Zitat des Tages:

  Zwei Gebiete kommen in Betracht: Palästina und Argentinien

Theodor Herzl
(Begründer des politischen Zionismus, *1860- 1904. Aus: "Der Judenstaat", 1885)

 

Shoah-Gedenktag: Reich-Ranicki vor dem Bundestag

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Von linksterroristischen Gruppen und rechtsterroristischen Zellen

Über die “Sauerland-Gruppe” berichteten mit dieser Bezeichnung der SPIEGEL, die WELT, der Stern, die taz, die FAZ und der ganze übrigen Medienrest.

Über die “Zwickauer Zelle” berichteten mit dieser Bezeichnung der SPIEGEL, die WELT, der Stern, die taz, die FAZ und der ganze übrige Medienrest.

“Zelle” ist was Kleineres, vielleicht was ganz Kleines.

“Gruppe” ist was Größeres, vielleicht was ziemlich Großes (“Gruppierung”).

Die islamistische Terrorgruppe aus dem Sauerland war demnach was Größeres (auch wenn sie nur aus drei Personen plus 1 Helfer plus unbestimmten Kontakten ins Ausland bestand).

Die braune Terrorzelle aus dem Osten war demnach was Kleineres (auch wenn sie umgeben war von einem nicht überschaubaren Netzwerk anderer brauner und höchst militanter Gruppen).

Sollte es eine stille Übereinkunft geben in der Presse, dass Terroristen von links oder aus anderen Religionen ein “große” Bedrohung darstellen, aber Terroristen von rechts eine “kleine” Gefahr sind, weil immerhin irgendwie “deutsch”?

– Schlesinger

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Netanjahu droht Israel

Endlich wagt eine große Zeitung einen längst bekannten Sachverhalt offen auszusprechen.

Die Süddeutsche meldet heute:

Netanjahu droht Iran

Netanjahu droht Iran

Dass Israels Premierminister Netanjahu eine Bedrohung für sein Land darstellt ist nichts Neues.

Immerhin war es der damalige Oppositionsführer “Bibi” Netanjahu, der den radikalen Widerstand gegen Ministerpräsident Yitzhak Rabin anführte, welcher die Vereinbarungen von Oslo unterzeichnete.

Nach der Ermordung Rabins verweigerte seine Witwe Leah dem kondolierenden Netanjahu den Handschlag. Auch später hat sie ihm nicht verziehen, wie er in größt möglicher Radikalität gegen ihren Mann aufgewiegelt hat.

Als Netanjahu in der Nachfolge von Schimon Peres zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, begann er umgehend den Friedensprozess einzufrieren. Das war für niemanden eine Überraschung, denn schließlich hat es Netanjahu in seinem Buch “A place among the nations” im Detail dargelegt, dass Frieden mit den Arabern unmöglich sei und Israel sich ausschließlich auf das Schwert verlassen könne.

Netanjahu kann nur “Sicherheitspolitik”

Armer Bibi. Er kommt aus seinem geistigen Gefängnis nicht heraus. Er ist der Sohn von Benzion Netanjahu, der glühender Anhänger und Sekretär von Vladimir Jabotinsky war – dem Begründer des sogenannten revisionistischen Zionismus mit der Idee eines Großisrael und der Forderung nach militärischer Dominanz über die Araber.* Netanjau junior hat beider politisch-ideologische Ansichten in zum Teil radikalerer Form übernommen. Dabei sieht sich Bibi einer homogen feindseligen arabischen Umgebung gegenüber, kennt nur Schwarz und Weiß, nicht unähnlich dem manichäischen Weltbild des George W. Bush.

Aus taktischen Gründen gibt er sich bisweilen den Anstrich Frieden zu suchen. Den Frieden aber, den sich Netanjahu vorstellt kann es und wird es nicht geben. Es ist ein Friede, der die völlige Unterwerfung des anderen voraussetzt.

Was für eine absurde Idee im 21. Jahrhundert und in Zeiten des arabischen Frühlings.

Den reellen Forderungen seiner eigenen Bürger, wie sie von der Bewegung J14 im vergangenen Jahr landesweit und unüberhörbar zum Ausdruck gebracht wurden, kann und will er sich nicht stellen. Er kann und will nur “Sicherheitspolitik”. Davon ist er besessen.

Netanjahu ist ein übrig gebliebener Kalter Krieger.

Er ist für Israel kein “Gottesgeschenk”, obwohl das die Bedeutung seines Namens ist. Er ist eine Bedrohung.

– Schlesinger

* Vgl. den Artikel “The Iron Wall” von Vladimir Jabotinsky

Bild: Auszugsweise Kopie des SZ-Artikels v. 25.01.2012

Nachtrag:

In einem aktuellen Beitrag der israelischen Tageszeitung Haaretz rügt Carlo Strenger Netanjahus ständigen Gebrauch des Holocaust zu niederen politischen Zwecken. Zuletzt verband Netanjahu die vermeintliche oder echte Bedrohung durch das Atomprogramm des Iran mehrfach mit einem drohenden Holocaust.

Netanyahu’s use of the Holocaust is morally problematic.

By bringing it up, time and again, he implies that he is the savior that protects the Jewish people from extinction, whereas his political opponents are not sufficiently alert to the Jewish people’s survival. He also makes it sound as if only his policy can protect Israel. Lately not only his political opponents like Tzipi Livni have criticized this tactic. Even Likud MK and Speaker of the Knesset Reuven Rivlin has taken Netanyahu to task for overusing the Holocaust.

Netanyahu’s strategy is also politically unwise.

In off-the-record conversations, European and American politicians and diplomats often express annoyance at Netanyahu’s constant attempts to manipulate the world by engendering feelings of guilt. European politicians are well aware of the Holocaust and some of their countries’ highly problematic behavior in WWII; they do not need to be reminded of it. Netanyahu’s manipulations do nothing to engender loyalty to Israel. If anything, they drive away friends.

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Information als soziale Sättigungsbeilage

Auch ein Beitrag zum Untergang der Costa Concordia.

Wir leben in einer Informationsgesellschaft“.

Dieser Satz ist schrecklich wahr.

Er ist wahr, wenn man die Definition von Wikipedia zugrunde legt:

Information ist eine zeitliche Abfolge von Signalen, deren Sinn und Bedeutung der Empfänger, nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten, interpretiert.

Einfacher gesagt:

Irgendjemand wird irgendetwas irgendwie mitgeteilt und er /sie nimmt es so oder so auf oder gar nicht.

Während der Eingangssatz “Wir leben in einer Informationsgesellschaft” noch etwas unbegründet Positives an sich hat, irritiert die Wikipedia-Definition und die daran anschliessende Umformulierung, nicht wahr? Stimmt.

Die Irritation rührt von der Beliebigkeit, dem Ungefähren und vor allem: Dem Wertfreien, das die Definition mit sich bringt.

Und doch wird damit der Zustand unserer sogenannten Informationsgesellschaft genauer beschrieben, als man es vielleicht gerne hätte.

Der Untergang der Informationsgesellschaft

Der Untergang der Informationsgesellschaft

Diese Wirklichkeit erinnert ein wenig an die Verhältnisse in den Kantinen großer Firmen. In  Großkantinen wird routiniert das mittelmäßige Essen bereitet, von dem die Köche wissen, dass es gerne gegessen wird: Mittwochs Backhühnchen mit Pommes. Freitags panierter Seelachs mit Remouladensoße und Kartoffelsalat. Billige Zutaten für einfache Kost, die den Magen füllt. Möge keiner fragen, wie es um die Produktionsbedingungen des billigen Huhns oder den Auswirkungen der Remoulade auf Ihren Cholesterinspiegel bestellt ist.

Die Verbraucher stopfen es ganz nach dem Motto unserer Großeltern in sich hinein: “Gegessen wird was auf den Tisch kommt!” Wer kennt nicht die Kollegen, die auch das fettigste Essen oder die pampigsten Nudeln bis zur letzten Gabel brav aufessen? Weil sie erstens dafür bezahlt haben und zweitens daran gewöhnt sind “nichts verkommen” zu lassen.

Das alles hat eine große Ähnlichkeit mit der Art Informationen zu nutzen, die uns die Medien bereitstellen.

Man muss nicht unbedingt die notorische BILD heranziehen. Die ganze Nation diskutiert derzeit den Untergang des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia. Das Thema rangiert auch bei seriösen Blättern wie der Süddeutschen ganz oben. In teils ganzseitigen Beiträgen wird über jedes denkbare Detail berichtet. Und das Publikum nimmts gerne an.

Information als soziale Sättigungsbeilage, als Zumutung

Gewiß: Solche Themen bieten Stoff für einfache Unterhaltung, für Kommunikation um der Kommunikation willen. Die soziale Komponente von Unterhaltung, auch wenn sie sich um Banales oder Triviales dreht, ist nicht zu unterschätzen. Soziale Sättigungsbeilage. Daran gibt es nichts auszusetzen.

Nur stellt sich die Frage: Wo anfangen, wo aufhören, wann aufhören mit Information, die nicht mehr liefert als Triviales? Warum sich mit einem gekenterten Mittelmeerdampfer beschäftigen? Jeden Tag gibt es Hunderte Unfälle jeglicher Art. Welcher Vorfall lohnt die Beschäftigung? Lohnen dergleiche Vorfälle überhaupt der Beschäftigung? Oder nimmt man sich solcher Themen an, weil man schlicht daran gewöhnt ist, alles an sich heran zu lassen?

Mit Blick auf die die schiere Menge an Information muss klar sein: Wir haben es nicht mit einem Informationsangebot zu tun, sondern mit einer Informations-Zumutung.

“Dort draussen” drängen Milliarden von Informationen an einen heran. Bleibt es dem Zufall überlassen, was man aufnimmt und was nicht? Insgesamt betrachtet wird man sagen müssen: Ja.

Besonders augenscheinlich wird das in den Haltestellen der U-Bahnen unserer großen Städte . Dort sieht man allzu oft diese überdimensionalen “Info”-Bildschirme, auf denen im Sekundentakt zwischen Werbung, Wetter, Zitat des Tages, TV-Tipps und Promibefindlichkeiten gewechselt wird.

Die  wartenden Fahrgäste scharen sich um diese Bildschirme, scheinen wie magnetisch von ihnen angezogen zu sein, und konsumieren besinnungslos, was auf sie einflimmert. Wären diese Bilder etwas Alkoholisches könnte man sagen: Saufen bis die U-Bahn kommt. Wenn Sie es noch schroffer möchten: Die Leute sammeln sich wie Exkrementfliegen um einen unappetlichen Haufen Infotainment.

Dieses Beispiel ist insofern bemerkenswert, als man sagen kann, dass geschätzte 80 Prozent der Wartenden auf diese Infotafeln schauen. Quer durch alle Altergruppen, Geschlecht, äußeres Erscheinen. Daraus darf man schliessen: Es ist “uns” in Fleisch und Blut übergegangen, alles was im Gewand der Information an uns herankommt zuzulassen. Das beantwortet freilich nicht die Frage ob das gesellschaftlich wünschenswert ist.

Eins sollte klar sein. Unser aller Tag hat nur 24 Stunden. Bei allen, die einer normalen Arbeit nachgehen, Anfahrtzeit zum Büro brauchen, noch einkaufen, essen, abwaschen und die Kinder versorgen bleibt nur wenig Zeit übrig, die frei verfügbar ist.

Alleine dieser Umstand müsste dazu drängen, eine sorgfältige Trennung vozunehmen zwischen Wichtigem und Unwichtigem.

Die große Ablenkung

Die vielen Einzelnen, die es für sich ganz in Ordnung finden, sich zerstreuen zu lassen – schliesslich hat man schon tagein tagaus seine liebe Not in der Arbeit, der Familie, dem Haus etc.pp. – sehen nicht, wie sich diese einzelne Zerstreuung zwangsläufig summiert zu einer Art kollektiver Ablenkung der ganzen Gesellschaft.

Gestern erzählte eine Bekannte, die im sozialen Bereich tätig ist, ausführlich über mangelhafte Zustände in der Pflege und besonders in der Versorgung von demenzkranken Alten.

Da war vieles dabei, von dem man ganz klar sagen muss: Es müsste, es dürfte nicht sein.

Mit einiger Berechtigung kann man behaupten: Es liegt an der mangelnden Konzentration der gesellschaftlichen Kräfte auf das Wesentliche. Hier kommt die kollektive Ablenkung zum Tragen. Wenn sich Millionen Bürger je zwanzig Minuten wahlweise besorgt oder entrüstet zeigen über die bizarren Aktionen des Kapitäns der Costa Concordia wurden 20 Millionen Minuten bürgerlicher Zeit dieses Tages verbraucht.

Zeit ist inkommensurabel, nicht ersetzbar. Statt Bürger zu sein verbrauchen die Menschen ihre Zeit damit, unnütze Informationen zu verbrauchen.

Eine unendliche Verschwendung. Wie kann es wundern, dass weit und breit keine “Lobby” mündiger Bürger zustande kommt, die en masse so massiv auf die Politik einwirkt, dass die Pflegemisstände beseitigt werden? Dasselbe gilt für beliebig viele andere höchst wichtige Themen.

Unumstößlich ist: Zeit ist unteilbar.

Wenn sich die Masse der Deutschen um die Costa Concordia kümmert, des weiteren ihre Superstars und Eurovisions-Sternchen und Millionäre und Dschungelfreaks sucht und findet, bleibt wenig, sich um andere Themen zu kümmern. Um das Thema Demenz zum Beispiel. Man stelle sich vor dieselbe Energie die für das Gerede um das untergegangene Schiff vergeudet wurde würde verwendet, indem zwanzig Millionen geharnischte Mails, zornige Anrufe oder einfach nur sachlich-mahnende Briefe an die Abgeordneten gingen mit der Aufforderung, der Altenpflege die politische Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ein “christliches Land” diesem Thema schuldet.

Diese Verschwendung, diese monströse Mißachtung des wirklich Wichtigen, diese fahrlässige Ablenkung hat notwendig Folgen im Guten wie im Schlechten.

Im Guten dadurch, dass sich immer Menschen finden die versuchen zu retten was zu retten ist und sich zum Beispiel als Pfleger und Schwestern verausgaben. Dass diese “Ausputzer” – die Gesellschaft macht sie dazu, auch wenn sie es nicht zugeben will – chronisch unterbezahlt und hoffnungslos überbeschäftigt sind, wird mit Bedauern hingenommen.

Im Schlechten dadurch, dass in solchen gesellschaftlich unbeobachteten Ecken fragwürdige Akteure auf den Plan treten. Nicht wenige Geschäftemacher nutzen die Pflege längst als lukratives Geschäft. Daneben gibt es mit der Pharmaindustrie, den Ärzten und Kliniken weitere einflussreiche Gruppen die kein Interesse daran haben, dass alle Aspekte zur Thematik Altenpflege transparent sind.

Wir unglücklichen Eloi

Man kann bei dieser “großen Ablenkung” an den Film- und Buchklassiker “Die Zeitmaschine” von H.G. Wells denken, in dem ein britischer Wissenschaftler des 18.Jahrhunderts eine Zeitmaschine erfindet, um in die Zukunft zu reisen. Er kommt beim Volk der Eloi an. Das scheint höchst glücklich und vertreibt sich die Zeit bei allerlei Spielen, aber hat vergessen auf was es wirklich ankommt. Die Bücher der Eloi, in denen die wichtigen Informationen standen, sind längst zu Staub zerfallen. In bestimmten Abständen ruft sie eine Sirene der unterirdisch lebenden Finsterlinge der Morlocks auf, sich einzufinden. Lammfromm begeben sich die Eloi zur Sammelstelle, wo eine bestimmte Menge von ihnen geopfert wird. Den Schrecken vergessen sie sogleich und fahren fort mit ihren Zeitvertreiben.

Vom Glückszustand der Eloi sind wir weit entfernt. Unsere Opfergaben an Staat, Banken und Pharmakonzerne aber liefern wir lammfromm ab. Und kehren zurück an die Stätten unserer Zerstreuung.

– Schlesinger

Bild: Photomontage T.A.B.

 

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Entmutigend: Wulff, Westerwelle ermutigen Palästinenserpräsident Abbas

Keine Ermutigung ist deprimierender als die Ermutigung, die aus völliger Unkenntnis resultiert. Sie ist bloß gut gemeint.

Das ist vielleicht nett im privaten Bereich, wo einem eine kleine Aufmunterung schon weiter helfen kann. Im politischen Bereich ist es nicht ganz so einfach. Vor allem wenn schwache Parteien in der politischen Arena jahrzehntelang nicht viel mehr als Ermunterung erfahren haben, wenn überhaupt.

Was ein Palästinenserpräsident bestimmt nicht braucht ist eine kleine Aufmunterung “unter Freunden”.

Westerwelle, weithin bekannt als fundierter Kenner der Lage im Nahen Osten hat Mahmoud Abbas empfangen und ihn “ermuntert” – wie Agenturen und manche Medien völlig ironiefrei berichten – die Verhandlungen mit den Israelis fortzuführen, weil dies der beste Weg sei zu einer Zweistaatenlösung.

Ach. Guido. Da könnte sogar meine olle alte Tante Frieda während dem Krautwickel-Wickeln Erhellenderes sagen…

Und dann muss der arme Abbas auch noch zu unserem Wuff Präsidenten Wulff. Als hätte er nicht schon genug Sorgen.

Mut und Weitsicht und Kompromissbereitschaft !

Der Christian meinte zu Mahmoud mit dem herzlichen Joker-Lächeln, das er nur ganz ganz selten zeigt, er müsse in den Verhandlungen Mut, Weitsicht und so weiter zeigen.

Damit hat er dem Palästinenserpräsidenten “den Rücken gestärkt”, meint jedenfalls der SPIEGEL.

Wulff: Netanjahu ist ein Lügner !?

Im Zuge dieser beiden Treffen kursierte im Internet die dreiste Lüge, Christian Wulff habe gegenüber Mahmoud Abbas geäußert der israelische Premierminister Netanjahu sei “Lügner” den er “nicht ausstehen” könne.

Hier haben sich manche einen Scherz erlaubt und Wulff den Satz in die Schuhe geschoben, den tatsächlich Frankreichs Präsident Sarkozy gegenüber US Präsident Obama geäußert hat.

Viel brisanter allerdings ist – wie kolportiert wurde – eine kurze Unterhaltung zwischen Wulff und Abbas im tete-a-tete.

Demzufolge hat sich Präsident Wulff jenseits aller diplomatischen Beschränkungen ermannt mit Abbas “Tacheles” zu reden.

Wulff soll Abbas zugeraunt haben:

Wir müssen nicht Versteck spielen.

Ich bin gut informiert über die Absichten und Hintergründe des israelischen Premier Netanjahu.

Wer kennt nicht dessen Autobiografie “A Place among Nations” ?

Bitteschön. Dort schreibt er doch in unzähliger Wiederholung, dass er die Westbank, also “Judäa und Samaria” nie aufgeben würde.

[ Wulff kramt in seiner Tasche, fischt einen kleinen Merkzettel heraus, ein bisschen stolz errötet]

Hier, Mister President, ich habe mir die Worte Netanjahus heraus schreiben lassen:

the truth is that for Israel to protect its cities, it must retain military control over virtually all the territory west of the Jordan river. [...]

Carving Judea and Samaria out of Israel means carving up Israel.

Dass der Mann nie und nimmer freiwillig die Westbank aufgibt, in dem im wesentlichen Ihr künftiges Palästina sein soll, ist doch klar. Das mit der Zweistaatenlösung ist damit Quatsch, verzeihen Sie, wenig realistisch. Also müssten wir ganz andere Hebel ansetzen. Aber ich sag Ihnen ganz offen: Wir Deutsche können da nur indirekt wirken. Sie wissen warum. Und ob unsere europäischen Freunde in der Mehrheit Druck auf Israel ausüben werden, das möchte ich bezweifeln. Präsident Obama würde gerne mehr tun, aber er hat seine Lektion wie wenig Macht der amerikanische Präsident in Sachen Israel hat auf die ganz harte Tour lernen müssen. Deshalb können wir Ihnen nicht viel mehr als schöne Worte bieten. Oh, Vorsicht, lächeln, hier kommen die Journalisten!

Leider kann dieses Gespräch nicht zuverlässig bezeugt werden.

Vielleicht hat es im schlimmsten Fall auch nie stattgefunden.

Was bedeuten würde: Im schlimmsten Fall ist die Realität der schlimmste Fall.

– Schlesinger

PS.: Faktisch richtig am fiktiven Gespräch Wulff-Abbas ist der Hinweis auf die Netanjahu-Autobiografie. Das angeführte Zitat findet sich auf S. 284, 287, Bantam Books 1993

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