the ban on students leaving the Gaza Strip and to allow Gaza’s students to reach their studies abroad.

We ask you to support this effort by hosting one of our campaign banners on your blog for a period of between a few days to few weeks – according to your ability. We would also appreciate if you’ll take the time to write a post regarding the issue.

Facilitating freedom of movement [ Bewegungsfreiheit zu erleichtern] for the students from Gaza will serve as a gateway for a better future for Palestinians and Israelis, based on respect for human rights and mutual dignity.

Your support will help young people in Gaza reach their studies – and contribute to building a better future in the region.

Best Regards,

SaraCeliberti

Gisha – Legal Center for Freedom of Movement

Bitte folgende Webseite von Gisha besuchen und das Protestmail senden:

www.trappedingaza.org.

Die Protestaktion ist heute angelaufen. Bislang sind erst bescheidene 70 Protestmails versandt worden (lt. Zähler). Das muss sich schleunigst ändern! …: Für was habt Ihr Hirn, Herz und Tastatur ?!

Versenden Sie diese Info bitte auch an Ihre Freunde und Bekannten (Sie können das Mail-Symbol links unterhalb dieses Blogs verwenden, um diesen Text zu versenden).

Protestieren Sie per Mail bei der israelischen Botschaft gegen die israelische Blockade-Politik:

botschaft@israel.de

Kontaktieren Sie Ihren

Bundestagsabgeordneten, oder

Jerzy Montag, den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, oder

Ruprecht Polenz, den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, oder

Frank-Walter Steinmeier, unseren Außenminister.

und fordern Sie sie auf, sich gegen diese unmenschliche Politik zu wenden.

Beispiel-Text:

Sehr geehrter Herr Minister Steinmeier,

noch immer verhindert Israel die Ausreise von mehreren Hundert Studenten aus dem Gaza-Streifen. Das neue akademische Jahr beginnt in Kürze. Die Studenten sind bereits an Universitäten in arabischen, europäischen und amerikanischen Ländern eingeschrieben. Einige davon möchten ihr Studium auch in Deutschland aufnehmen beziehungsweise fortsetzen. Israel verhindert mit seiner Blockadepolitik die Herausbildung akademischer Berufe unter Palästinensern und untergräbt damit die soziale und ökonomische Zukunft Palästinas. Im übrigen stellt die Blockade einen völkerrechtswidrigen und inhumanen Akt dar, der nicht hinnehmbar ist. Ich möchte Sie daher nachdrücklich bitten, sich für eine Aufhebung der Sperre einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

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Wir würden uns freuen eine Rückmeldung von Euch / Ihnen zu bekommen, ob und wie Sie sich an eine der o.g. Kontakte gewandt haben (am einfachsten per comment).

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Im Namen von Sara herzlichen Dank für Eure Unterstützung!

Euer

Transatlantikblog

(Photos: www.gisha.org)

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Medienberichterstattung

Tagesschau

Neue Zürcher Zeitung

Der Spiegel

Focus

Haaretz (Israel)

BBC News

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Israel - Zitat des Tages

 At times it seems as if what Jews do to other jews in this country [Israel] would be defined in any other country as nothing less than antisemtisim.

David Grossman
(Israelischer Autor. Man vergleiche das mit einer nicht untypischen Äußerung eines ultra-orthodoxen jüdischen Siedlers: "The Israeli secular entity has to be destroyed. God can't reveal himself until it's all wiped out. As long as the state of Israel stays as it is, there will be no redemption." Shmuel Ben Yishai, Settler, Hebron (Interview CBS Frontline April 2005). Was der Siedler hier verlangt ist nichts weniger als die Beseitigung des Staates Israel.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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