Israel & Palästina

Gaza: Was für ein schöner Krieg!

Die kriegerisch-machohaften Posen von Hamas-Kämpfern kommen im Westen schlecht an. Irgendwie barbarisch, unzivilisiert, ja roh. Man erkennt schon an den Bildern, wie brutal diese Leute sind.

So jedenfalls ist die landläufige Meinung.

Um wie viel besser stellt sich die israelische Armee dar. Krieg ist etwas Heroisches, und schön dazu, so scheint die Botschaft zu lauten:

Israelische Artillerie beschießt Gaza

Israelische Artillerie feuert auf Gaza – was für eine Bilddynamik!

 

Beschuss von Gaza

Gaza unter Feuer! Strahlend blauer Himmel über den Heroen!

Sind das nicht schöne Bilder von einem Krieg? Lassen sie nicht jedes jüngere und ältere Knabenherz höher schlagen vor Mannesglück?

Doch. Zeige nur niemand, was auf der anderen Seite passiert:

Zerfetzte Kinder in Gaza

Zerfetzte Kinder in Gaza

 

Photos 1,2: IDF Flickr CC Lizenz (photos unchanged)

Photo 3: ammfazlan Flickr CC Lizenz

 

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Israelis bejubeln Raketenbeschuss von Gaza

Als während des Ersten Golfkriegs Palästinenser auf den Dächern von Hebron und anderen Städten standen und die nach Israel fliegenden irakischen SCUD-Raketen bejubelten, waren Israelis zurecht entsetzt.

Wenn sich die moralischen Maßstäbe nicht verändert haben, hat Israel allen Grund über sich selbst entsetzt zu sein.

Auf den Hügeln um Gaza finden sich regelmäßig Schaulustige ein, die jeden israelischen Raketeneinschlag oder Beschuss voller Freude bejubeln:

Wie meinte der deutsche Dramatiker Rolf Hochhuth? Im Krieg tauschen die Gegner ihre Eigenschaften aus. Das hilft Israel das ganze Gerede seiner vermeintlich besonders guten Moral nichts.

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Volksverhetzung

sei das nicht, meint die Berliner Staatsanwaltschaft auf Nachfrage der Polizeileitung unserer Hauptstadt, nachdem Hunderte von Demonstranten angesichts des Gazakriegs skandierten

Jude, Jude feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!

Keine “Volksverhetzung”, nur “Beleidigung”, so das Gutachten.

Aha. Ich bin kein Jurist, aber mir ist in diesem Fall der juristische Feinschliff (oder Kahlschlag?) gleich. Solche Parolen wollen doch ganz offenkundig eine Volksgruppe treffen und erniedrigen, und nicht etwa eine Politik Netanjahus anprangern.

Evelyn Hecht-Galinski, die zu Radikalität neigende Tochter des früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, die durch ihre zügellosen Äußerungen zum Aushängeschild aller hiesigen Israelfeinde wurde, meint zu solchen Slogans ungerührt “Natürlich sind diese Parolen nicht politisch korrekt.” Oh nein, mit politischer Korrektheit hat das nichts zu tun. Hecht-Galinski übersieht die besondere Qualität solcher Hetzparolen nur deshalb großzügig, weil sie selbst gerne maximal vom Leder zieht.

Die anti-jüdischen Slogans sind und bleiben: Abstoßend. Nicht zu rechtfertigen. Letztlich schlicht unrechtmäßig.

Die Schreihälse  – nicht: alle Demonstrationsteilnehmer! – nehmen den Gazakrieg nur zum Anlaß ihre niederen Instinkte zum Ausdruck zu bringen. Diesem Klientel sollte nicht erlaubt sein, den ansonsten durchaus berechtigten Protest gegen den Gazakrieg und die jahrelange israelische Blockade zu diskreditieren.

Und: Schande auf die Berliner Staatsanwaltschaft!

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Israel - Zitat des Tages

 Ich bin Zionist in allen Punkten, die die Errettung von Juden betreffen, aber ich bin kein Zionist, wenn es um die "Errettung des Heiligen Landes" geht.

Amos Oz
(Israelischer Schriftsteller. Zur Frage, wie eine Landnahme zu rechtfertigen ist und wie sie nicht mehr zu rechtfertigen ist.)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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