Palästina kaputt

Seit der Wahl von Donald Trump herrscht Euphorie im rechtskonservativen Lager Israels, also in fast ganz Israel.

Über die antisemitischen Äußerungen Trumps sieht man gerne hinweg, solange der president elect sich solidarisch gegenüber dem Waffenbruder Israel zeigt.

In Israel vertraut man ganz auf die Abneigung Trumps gegenüber den Arabern.

Minister Bennet, Verbündeter der Siedler und Unterstützer eines Groß-Israel,posaunt schon mal:

The era of the Palestinian state is over

Natürlich ist das nur die Feststellung des längst Bekannten. Nur muss man sich erst (wieder) an so deutliche Worte gewöhnen.

Veröffentlicht unter Israel, Palästina, Zweistaatenlösung

TRUMP und HITLER

Trump ist nicht Hitler.

Noch nicht.

Aber durch den Wahlsieg von Donald Trump wurde der westlichen Welt vor Augen geführt, wie früher in Deutschland jemand wie Adolf Hitler an die Macht kam; das meint zurecht Chemi Chalev von der Haaretz, denn die Ähnlichkeit beider Agitatoren in ihren zentralen Themen  ist verblüffend:

Viewed through the lenses of the current presidential campaign, historical descriptions of Hitler’s appeal to the German masses suddenly seem hauntingly familiar.

Take, for example, Hitler biographer Ian Kershaw’s description of the recurring themes in Hitler’s speeches:

“The contrast of Germany’s strength in a glorious past with its current weakness and national humiliation – a sick state in the hands of traitors and cowards who had betrayed the Fatherland to its powerful enemies and behind them, the Jews…a cheating and corrupt government and party system presiding over economic misery, social division, political conflict and ethical collapse.”

read more: http://www.haaretz.com/world-news/u-s-election-2016/1.749153

 

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Schimon Peres ist tot

Wäre es nach Schimon Peres gegangen, dem stets konzilianten “elder statesman” Israels, dann herrschte in Palästina längst Frieden.

Nur: Es ging oft nach Peres.

Das Leben von Schimon Peres war ein Segen für alle, die sich nach Frieden sehnen.

Bill Clinton hat das gerade getwittert, und so oder so ähnlich werden die meisten den nun verstorbenen Schimon Peres sehen.

Peres stand sein Leben lang im Dienst Israels: Als junger Bursche schon leitender Zivilbeamter im Verteidigungsministerium, später Verteidigungs-, Finanz- und Außenminister, dann Ministerpräsident und zuletzt Staatspräsident.

Oslo !

Peres war in den neunziger Jahren eine der Hauptfiguren in diesem viel gepriesenen Friedensprozess.

Er hat den Glauben an einen Frieden in Palästina nach Kräften befördert.

Er hat auf dem Rasen des Weissen Hauses Palästinenerpräsident Arafat die Hand geschüttelt.

Er hat dafür den Friedensnobelpreis bekommen, zusammen mit Arafat und seinem damaligen Ministerpräsidenten Rabin.

Was für eine Hoffnung, die damals aufkam! In Israel war sie enorm, in den Palästinensergebieten war sie auch da, und die westliche Welt fieberte auch ein wenig mit.

Nur war diese Hoffnung ganz ohne Grund. Oslo war seitens Israels nie ein Friedensprozess. Es war die Einschläferung eines Friedensprozesses: Verhandeln statt handeln. Bis in alle Ewigkeit: Verhandeln. Wer verhandelt zeigt sich friedenswillig.

Wer zum Verhandeln höfliche Miene zeigt, konziliant ist, sich weltmännisch gibt, dezent zu scherzen versteht, sich immer mit einem wohlwollenden Lächeln präsentiert: Dem glaubt man, im Westen allemal.

Der deutsche Außenminister Steinmeier sagte gerade, Peres’ Verdienste um Israel liessen sich kaum ermessen.

Doch, sie lassen sich ermessen.

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Israel - Zitat des Tages

 At times it seems as if what Jews do to other jews in this country [Israel] would be defined in any other country as nothing less than antisemtisim.

David Grossman
(Israelischer Autor. Man vergleiche das mit einer nicht untypischen Äußerung eines ultra-orthodoxen jüdischen Siedlers: "The Israeli secular entity has to be destroyed. God can't reveal himself until it's all wiped out. As long as the state of Israel stays as it is, there will be no redemption." Shmuel Ben Yishai, Settler, Hebron (Interview CBS Frontline April 2005). Was der Siedler hier verlangt ist nichts weniger als die Beseitigung des Staates Israel.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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