Zitat des Tages:

", erinnert sich Czeslaw Borowi, ein dicker, fröhlicher Bauer, und die Bauern aus seiner Nachbarschaft bestätigen seine Worte: . fragt Claude Lanzmann. "

Amos Oz
(Israelischer Schriftsteller. Schilderung eines der unzähligen Interviews, die der Regisseur Claude Lanzmann für seinen Film "Shoah" führte.)

Nahost-Gespräche: Mit Joe Biden zurück auf Start

March 9th, 2010

Die Hoffnungen waren überall groß, die man in US Präsident Obama setzte, um den Friedensprozeß im Nahen Osten zu einem guten Ende zu bringen.

Dass dies ganz oben auf seiner Agenda stünde, hatte Obama schon während des Wahlkampfes deutlich gemacht.

Dass er es ernst meinte, verdeutlichte er einerseits mit seiner Kairoer Rede, die ein klares Signal sein sollte, nicht nur zu Israel halten zu wollen, sondern gleichberechtigt mit der islamischen Welt einen Neuanfang zu machen.

Andererseits konnten an seiner Absicht, ein aufrichtiger Makler zu sein,  kaum Zweifel bleiben, als er Hillary Clinton mit einem harten dreifachen “Nein” gegenüber Israels Regierung auftreten ließ: Nein zu neuen Siedlungen, nein zum Ausbau von Siedlung und auch nein zum “natürlichem Wachstum” von Siedlungen.* Damit waren die Beziehungen zwischen Washington und Jerusalem fürs erste auf Null Grad herunter gekühlt.

Der Gazakrieg, der genau in den Anfang von Obamas Amstzeit fiel, hat zu dieser anderen Gangart Washingstons mit Sicherheit beigetragen.

Netanjahu, der auch wegen seines Wahlkampfslogans “Hart gegen die Hamas” gewonnen hatte, ging innenpolitisch gestärkt aus dem Gazakrieg hervor. Die Koalition mit der Rechten war bekräftigt und die Siedler konnten zufrieden sein.

Daher konnte er gegen das amerikanische Ansinnen mit scharfer Munition zurück schiessen. Niemand könne den israelischen Bürgern, die in Judäa und Samaria lebten verbieten zu wachsen.** Er erklärte erneut, das ganze Jerusalem sei die Hauptstadt Israels, und – neu in der Diskussion – ein palästinensischer Staat sei nur akzeptabel, wenn er demilitarisiert sei.

Erst später, als auch der internationale Druck angesichts der Informationen über die “Operation Gegossenes Blei”  größer wurde, verkündete Netanjahu einen halbherzigen Baustopp der Siedlungen. Der war in der Praxis freilich durch unzählige Details aufgeweicht.

Der Nahe Osten – für Washington so fern

Dann, so kann man annehmen, war die Administration Obama derart umfassend von der Finanzkrise, den bailouts für Banken und Autobauer, der Immobilienkrise, dem Gezerre um die weitere Afghanistanpolitik und nicht zuletzt dem harten Ringen um eine Gesundheitsreform in Beschlag genommen, dass der Nahe Osten unversehen zum Fernen Osten wurde.

Außer der Pendeldiplomatie des Sondergesandten Mitchell tat sich wenig. Die großen Vorgaben blieben aus, und Obama wässerte seine ursprübglichen Entschlüsse alleine schon damit auf, dass er Zeit verstreichen ließ, die gegen ihn und für Jerusalem arbeitete. Eine Grundkonstante der Beziehungen Washington – Jerusalem.

Nun befindet sich Vizepräsident Joe Biden auf Nahost-Reise, um die Gespräche wieder in Gang zu bringen. Das hat offenbar kosmetischen Charakter, denn Biden ist kaum als Kenner der Nahost-Problematik in Erscheinung getreten.

Die alten Botschaften, wie sie etwa aus dem Mund von George W. Bush zu hören waren, sind wieder die neuen Botschaften. Biden zelebriert vor allem die unverbrüchliche Solidarität:

“There is no space between the United States and Israel when it comes to Israel’s security”

Daneben sprach er davon, dass dieser Moment eine wirkliche Chance böte und dass er hoffe, die Dreier-Verhandlungen würden schließlich zu direkten Gesprächen führen.

Niedriger könnten die Anforderungen kaum sein.

Schlimmer: Die in der letzten Runde in Annapolis unter Bush jr. immerhin erreichten Ergebnisse, allen voran die erstmals formulierte und festgelegte Zwei-Staaten-Lösung, scheint nun seitens Washington als unverbindlich erklärt worden zu sein.

It’s the voter, stupid

Woher rührt diese wachsweiche Haltung, die so auffallend in Kontrast steht mit der ursprünglich formulierten Politik?

Obama steht an allen politischen Fronten unter enormem Zugzwang. Die Radikalopposition der Republikaner hat höheren Tribut gefordert, als man angesichts der eigentlich komfortablen Mehrheitsverhältnisse der Demokraten erwarten konnte. Doch wenn zu viele aus den eigenen Reihen wankelmütig werden, weil sie um ihre eigene Wiederwahl bangen, steht die rechnerische Mehrheit nur noch auf dem Papier.

Die größtmögliche Erschütterung war der Verlust des Senatssitzes im demokratischen Kernland Massachussetts, den jahrzehntelang der unlängst verstorbene Senator Ted Kennedy inne hatte.

Die Midterm Elections werfen schon ihre Schatten voraus, und unter den Demokraten hat sich angsichts des Desasters von Massachussets milde Panik breit gemacht.

Für Obama ist klar, dass er nun unter allen Umständen versuchen muss, das eigene Lager zusammen zu halten. Dazu gehört auch, die wichtige Wählerschaft der traditionell demokratisch wählenden jüdischen Amerikaner wenn schon zu umgarnen, so doch wenigstens nicht zu verprellen. Dazu geeignet ist, die Dinge im Nahen Osten so laufen zu lassen, wie sie auch früher schon liefen.

Damit können auch die Partner in Europa gut leben, sind sie doch selbst viel zu sehr damit beschäftigt, endlich aus der Reihe kaum abreissender Krisen ausbrechen zu können.

Für eine Lösung des Konfliktes aber braucht es eine starke Partei, die nicht nur willens ist zu handeln, sondern auch die Möglichkeiten hat, zu handeln.

Da Obama Gulliver gleich an tausend kleinen realpolitischen Pflöcken an den Boden geschlagen ist, besteht bis auf weiteres kaum Hoffnung auf Fortschritte in diesem ewigen Konflikt.

– MK

* Mrs Clinton said that the president was “very clear” with PM Benjamin Netanyahu at their recent meeting that there should be a stop to all settlements. “Not some settlements, not outposts, not natural growth exceptions. We think it is in the best interest of the effort that we are engaged in that settlement expansion cease,” Mrs Clinton said.

** “There is no way that we are going to tell people not to have children or to force young people to move away from their families,” a senior official quoted Mr Netanyahu as telling the Israeli cabinet on Sunday. (BBC)

Photo: Wikipedia CC Lizenz
Bild: Andrew Sullivan The Atlantic
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Oscarverleihung 2010: Ajami, ein zwiespältiger Film über Jaffa

March 7th, 2010

“Es it ein Film. Sie wollen Sex, Blut, Gewalt, so Sachen halt, die gut für einen Film sind aber nicht gut für unsere Nachbarschaft” meint der 33jährige Kamal aus Jaffa.

Kamal, der ehrenamtlich im Nachbarschaftskommittee arbeitet,  fährt fort: “Jaffa hat ein sehr schlechtes Image mit Verbrechen und Drogen, das einfach nicht der Wirklichkeit entspricht. Es ist nicht annähernd so übel wie in Lod oder Taiba, aber weil wir zu Tel Aviv gehören, wird immer übertrieben, wenn hier etwas passiert.”

Die alte Hafenstadt ist direkt mit Tel Aviv verbunden und wird mehrheitlich von palästinensischen Arabern bewohnt.  Dort spielt die israelisch-palästinensische Koproduktion “Ajami”, die bei der heutigen Oscarverleihung für den besten ausländischen Film nominiert ist.

Der Film wurde acht Jahre lang von einem jüdischen und einem palästinensischen Israeli vorbereitet und mit Laienschauspielern produziert. Ajami ist eine Milieustudie dieser Stadt, die neben Arabern auch von Christen, Juden und Drusen bewohnt wird. Sie ist von Armut gezeichnet, neben der aber auch neuer großer Reichtum auftaucht. Sie hat eine sehr junge Bevölkerung. Alt steht neben neu, altmodisch neben modern. In alles spielt die angespannte politische Lage mit hinein.

Ajami ist ein Episodenfilm, der fünf Lebenswege zeigt und dabei das Leben aus der Perspektive der Straße schildert.  Omar will seinen Onkel rächen, der erschossen wurde. Der israelische Polizist Dando sucht seinen vermissten Bruder, wobei er vermutet, die Araber hätten ihn entführt. Der junge PalästinenserMalek arbeitet illegal in Tel Aviv, um sich eine Operation zu finanzieren. Binj (gespielt von Regisseur Scandar Copti) ist ein wohlhabender Palästinenser, der sich in eine junge Jüdin verliebt hat.

Die Spannung des Films lebt von der dichten Atmosphäre, die aus dem Nebeneinander von scheinbar allgegenwärtiger Aggression im Kampf um Familie, Ehre, Leben und Geld einerseits und Momenten großer Zärtlichkeit, Freundschaft und Zuneigung andererseits resultiert. Insofern erinnert der Film an die meisterlichen Werke von Alejandro Gonzalez Inarritu mit seinen Filmen “Amores Perros”, “21 Gramm” oder “Babel”. Wie die Filme Inarritus basiert die Grundstruktur von Ajami auf dem alten griechischen Konzept der Tragödie: Die Beteiligten haben ihre Perspektive, die für sich genommen rechtfertigbar ist, aber im Zusammenspiel folgt das Tragische daraus.

Fast alle in Jaffa haben den Film inzwischen gesehen. Er sorgt für einigen Lokalpatriotismus und viele Einwohner Jaffas sind begeistert, dass er nun auch für den Oscar nominiert ist. An dieser Stelle kommt die schon eingangs angedeutete Zwiespältigkeit an diesem Film zum Tragen. Nimmt man den Film nur als künstlerische Produktion, so dürfte er die bislang erhaltenen Ehrungen zurecht erhalten haben, und sich des weiteren Hoffnungen auf den Academy Award machen können.

Aber der Film scheint mehr sein zu wollen. Heute morgen kamen auf Deutschlandradio Kultur die beiden Regisseure Yaron Shani und Scandar Copti zu Wort. Mit ihren Darlegungen wurde klar, dass sie durchaus der Auffassung sind, Ajami würde die echten Verhältnisse und die wahren Probleme Jaffas wiedergeben. Nein, wurde ausdrücklich gesagt, dieser Film sei keine Metapher auf das Leben in Jaffa, es sei ein Abbild des dortigen Lebens. Das allerdings dürfte zu weit gehen.

Darin unterscheidet sich Ajami von Waltz with Bashir, dem beeindruckenden israelischen Film von Ari Folman über den israelischen Libanonkrieg von 1982. Waltz with Bashir war tatsächlich keine Metapher, sondern bildete aus der Perspektive betroffener Soldaten den Krieg ab mit den Mitteln eines Animationsfilms.

Die realen Probleme Jaffas dürften jenseits einer sicher nicht abstreitbaren Kriminalität viel eher in einer zu großen Arbeitslosigkeit bestehen, einer damit verbundenen Perspektivlosigkeit der Jungen (die Hälfte der Bewohner Jaffas sind jünger als 18!), oder einem schleichenden aber steten Zuzug von vermögenderen Juden -- oftmals mit ideologischem Hintergrund -, was neben der Provokation auch die Preise auf dem Miet- und Häusermarkt nach oben treibt und damit die Lage für die arabische Bevölkerung nochmals erschwert.

Zu letzterem könnte der Film etwas Gutes beitragen, meint Muhammad, eins islamischer Aktivist. Wenn die Israelis zum Schluß kommen, dass es in Jaffa nur Kriminalität und Gewalt gäbe, würden sie vielleicht weg bleiben.

Ansonsten ist das Leben in Jaffa durchaus normal. Mein Besuch liegt schon einige Zeit zurück (1990), aber immerhin für damals kann ich bestätigen, was der “Hummus-Blog” anschulich und amüsant beschreibt:

Jaffa is a city of contrasts. On one hand, it has a charged historical background. On the other, it’s a peaceful, friendly, hospitable place, and it is as beautiful as Tel-Aviv could never be.

In Jaffa you can find, side by side, luxurious mansions and neglected old buildings. Gourmet restaurants and cheap eateries. Wretchedness and glory, in an impossible mixture. And a lot of hummus.

Dass der Film durchaus realitätsbezogen ist, sieht man an den aktuellen Demonstrationen in Jaffa. Dort wird gegen die aus Sicht der arabischen Bevölkerung zunehmende Gewalt der israelischen Polizei protestiert. Unter den Demonstranten war am Samstag auch Mary Copti, die Mutter des einen Regisseurs.

In einem sind sich alle einig in Jaffa: Der Film sei für sich genommen richtig gut. Man darf gespannt sein, wie er hier in deutschland aufgenommen wird. Waltz with Bashir war leider keine allzu große Aufmerksamkeit beschert.

-- MK

PS: Esst mehr Hummus!

City of Oranges: Arabs and Jews in Jaffa
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Leseempfehlung: Brian Orndorfs Review
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Harte, gute Nockherberg-Predigt von Michael Lerchenberg

March 5th, 2010

Die Nockherberg-Reden der Vergangenheit waren mal mehr, mal weniger bissig, aber letztlich blieben sie doch versöhnlich.

Die inoffizielle Übereinkunft lautete: Ihr dürft den Politikern ihre Fehler vorhalten, über sie witzeln, ja ihnen sogar auch mal ordentlich einschenken. Aber dann muss auch gut sein.

Michael Lerchenberg als Fastenprediger “Bruder Barnabas” hat dieses mal mehr getan.

Er hat seine Adressaten  angesichts der ungeheuren Dimensionen und extremen Auswirkungen der Krise, die ja nicht nur eine ökonomische Krise ist, sondern eine der politischen Klasse schlechthin, bloßgestellt.

Und damit hat er gut getan, auch wenn es ihm jetzt das “Amt” kosten sollte.

Wer als Fastenprediger auch noch in einer Lage wie der aktuellen versöhnliche Worte finden soll, kann das nur umsetzen, indem er die Verhältnisse weit über Gebühr schönt.

Was nun an Kritik stattfindet: Er habe einen unstatthaften KZ-Vergleich* angestellt, er habe die Polizei über Gebühr kritisiert, sind Nebenkriegsschauplätze.

Ja, man kann der Auffassung sein, dass er den KZ-Lagervergleich mit Westerwelle als Aufseher besser nicht gebracht hätte. Es ist aber angesichts der Fülle des von Lerchenberg hervorragend vorgebrachten Materials unangemessen, ihm ein, zwei Patzer derart um die Ohren zu schlagen. Völlig überzogen ist der Vorwurf von Frau Knobloch, der Präsidentin des Zentralrats, Lerchenberg habe die Würde der Holocaust-Überlebenden verletzt. Man muss nicht bei jeder Nennung des Stichworts “Lager” reflexartig den Vorwurf in die Welt posaunen, damit würde der Holocaust relativiert. Eine Relativierung der Verbrechen am jüdischen Volk oder oder eine Herabwürdigung der Überlebenden hatte Lerchenberg mit Sicherheit nicht im Sinn. Das hätte bei der Reaktion bedacht werden müssen.Und_ Läge Frau Knobloch auch etwas daran, dass jemand die ungeheuren Mißstände im Lande mutig anprangert, dann hätte sie ihre kritik -- die ja nicht vollkommen falsch ist -- so vorgebracht, dass Lerchenberg mit einem blauen Auge davon kommt.

Doch so wie der Vorwurf formuliert wurde lässt sich Lerchenberg flugs kalt stellen.

Das kommt den Westerwelles, Söders (der über weite Strecken mit verbissen-versteinerter Miene dem Vortrag Lerchenbergs folgte), Stoibers (dem die ganze Reihe seiner Verfehlungen bis zum Hypo-Alpe-Adria-Debakel  förmlich um die Backen gehauen wurde) -- & etc.pp. äußert gelegen.

Wer lädt Westerwelle aus der Veranstaltung Deutschland aus?

Westerwelle hat den Veranstalter gebeten, “seine Person” künftig nicht mehr einzuladen. Ja, Barnabas hat einen harten Vergleich gewählt. Nur: Barnabas ist der komödiantische Bußprediger auf dem Nockherberg und darf grundsätzlich über die Stränge schlagen.

“Seine Person” Minister Westerwelle ist Vizekanzler und sollte das nie tun, aber kennt dennoch keinerlei Hemmungen, ganze Bevölkerungssschichten als “anstrengungslose Wohlstandsempfänger” zu erniedrigen. Wer lädt Westerwelle aus der Veranstaltung Deutschland aus?

Lerchenberg hat in der Art seines Vortrags das im wahrsten Sinn des Wortes Zeitgemäße getan, aber den Fehler begangen, sich mit zwei Formulierungen angreifbar zu machen. Diese Chance lassen sich die Herren und Damen Berufszyniker nicht entgehen.

Lediglich Münchens Oberbürgermeister Christian Ude fand ehrlich lobende Worte für den harten Vortrag Lerchenbergs.

Kurzum: Der einzige Skandal an der Rede von Michael Lerchenberg ist die geheuchelte, auf  Skandal abzielende Reaktion auf seinen Vortrag.

Dennoch und gerade deswegen: Dank an Herrn Lerchenberg. Hut ab!

Update: Und aus’ is, wie der Bayer sagt. Lerchenberg ist zurückgetreten:

“Auch wenn ich aus der Bevölkerung für die Fastenpredigt 2010 unzählige zustimmende Reaktionen erhalten habe…, so ist doch der politische und öffentliche Druck auf uns und die Paulaner Brauerei so groß geworden, dass mir eine Rückkehr in die Nockherberg Kanzel unmöglich erscheint”, erklärte Lerchenberg.

* “Alle Hartz-IV-Empfänger sammelt er in den leeren, verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge, drum rum ein Stacheldraht. Hamma schon mal ghabt. Dann gibt’s jeden Tag eine Wassersuppn und an Kantn Brot. Statt Heizkostenzuschuss gibt’s von Sarrazins Winterhilfswerk zwei Pullover. Und überm Eingang steht, bewacht von neoliberalen Ichlingen im Gelbhemd, in eisernen Lettern: ‘Leistung muss sich wieder lohnen.’”

Nockherberg-Rede 2010 Video Teil 1

Nockherberg-Rede 2010 Video Teil 2

Nockherberg-Rede 2010 Video Teil 3

Nockherberg-Rede 2010 Video Teil 4

Nockherberg-Rede 2010 Video Teil 5

Hier ein aktueller Leserbrief, den ich gesondert anführen möchte (auch wenn er nicht in jedem Detail meine Meinung widergibt):

“Leider finde ich keine Adresse von michael Lerchenberg, ich habe ihm meine Botschaft daher – für alle offen – hier hinterlegt.

Sehr geehrter Herr Lerchenberg,

ich habe Ihre Rede am Nockherberg mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und darf von mir sicher sagen, dass ich ein gutes Sprachgefühl und einen wachen, kritischen Verstand habe.
Es war eine sehr gute, kluge, kritische Rede, die den Zuständen in unserem Land absolut angemessen ist. Es waren nur wenige persönliche Angriffe enthalten.

An keiner Stelle, weder in den Zeilen noch zwischen den Zeilen, war jedoch auch nur eine Spur Antisemitismus, eine Abschwächung des Leidens der Juden oder ein unangebrachter Vergleich zu finden. Sie haben einen überspitzten Ausblick gegeben, wie Sie die aktuelle Debatte um Sozialleistungen empfinden und an was es Sie das Denkschema erinnert.

Das mag für den Gescholtenen ( FDP ) bitter und verletzend sein, eine Beleidigung von Juden ist es jedenfalls nicht. Wer 1 Milliarde Euro jährlich völlig ohne Rechtfertigung und Sinn an Hoteliers verschenkt, wer 5 Milliarden Euro an die Autoindustrie verschenkt (Abwrackprämie der SPD / CDU / CSU ) und dann um Pfennigbeträge bei Sozialleistungen hetzt, als würden diese Pfennige und nicht die tägliche Korruption der Deutschen Politiker das Land ruinieren, hat es auch nicht anders verdient. Von 5 Milliarden Abwrackprämie hätte man 50 Millionen Menschen 1 Jahr lang vor dem Hungertod retten können. Schade das Frau Knobloch und der Zentralrat der Juden nicht einmal soviel Sprachgefühl haben, wie eine Bleistiftmine von Lion Feuchtwanger…
Schade auch, das Frau Knobloch und der Zentralrat der Juden Freiheit der Kunst nur solange verstehen, wie sie ihnen genehm ist und damit auch eine Geisteshaltung wiederholen die schon mal da war.

Bleiben Sie, sehr geehrter Herr Lerchenberg, wie damals in der Löwengrube : aufrecht !

Mit allerbesten Wünschen,

‘Dr. Hans Doepner, München’ ”

(Der Name wurde in Anführungszeichen gesetzt,
 weil wir keine Möglichkeit haben, die Echtheit zu verifizieren)

---

Bitter-süße Leseempfehlung zum Thema Guido Westerwelle: Goethes Erlkönig, in der “Koalitions-Fassung”

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